Fraktions-Chefs wollen beim "Bit-Airport" mitreden

Bitburg · Von Ablehnung bis Zuspruch: Von drei Fraktionen des Bitburger Stadtrats gibt es Aufwind für die Pläne von Frank Lamparski, der den Flugplatz zum „Bit-Airport“ ausbauen will. Zwei Fraktionen lehnen das Vorhaben ab, eine ist skeptisch. Einig sind sie sich darin, dass die Stadt ein Mitspracherecht behalten soll.

 Hat große Pläne für den Flugplatz Bitburg: Frank Lamparski am Mittwoch vor dem Tower. TV-Foto: Katharina Hammermann

Hat große Pläne für den Flugplatz Bitburg: Frank Lamparski am Mittwoch vor dem Tower. TV-Foto: Katharina Hammermann

(scho) Wie können sich Stadt und Kreis ein Mitspracherecht in der Flugplatz Bitburg GmbH sichern, wenn der Unternehmer Frank Lamparski wie angekündigt mehr als 50 Prozent der Anteile aufgekauft hat? Das ist die Frage, die die beiden noch verbliebenen öffentlichen Gesellschafter – die Stadt Bitburg und den Eifelkreis Bitburg-Prüm – derzeit umtreibt. Einige der Fraktionen im Kreistag Bitburg-Prüm stehen aus diesem Grund einem Verkauf der Anteile von knapp 40 Prozent, die der Eifelkreis noch hält, skeptisch bis ablehnend gegenüber (der TV berichtete).

Im Stadtrat ist das anders: Bis auf die Grünen plädieren alle Fraktions-Chefs im Bitburger Rat für den Verkauf der städtischen Anteile von rund 16 Prozent an Lamparski – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Bleiben die Stadtrats-Fraktionen bei ihrer Meinung, sind die Grünen, die nur drei von 28 Sitzen halten, überstimmt. Als Gründe für ihren Verkaufswillen führen die Fraktionen verschiedene Aspekte an: Während etwa SPD und FBL keine finanzielle Risiken eines drohenden „Abenteuer Airports“ mittragen wollen, steht die FDP auf dem Standpunkt „je weniger Staat, desto besser“. Die CDU wiederum begrüßt grundsätzlich die private Entwicklung des flugbetrieblichen Areals und erinnert daran, dass es ja von Beginn an ja Ziel der Flugplatz GmbH gewesen sei, Privatinvestoren mit an Bord zu bringen.
Hintergrund der Debatte im Stadtrat ist: Der Luxemburger Unternehmer Lamparski hat angekündigt, den Flugplatz mit Hilfe von Privatinvestoren zu einem Werft-, Fracht- und Industrieflughafen auszubauen. Den Finanzrahmen bezifferte er mit 400 Millionen Euro – es könne aber auch mehr werden. Öffentliches Geld will er keines.

Einig sind sich die Stadtrats-Fraktionen angesichts dieses Großprojekts darin, dass sich Stadt und Kreis auf jeden Fall ein Mitspracherecht bei der weiteren Entwicklung des Flugplatzes sichern müssen. Deshalb fordern die Fraktions-Chefs, dass bei der Ausformulierung der Verträge zwischen GmbH und dem Projektentwickler Lamparski besondere Sorgfalt und Akribie gefordert ist.

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