Finanzdesaster Nürburgring: Neuer Prozess gegen Ex-Finanzminister Deubel

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Ende des Monats steht ein spektakulärer Prozess bevor. Der ehemalige rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel muss sich wegen Untreuevorwürfen vor Gericht verantworten. Hintergrund ist das Jahre zurückliegende Finanzdesaster beim Ausbau des Nürburgrings.

Der ehemalige rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) muss sich ab Ende Januar erneut vor Gericht verantworten. Das teilte am Mittwoch das Koblenzer Landgericht mit. Dem 69-Jährigen werden von der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Ausbau des Nürburgrings verschiedene Untreue-Delikte sowie eine falsche uneidliche Aussage zur Last gelegt.

Deubel war im April 2014 wegen Untreue in 14 Fällen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Vor vier Jahren hatte der Bundesgerichtshof das Urteil teilweise wieder aufgehoben. Deshalb wird nun in Koblenz vor einer anderen Strafkammer des Landgerichts neu verhandelt. Bislang sind nur zwei Verhandlungstermine angesetzt. Ob das reiche, sei aber noch offen, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts.

In dem ursprünglichen Mammutprozess war es um die im Jahr 2009 gescheiterte Privatfinanzierung des Ausbaus an der Rennstrecke in der Eifel gegangen. Dieser kostete rund 330 Millionen Euro. Als sich kein Investor fand, musste das Land einspringen und Deubel zurücktreten.

Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, mehrere Hunderttausend Euro veruntreut und Geld des Landes in Höhe von zwölf Millionen Euro gefährdet zu haben. Der Politiker hatte in dem im Oktober 2012 begonnenen Verfahren stets seine Unschuld beteuert.

Ingolf Deubel war von 2006 bis 2009 rheinland-pfälzischer Finanzminister.