F-16-Absturz in der Eifel: Pilot stieg an nicht festgelegtem Punkt aus

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Einen Monat nach dem F-16-Absturz ist noch immer unklar, wie es dazu kommen konnte. Noch immer wirft der Vorfall Fragen auf, gerade auch deshalb, weil die Maschine kilometerweis ohne Pilot flog, bevor sie zerschellte.

Noch immer ist unklar, warum am Nachmittag des 8. Oktober ein Kampfjet vom Typ F 16 in einem Wald bei Zemmer-Rodt (Trier-Saarburg) zerschellte. Seit Donnerstag ist die Absturzstelle, die nur wenige Hundert Meter von dem Ort entfernt liegt, geräumt. Alle Wrackteile seien eingesammelt worden, sagte ein Sprecher der US-Airbase Spangdahlem. Von dort war die Maschine an dem Tag zu einem Übungsflug im Rahmen eines großangelegten Manövers gestartet. Kurz danach ist es dann zu der Beinahe-Katastrophe gekommen.

Der Pilot betätigte in einer Höhe von rund 7000 Metern den Schleudersitz. Er wurde kurze Zeit später bei Dodenburg (Bernkastel-Wittlich) von Rettern entdeckt. Der Kampfjet flog von diesem Zeitpunkt an führunglos weiter, bevor er im gut zwölf Kilometer entfernten Waldgebiet bei Zemmer-Rodt förmlich zerschellte (der TV berichtete). Von der Maschine als Ganzes war nichts mehr zu erkennen.

Wie eine Sprecherin der Airbase auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, ist der Punkt, an dem der Pilot der F 16 den Schleudersitz betätigte, keine dafür festgelegte Zone. Die Diskussion um solche „bailout points“ (Rettungspunkte), an denen sich Piloten mit ihrem Schleudersitz aus der Maschine katapultieren, hat es bereits nach dem Absturz einer F 16 2006 bei Oberkail (Eifelkreis Bitburg-Prüm) gegeben. Nachdem sich der Pilot zwischen den Orten Badem und Oberkail aus dem Kampfjet geschossen hatte, flog die Maschine führungslos weiter und krachte in ein Feld. Recherchen unserer Zeitung brachten damals an den Tag, dass es festgelegte Zonen gibt, an denen Piloten den Schleudersitz betätigen, um zu verhindern, dass die Maschine auf bewohntes Gebiet stürzt. Damals lag ein solcher Punkt, an dem auch Waffen und Tanks der Maschine vor dem Absturz abgeworfen werden sollten, bei Oberkail.

Aus einer unserer Zeitung vorliegenden Anweisung des Kommandeurs der Airbase in Spangdahlem vom Oktober 2016 heißt es, dass bei kontrollierten Notfallmaßnahmen der Ausstieg nun in der Stadt Baumholder sei. In der Nähe befindet sich der Truppenübungsplatz. Dort sollen dann offenbar bei „kontrollierten“ Abstürzen die Jets runterkommen. In der Anweisung heißt es auch, dass für den Fall, dass der Treibstoff an Bord eines Flugzeugs nicht ausreiche, um bis nach Baumholder zu kommen, der Pilot die Maschine vor dem Ausstieg über unbewohntes Gebiet bringen müsse. Bei dem Absturz der F 16 vor knapp vier Wochen erfolgte der Ausstieg des Piloten über unbewohntem Gebiet. Die Maschine stürzte nur durch Zufall nicht in Zemmer-Rodt ab. Daher spricht alles dafür, dass es sich bei dem Unfall um einen unkontrollierten Absturz gehandelt hat.

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