1. Region

Fanfaren, Fahnen und Folklore

Fanfaren, Fahnen und Folklore

Mit Märschen und Folklore, aber auch mit Swing und Tanz haben sieben Militär- und Blasorchester aus verschiedenen europäischen Staaten am Freitagabend bei der vom Trierischen Volksfreund präsentierten Musikparade rund 2500 Besucher in der Trierer Arena begeistert.

(daj) In die Karibik dürften sich die Seeleute der ukrainischen Schwarzmeerflotte nur selten verirren. Doch mit seinen Melodien nimmt das Marine-Musikkorps aus Odessa das Publikum mit auf eine Reise unter der Piratenflagge. Die führt von der Filmmusik aus "Fluch der Karibik" bis zu ukrainischen Volkstänzen in historischer Tracht.

Vielfältig ist auch das weitere Programm der Musikparade, zu der sieben Orchester mit ingesamt rund 400 Mitwirkenden in ihren bunten Uniformen in die Trierer Arena einmarschieren. Der Gruppostorico Castiglion Fiorentino aus Italien schwenkt zu Trommel- und Fanfarenklängen seine weiß-rot geflammten Fahnen nach Art der historischen Fahnenspiele, deren Tradition bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Das Musikkorps "Genie" der niederländischen Pioniere spielt Märsche, während die Rhine Area Pipes and Drums Dudelsack-Klänge zu Gehör bringen, natürlich stilecht im Schottenrock.

Mit dem Musikcorps Ufhausen schnuppert das Publikum "Berliner Luft", das polnische Militär-Musikkorps aus Rzeszów entführt an die "Copacabana", und das tschechische Zentralorchster Marschall Radetzky spielt den böhmischen Klassiker "Rosamunde". Höhepunkt ist aber das große Finale, bei dem sich alle Orchester in Bataillonsstärke versammeln und unter Leitung von Korvettenkapitän Sukennik Lyubomir mit Radetzky-Marsch und Alten Kameraden das Publikum noch einmal mitreißen und stehende Ovationen ernten.

"Das war super", findet Margarete Schmillen aus Trier. "Wer musikbegeistert ist, findet hier von jedem etwas." Mit ihren Orchestern aus Ost und West ist die Musikparade zugleich auch Ausdruck politischen Wandels. Während noch vor 60 Jahren Europas Soldaten gegeneinander in den Krieg zogen, hat heute die Militärmusik das Martialische abgelegt. Das gemeinsame Musizieren festigt Freundschaften über Grenzen hinweg. Gerhard Kieren aus Graach, der selbst jahrzehntelang Trompete im Musikverein gespielt hat, stellt fest: "Musik verbindet."

Auch im kommenden Jahr gibt es Militär- und Blasmusik in Trier zu erleben. Am Sonntag, 24. Januar 2010, macht die Musikparade erneut Station in der Arena.