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Eintracht Trier: Heute Gespräch zwischen Vorstand und Trainer

Eintracht Trier: Heute Gespräch zwischen Vorstand und Trainer

Wie geht es nach der desaströsen 0:2-Niederlage bei Wormatia Worms weiter beim akut abstiegsgefährdeten Fußball-Regionalligisten Eintracht Trier? Gestern Abend traf sich der Club-Vorstand, um die Lage zu erörtern. Eintracht-Trainer Reinhold Breu ist geknickt, doch er gibt die Hoffnung nicht auf.

(bl) „Ich hätte nicht gedacht, dass wir noch mal so in alte Zeiten zurückfallen“, sagte Reinhold Breu am Mittwochvormittag auf Anfrage von volksfreund.de. Kampflos, ohne Mumm – so hat sich seine Mannschaft bei der 0:2-Niederlage bei Wormatia Worms präsentiert. „Mit solch einer Leistung holen wir im Abstiegskampf keinen Punkt mehr. Dennoch glaube ich noch immer daran, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen“, sagt Breu, der offen mangelnden Professionalismus bei einigen Spielern beklagt. Nicht nur bei Yannick Salem, der sich in der 39. Minute die Gelb-Rote Karten eingehandelt hatte, nachdem er bei einem Wormser Freistoß zunächst nicht den Abstand zum Schützen eingehalten und sich zudem beim Schiedsrichter beschwert hatte. „Das geht gar nicht. Ich werde mit Yannick ein ernstes Gespräch führen. Es wird eine Geldstrafe geben“, sagt Breu. Eine Suspendierung steht derzeit aber offenbar nicht zur Debatte. Breu: „Ich brauche jeden Mann.“

Auch bei anderen Spielern bemängelt Breu die Einstellung. Hintergrund: In der Halbzeitpause hatte es in der Trierer Kabine mächtig gerauscht. Spieler schrien sich gegenseitig an, Handgreiflichkeiten jedoch verneint Breu. „Als Profi muss ich wissen, wie ich eine Halbzeit sinnvoll nutze. Alibiaktionen – wie etwa Herumschreien – bringen nichts.

Breu prangert Versäumnisse an: „Dis Jungs wurden bisher nicht richtig ,erzogen’. Manche müssen zu Profis gemacht werden. Talent alleine reicht nicht. Es braucht Persönlichkeiten, starke Charaktere. Sie sind in unserem Kader leider nicht so ausgeprägt.“

Deutlich wird: Die Zusammenstellung der Mannschaft passt nicht. Eintracht-Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi will sich dieser Verantwortung nicht entziehen, gleichzeitig sagt er: „Dafür sind in erster Linie der Trainer und die sportliche Leitung verantwortlich.“

Am Mittwochabend kamen die Eintracht-Vorstandsmitglieder Wilhelmi und Roman Gottschalk zusammen. Sie erörterten zweieinhalb Stunden lang die äußerst prekäre Lage nach 13 Regionalliga-Spielen ohne Sieg. Ergebnis: Am Donnerstag gibt es ein Gespräch mit Breu. Ein unumstößliches Bekenntnis zum Trainer blieb vorerst aus.

Im Falle des Abstiegs sei der Club indes überlebensfähig. Wilhelmi: "90 Prozent unserer Sponsoren unterstützen uns unabhängig von der Ligazugehörigkeit." Geplant sei im Fall X, ein Jahr unter Profibedingungen weiterzuarbeiten mit dem Ziel direkter Wiederaufstieg.