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Einsatz von Medikamenten-Automaten ist zulässig

Einsatz von Medikamenten-Automaten ist zulässig

Das Verwaltungsgericht Mainz hat den Einsatz eines Medikamenten-Automaten der Kelberger Firma Rowa für zulässig erklärt. An dem Automaten können rund um die Uhr Arzneimittel gekauft werden. Das Prinzip ähnelt dem Geldautomats.

Der Kunde wählt ein Produkt, ist es ein apothekenpflichtiges, wird per Video eine Verbindung mit dem Apotheker hergestellt. Dieser kann mit einer weiteren Kamera auch überprüfen, ob das gewünschte Produkt auch tatsächlich das ist, das gewählt wurde.

Diese Form der Medikamenten-Ausgabe hatte die Genehmigungsbehörde einem Apotheker aus Nierstein (Kreis Alzey-Worms) untersagt. Dieser klagte gegen diese Entscheidung und gewann. Allerdings ist das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. „Endlich rechtliche Klarheit“, freut sich das Kelberger Unternehmen, nachdem das Mainzer Gericht den Einsatz des von Rowa gebauten „visavia“-Automaten für zulässig erklärt hat. Einzige Bedingung des Gerichts sei der Einbau eines Druckers, um bereits bei Abgabe eines Medikaments bestimmte Angaben auf das Rezept drucken zu können. Diese rein technische Erweiterung werde zukünftig serienmäßig im visavia enthalten sein, teilte das Unternehmen mit. Es sei bereits damit begonnen worden, bestehende Systeme mit einem Rezeptdrucker auszustatten.

Vorausgegangene Entscheidungen anderer Gerichte hätten die Rechtmäßigkeit des „visavia“-Automaten noch nicht in der von Rowa gewünschten Deutlichkeit klargestellt, so dass es „bedauerlicherweise zu einer Verunsicherung im Apothekenmarkt“ gekommen sei.

Außerdem sei es erfreulich, dass das Gericht den Nutzen des visavia für den Verbraucher erkenne. So habe die Präsidentin des Verwaltungsgerichts Mainz in der Entscheidung festgestellt, dass der Rowa-Automat „einen erheblichen Vorteil für die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung“ darstelle.

Die Firma Rowa besteht seit 1996 und hat sich zum Marktführer in Europa für Automatisierungssysteme in Apotheken entwickelt. Das Unternehmen, die seit ihrer Gründung ihren Sitz in Kelberg hat, beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter.