Spektakuläre Gewaltverbrechen: Fernsehfahndung nach Beinahe-Mörder von Osburg

Spektakuläre Gewaltverbrechen : Fernsehfahndung nach Beinahe-Mörder von Osburg

Um ein Haar wäre ein 35-Jähriger in seinem Haus erschossen worden. Auf der Suche nach dem Täter setzen die Trierer Mordermittler nicht zum ersten Mal auf „Aktenzeichen XY ungelöst“.

Gibt’s das – ein Gewaltverbrechen in der Region Trier, von dem bislang kaum jemand etwas mitbekommen hat? Am Mittwochabend nächster Woche berichtet die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ über einen missglückten Mordanschlag in der knapp 2500-Seelen-Gemeinde Osburg (Kreis Trier-Saarburg), von dem selbst der Osburger Ortsbürgermeister sagt, er habe davon noch nichts gehört. Dabei spielte sich die Tat nicht irgendwo in einer Seitenstraße ab, sondern mitten im Ort – in der Osburger Bergstraße.

Dort schoss ein Unbekannter in der Nacht zum Samstag, 12. August 2017, mit einer abgesägten Schrotflinte durch das Erdgeschossfenster eines Wohnhauses. Die aus kurzer Distanz abgefeuerten Schrotkugeln durchschlugen die heruntergelassenen Rollläden und das Fenster und drangen dann in die gegenüberliegende Wand des Zimmers ein. „Pures Glück, dass der allein in dem Haus lebende Bewohner nicht getroffen wurde“, sagt der Trierer Oberstaatsanwalt Eric Samel.

Gemeinsam mit dem Trierer Mord­ermittler Christian Kordel wird Samel während der Live-Sendung im Münchner Fernsehstudio sein und weitere Hintergründe zu dem mysteriösen Fall schildern. Warum seinerzeit nicht in einer Pressemitteilung über die nächtlichen Schüsse berichtet wurde, weiß auch Samel nicht. Man habe keine Geheimniskrämerei betrieben, „es müsste eigentlich jeder wissen“, sagte Samel unserer Zeitung.

Der schon häufiger in Aktenzeichen-Sendungen aufgetretene Trierer Staatsanwalt geht davon aus, dass es „zumindest im weitesten Sinne eine Täter-Opfer-Beziehung“ gegeben haben müsse. „Es ballert ja nicht einfach so jemand aus Spaß in ein Haus rein“, sagt Samel. Seiner Ansicht nach hat der Täter gewusst, dass sich das Opfer regelmäßig in dem Zimmer aufhält, und auch in Kauf genommen, dass er das Opfer trifft. „Hätte der Bewohner nicht auf der Wohnzimmercouch geschlafen, sondern Fernsehen geschaut, wäre er in den Kopf getroffen worden“, sagt der Trierer Oberstaatsanwalt. Der seinerzeit 35-jährige Osburger sei danach völlig verängstigt gewesen. Er hat laut Samel auch Angaben gemacht, aber einen möglichen Täter habe man noch nicht ermitteln können.

Aus diesem Grund hoffen die Trierer Fahnder jetzt nicht zum ersten Mal auf die öffentlichkeitswirksame Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ (Mittwoch, 9. Januar, 20.15 Uhr). Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, hat die Staatsanwaltschaft 5000 Euro Belohnung ausgesetzt. Hinweise nimmt die Kripo Trier unter Telefon 0651-9779-2480 entgegen. Ein Vertrauenstelefon für Zeugen, die ihre Identität nicht preisgeben wollen, hat die Rufnummer 0152-28854968.

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