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Fernsehfahndung - Wo sind die Trierer Beinahe-Goldschatzräuber?

Nach Einbruch ins Landesmuseum : Fernsehfahndung - Wo sind die Trierer Beinahe-Goldschatzräuber?

Nach dem Einbruch ins Trierer Landesmuseum setzen die Ermittler erneut auf die Fernsehfahndung. Für die Ergreifung der Täter winkt eine Belohnung von 5000 Euro.

Es ist die Nacht zum 8. Oktober vergangenen Jahres. Zwei Unbekannte klettern über ein Gerüst bis zum ersten Stock des Trierer Landesmuseums, brechen ein Fenster auf, dringen in das Gebäude ein und versuchen dann, im Münzkabinett mit zwei Vorschlaghämmern eine Vitrine zu zertrümmern, um so an den sogenannten Trierer Goldschatz zu kommen. Doch der Raub scheitert. Nach wenigen Minuten ist die Polizei vor Ort. Die maskierten Einbrecher, die von einer Infrarotkamera gefilmt werden, können unerkannt fliehen.

Die Vitrine ist schwer beschädigt, doch die insgesamt 2518 Goldmünzen sind noch an Ort und Stelle. Gefunden wurden sie 1993 von Hobbyarchäologen auf einer Baustelle am Trierer Mutterhaus.

Sei der Tat fehlt jede Spur von den Einbrechern. Trotz Zeugenhinweisen haben die Ermittler noch immer keine heiße Spur, wie Polizeisprecher Uwe Konz mitteilt. Daher gehen sie nun erneut mit dem Fall ins Fernsehen. In der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ... ungelöst am kommenden Mittwoch wird darüber berichtet. Im Münchner Studio werden dazu die zuständige Sachbearbeiterin des Fachkommissariats Bandenkriminalität beim Trierer Polizeipräsidium und ein Vertreter der Staatsanwaltschaft Trier die bisherigen Erkenntnisse zu dem versuchten Raub darlegen. Sie setzen dabei vor allem auf Zeugen, die etwas zu den Tatwerkzeugen sagen können. Die Täter ließen bei ihrer Flucht neben den beiden Vorschlaghämmern noch ein Brecheisen und zwei Schraubenzieher sowie eine Sporttasche zurück. Für den entscheidenden Hinweis auf die Täter hat der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Bereits kurz nach der Tat wurde in der SWR-Sendung Vorsicht Verbrechen über den Beinahe-Raub berichtet. Doch auch das brachte die Fahnder nicht weiter.

Sieben Wochen nach dem Einbruch kommt es in Dresden zu einem spektakulären Kunstraub. Im Grünen Gewölbe im Dresdner Residenzschloss stehlen Unbekannte drei Juwelengarnituren aus dem frühen 18. Jahrhundert mit insgesamt 94 Schmuckstücken. Noch immer ist unklar, ob zwischen dem Dresdner Raub und dem Beinahe-Raub des Trierer Goldschatzes ein Zusammenhang besteht. Bislang gebe es dafür keine Erkenntnisse, sagt Konz. Die hiesigen Ermittler stünden aber weiter im Kontakt zu den Kollegen in der sächsischen Hauptstadt.

Medien berichten, dass einer israelischen Sicherheitsfirma nach eigenen Angaben Schmuckstücke aus dem Einbruch im Dresdner Grünen Gewölbe von Unbekannten für neun Millionen Euro angeboten worden seien. Offiziell bestätigt ist das nicht. Wäre das der Fall, würde das allerdings die Vermutung bestätigen, dass hinter dem Kunstraub, wie vielleicht auch dem versuchten Diebstahl in Trier, professionelle Banden stecken.

 Experten schätzen, dass für den insgesamt 18,5 Kilogramm schweren Goldschatz, dessen reiner Warenwert rund 800 000 Euro beträgt, Sammler möglicherweise mehrere Millionen Euro zahlen würden.