Jahresrückblick: Ex-Ordensgemeinschaft der Zisterzienser: Einer hält Himmerod die Treue

Jahresrückblick : Ex-Ordensgemeinschaft der Zisterzienser: Einer hält Himmerod die Treue

Die Ordensgemeinschaft der Zisterzienser ist aufgelöst. Wie es mit den Klosterbetrieben weitergeht, ist offen. Und ein Mönch bleibt in der Eifel.

Wer in diesen Tagen an die Pforte des Klosters Himmerod in der Eifel klopft, kann froh sein, wenn ihm jemand öffnet. Die Ordensgemeinschaft der Zisterzienser ist seit zweieinhalb Monaten aufgelöst; die verbliebene Handvoll Mönche hat das imposante Kloster inzwischen verlassen. Alle – bis auf einen. Der 83-jährige Pater Stephan Senge lebt weiter in dem 1134 von Bernhard von Clairvaux gegründeten Kloster. „Auch wenn die Gemeinschaft als solche nicht mehr da ist“, sagt er, „das Leben geht weiter.“

Himmerod war im Herbst von der Mehrerauer Kongregation aufgelöst worden, nachdem es dem geografisch im Dreieck zwischen Bitburg, Daun und Wittlich gelegenen Kloster seit Jahren personell und finanziell immer schlechter ging. Kurz vor der Auflösung brannte es auch noch in der Abteikirche, die seitdem geschlossen ist und renoviert wird. Immerhin: Die Klosterbetriebe,  zu denen das Restaurant,  die Bücherei,  die Klostergärtnerei und der  Fischereibetrieb gehören, sind weiter geöffnet und teilweise verpachtet. Noch ist unklar, wer sich in Zukunft darum kümmern wird.

Das Kloster selbst gehört jetzt dem Bistum. Triers Bischof Stephan Ackermann hat die Angelegenheit zur Chefsache erklärt und einen Domkapitular beauftragt, sich um den Übergabeprozess zu kümmern. Wie es in Himmerod weitergehen wird, ist offen. Der Investitionsstau der in die Jahre gekommenen Gebäude dürfte in die Millionen gehen. Eher unwahrscheinlich mutet es da an, dass potenzielle Interessenten für eine Folgenutzung Schlange stehen.

Der letzte in der Eifel  verbliebene Zisterziensermönch Pater Stephan dürfte das verschmerzen. Der 83-Jährige scheint sich mit der neuen Situation längst arrangiert zu haben. „Jede Gemeinschaft hat gewisse Zeiten, wo sie aktuell ist“, sagt er, „und es gibt Zeiten, wo sie nicht mehr aktuell ist.“

Der gebürtige Hannoveraner Pater Stephan lebt seit 61 Jahren in Himmerod. Und hier will er auch bleiben, wie er sagt: bis er eines Tages „in die ewige Wohnung“ zu Gott umziehe.