Feller Fastnachtsstreit: Trunkenheitsfahrt statt Tötungsversuch

Kostenpflichtiger Inhalt: Beschuldigter kommt mit Geldstrafe davon : Feller Fastnachtsstreit: Trunkenheitsfahrt statt Tötungsversuch

Im Feller Fastnachtsstreit Anfang März, bei dem ein 18-Jähriger von einem Auto angefahren und verletzt wurde, kommt der 28-jährige zunächst wegen versuchter Tötung beschuldigte Fahrer mit einer Geldstrafe wegen Trunkenheit am Steuer davon.

Die Ermittlungen im Fall eines handfesten Streits am Rande einer Fastnachtsveranstaltung in Fell (Kreis Trier-Saarburg) sind nahezu abgeschlossen. Das sagte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen am Freitag unserer Zeitung. Danach war der Ablauf des Geschehens Anfang März weitaus weniger dramatisch, als zunächst angenommen.

Der Fall hatte überregional für Aufsehen gesorgt, weil zunächst davon die Rede war, dass ein 28-jähriger Autofahrer nach einem Streit gezielt auf eine Personengruppe zugefahren sei und dabei einen 18-Jährigen verletzt habe. Der Mann war einige Zeit nach dem Vorfall im gut vier Kilometer entfernten Longuich gefasst und wegen eines versuchten Tötungsdelikts vorübergehend festgenommen, später aber wieder freigelassen worden.

Nach Angaben von Chef-Staatsanwalt Fritzen hat sich der ursprüngliche Vorwurf im Lauf der Ermittlungen stark relativiert. Danach wollte der erheblich alkoholisierte 28-Jährige nach einem Streit  in seinem Auto wegfahren, was nicht gelang, weil mehrere Leute auf der Straße gestanden hätten. Einige Anwesende sollen dann auf den Wagen geschlagen und versucht haben, die Fahrertür zu öffnen. Als der 28-Jährige kurz darauf langsam losfuhr, sei dabei der 18-Jähriger verletzt worden. Er erlitt Prellungen an Hüfte und Schulter.

Es sei nicht auszuschließen, dass der Fahrer in Notwehr gehandelt habe, um sich einem befürchteten Angriff der Gruppe zu entziehen, sagte Fritzen. Der Beschuldigte hätte sich deshalb am Ende nur wegen Trunkenheit im Verkehr strafbar gemacht. Dafür bekam er eine Geld­strafe in Höhe von 1600 Euro aufgebrummt und den Führerschein für acht Monate entzogen.

Bei dem handfesten Streit zuvor hatte es mehrere Verletzte gegeben. Allerdings war im Nachhinein wegen der teils erheblichen Alkoholisierung von Zeugen und Beteiligten nicht mehr zu klären, wer für was verantwortlich war.

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