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Eröffnung des Kultwirtshauses verschoben: Die Glocke klingt erst im Oktober

Eröffnung des Kultwirtshauses verschoben: Die Glocke klingt erst im Oktober

Die schlechte Nachricht: Die Glocke, Triers dienstältestes und bekanntestes Wirtshaus, wird nicht wie geplant am 12. August wieder öffnen, sondern wohl erst im Oktober. Die gute Nachricht: Das Projekt wird größer als erwartet.

Die Mauern der Glocke atmen Geschichte. Das Vorderhaus entstand im 16. Jahrhundert, das Wirtshaus gibt es seit 1802. Die Grundmauer ist mehr als 1000 Jahre alt. “Diese Bausubstanz erfordert höchste Vorsicht„, sagt Bauherr Peter Brommenschenkel. TV-Foto: Friedemann Vetter Foto: Friedemann Vetter

Die vielen Fans und Freunde des Wirtshauses Zur Glocke brauchen noch ein wenig mehr Geduld. Darin haben sie inzwischen Übung, denn der enorm aufwendige Umbau des historischen Gebäudes läuft bereits seit Herbst 2013.
Da sich die denkmalgeschützte Fachwerkfassade aus dem 18. Jahrhundert nicht ändern wird, sind die Fortschritte des Bauprojekts von der Glockenstraße aus nicht sichtbar. Innen laufen dagegen die Arbeiten auf Hochtouren. Dennoch mussten sich die Investoren, das Trierer Unternehmerehepaar, Peter und Anne Brommenschenkel, von ihrem Wunschtermin für eine feierliche Eröffnung verabschieden.
Der 12. August hätte es werden sollen, denn Peter Brommenschenkel wird an diesem Tag 60 Jahre alt (der TV berichtete). "Doch das werden wir nicht schaffen", sagt der Unternehmer, dem auch die Parfümeriekette Pierre, die Restaurants Pasta Pasta und Oechsle sowie weitere Betriebe in mehreren Städten gehören. "Die Eröffnung wird wohl erst im Oktober stattfinden." Einen genauen Termin gibt es noch nicht.
Eine der Ursachen dieser Verschiebung ist der Erker zur Glockenstraße hin. Dieser Vorbau hat sich in Höhe des zweiten Stocks im Lauf der Jahre gelöst und ist um etwa vier Zentimeter nach vorne gekippt.
"Die Bewegung des Erkers ist wohl durch einen Unfall mit einem LKW ausgelöst worden, der sich vor zehn oder sogar zwanzig Jahren abgespielt haben soll", vermutet Brommenschenkel. "Unsere Fachleute haben die Situation intensiv untersucht." Allein das hat den Zeitplan um einen Monat nach hinten verschoben. Dann fiel die Entscheidung: Der Erker wird nicht zurückversetzt, sondern bleibt genau dort, wo er ist. "Wir werden ihn mit Eisenplatten sichern", erklärt der Bauherr.
Doch das ist nicht der einzige Grund für die Verschiebung der Eröffnung. Die neue Glocke wird wesentlich größer als erwartet - denn Peter Brommenschenkel hat auch eines der Nachbargebäude, die Glockenstraße Nummer 11, gekauft und wird dieses in das Gesamtprojekt integrieren.
"Wir haben eine Chance genutzt, die sich kurzfristig ergeben hat", berichtet Brommenschenkel. "Interesse hatten wir schon länger, doch die Besitzerin, eine in Karlsruhe lebende Dame, wollte nicht verkaufen." Überraschend sei dann die Tochter mit dem Verkaufsangebot an das Trie?rer Unternehmerehepaar herangetreten. "Das Gebäude passt hervorragend in unser Konzept einer Kombination von Gaststätte und Hotel", sagt der Unternehmer. Sechs zusätzliche Hotelzimmer sind durch das Gebäude Nummer elf geplant, damit steigt die Zahl der Zimmer auf zwölf.
Die Geschichte des Wirtshauses reicht bis 1802 zurück, doch das Gebäude selbst ist wesentlich älter. Das denkmalgeschützte Vorderhaus wurde 1567 auf Mauern aus dem 12. Jahrhundert errichtet. Der Gewölbekeller ist 800, die Grundmauer mehr als 1000 Jahre alt.
Das Ehepaar Brommenschenkel kaufte die Glocke 2011. Die Investitionssumme, die mit Sicherheit mehrere Millionen Euro beträgt, halten die Bauherren geheim. Das Glanzstück der neuen Glocke wird der 4,40 Meter unter der Glockenstraße liegende Gewölbekeller mit 80 Plätzen.