Flugplatz Bitburg: Verantwortliche schweigen zum Ausbau

Flugplatz Bitburg: Verantwortliche schweigen zum Ausbau

Die Informationen zur Finanzierung des Millionenprojekts Bit-Airport reichen dem rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium nicht aus. Es wird daher einen neuen Gesprächstermin mit dem Projektentwickler geben. Wer Konkretes zum Ausbau des Flugplatzes wissen will, stößt derzeit auf eine Mauer des Schweigens. Ein Schweigen, das die Grünen kritisieren.

(kah) Es gibt so viele Fragen. Aber nur sehr wenige Antworten zum weiteren Geschehen auf dem Bitburger Flugplatz, den der luxemburgische Projektentwickler Frank Lamparski in den kommenden 15 Jahren zu einem Werft-, Fracht- und Passagierflughafen ausbauen möchte. Lamparski selbst hat sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Sein Sprachrohr – und auch jenes des Kreises und der Stadt Bitburg, die nach wie vor Anteilseigner der Flugplatz GmbH sind – ist Aufsichtsratsvorsitzender Michael Billen. Doch schon seit Monaten ist von ihm nur das eine zu erfahren: „Wir sind in Vertragsverhandlungen“. Doch nicht nur die Verantwortlichen vor Ort, auch die verschiedenen Ministerien, die sich früher oder später mit den Flugplatz-Plänen auseinandersetzen müssen, halten sich bedeckt.

Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken (Bündnis90/Die Grünen) hat eine ganze Batterie an Anfragen verschickt. Die Antworten sind wenig aufschlussreich. Das Bundesverkehrsministerium teilt mit, dass der Bund derzeit keinen Bedarf für einen Neubau von Flughäfen sieht. Darüber zu entscheiden sei allerdings Aufgabe des Landes. Ob es diesen Bedarf in Rheinland-Pfalz gibt, ist vom Landesverkehrsministerium nicht zu erfahren, ebenso wenig, ob es plant, das Flughafenprojekt finanziell zu unterstützen oder welche weiteren Genehmigungen für den Ausbau nötig wären. Denn in einem Gespräch, das Lamparski kürzlich mit dem Staatssekretär Alexander Schweitzer hatte, seien Fragen offengeblieben.

Laut Ministerium fehlen Angaben zur Genehmigungssituation und zum Finanzierungshintergrund – und insgesamt „prüfbare Unterlagen“. Derzeit werde auf Fachebene über das Thema diskutiert. Zudem sei ein weiterer Termin mit Lamparski geplant, heißt es auf TV-Anfrage. „Die mangelnde Transparenz ist ein Riesenproblem“, sagt Ulrike Höfken, die sich über die Informationspolitik der Verantwortlichen ärgert. „Wir müssen endlich wissen, was da läuft und worauf die Steuerzahler sich einlassen“, sagt Höfken. Vermutlich wird dieser Wunsch erst in Erfüllung gehen, wenn die Verträge so weit sind, dass sie Kreistag und Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden können. Und damit ist bis zum Sommer wohl nicht zu rechnen.

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