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Fuchs, du hast die Schuh' gestohlen

Fuchs, du hast die Schuh' gestohlen

Das Rätsel um verschwundene Schuhe in Föhren (Kreis Trier-Saarburg) ist gelüftet: Offenbar hat ein Fuchs sie verschleppt und in seinem Bau im Meulenwald versteckt. 86 Schuhe wurden bis jetzt aus den Erdlöchern geangelt; am Mittwoch können die Geschädigten das Diebesgut in Augenschein nehmen.

Wer klaut in "Reischel" Schuhe? Diese Frage stellte man sich in dem Wohngebiet im Föhrener Unterdorf seit Monaten. Immer wieder waren morgens auf mysteriöse Weise Schuhe verschwunden, die auf Terrassen oder vor Haustüren abgestellt waren. Je mehr sich die Fälle von Schuhdiebstahl häuften, desto intensiver spekulierten die Reischel-Bewohner über mögliche Verdächtige: Durchreisende? Nachbarskinder? Hunde? Katzen? Vögel?

Das Geheimnis um das "Bermuda-Dreieck der Schuhe" wurde durch Zufall vor einigen Tagen gelüftet: Rolf Willerscheidt, Revierleiter des Reichsgrafen Rudolf von Kesselstatt, entdeckte bei Baumfällarbeiten einen Fuchsbau mit einigen Schuhen davor - am Waldrand, nur einen Steinwurf von Reischel-Häusern entfernt. Und er traute seinen Augen kaum, als er in den verzweigten Erdgängen weiter forschte: Mit einem Stock beförderten er und seine Kinder Mathis und Mia bisher 86 Schuhe ans Tageslicht - weitere werden noch im Untergrund vermutet.

"Von nagelneuen Laufschuhen über Wanderschuhe, Schlappen und Gummistiefel bis hin zum Sicherheitsschuh mit Stahlkappe ist alles dabei", sagt Willerscheidt. Er hält es für sehr wahrscheinlich, dass ein Fuchs die Schuhe verschleppt hat. Spuren ließen darauf schließen, dass der Bau bewohnt sei. Im Nachbarort Naurath (Eifel) sei im vergangenen Jahr ein Fuchs mit "Schlappe im Maul" beobachtet worden. "Vielleicht handelt es sich um dieses Tier", mutmaßt der Förster. Allerdings seien Füchse nicht für Diebstähle dieser Art bekannt. Für das Wochenende hat sich bei Willerscheidt eine renommierte Jagdzeitschrift angesagt, um über den schuhverliebten Meister Reineke zu berichten.

Geschädigte können sich übrigens am Mittwoch, 10. Juni, davon überzeugen, ob ihre Treter aufgetaucht sind. Von 17 bis 18 Uhr steht das Diebesgut beim "Dicken Herrgott" am Schloss zur Abholung bereit.