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Finanzamt Trier überführt Manager der massiven Steuerhinterziehung

Finanzamt Trier überführt Manager der massiven Steuerhinterziehung

28 000 Pendler aus der Region sind als Arbeitnehmer in Luxemburg gemeldet. Doch nicht jeder geht wirklich seinem Job im Großherzogtum nach. Das Finanzamt Trier erwischte einen Manager, der in Luxemburg von niedrigen Sozialabgaben profitierte, aber in Deutschland tätig war: Er muss eine Million Euro Steuern nachzahlen.

(hw) Nach einer anonymen Anzeige ging dem Finanzamt Trier "ein dicker Fisch" ins Netz. Ein in Deutschland lebender Manager aus dem Finanzsektor war bei einem luxemburgischen Unternehmen angestellt, übte seine Beratertätigkeit aber fast ausschließlich in Deutschland aus. Damit profitierte er von den weitaus günstigeren Sozialabgaben und niedrigeren Steuern in Luxemburg. Doch die Geschichte hat einen Haken: Sie ist nicht legal. "Das gilt für gut bezahlte Manager wie für kleine Handwerker: Wer einen Teil seiner Tätigkeit tatsächlich in Deutschland ausübt, muss auch hier zu diesem Teil seine Steuern abführen", erklärt der Chef des Finanzamtes Trier, Jürgen Kentenich. Was der eine oder andere Grenzgänger vielleicht nicht weiß, war dem Manager bestens bekannt. Die Steuerfahnder fanden bei einer Durchsuchung sogar ein Gutachten, das die Steuerpflicht in Deutschland bestätigte. Danach habe er den auf Deutschland entfallenden Arbeitslohn anteilig in seiner deutschen Einkommensteuererklärung anzumelden und zu versteuern. Es lagen sogar Vergleichsberechnungen vor über die Höhe der "Ersparnis" für den Fall der teilweisen oder vollständigen Auszahlung des Gehalts in Luxemburg. Auch über die möglichen Konsequenzen bei Entdeckung durch die deutschen Steuerbehörden ließ man sich schriftlich aus. Beachtet wurde das Gutachten allerdings nicht. Er hatte sich über eine zusätzliche Vereinbarung mit seinem Arbeitgeber "abgesichert": Für den Fall, dass er erwischt werden sollte und deutsche Steuern nachgezahlt werden müssten, sollte der Arbeitgeber diese übernehmen.

Der Manager wirkte bei der Aufklärung der Tat umfassend mit und legte Unterlagen über die jeweiligen Tätigkeitsorte vor. Deshalb konnte zügig über die Höhe der für die Jahre 2004 bis 2009 nachzuzahlenden Steuern von insgesamt rund einer Million Euro Klarheit und Einigung erzielt werden. Daneben waren etwa 87 000 Euro deutsche Sozialversicherungsbeiträge fällig, die sofort gezahlt wurden.

Der Steuerbetrüger muss nun zudem mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.