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Führerschein-Fälscherbande aufgeflogen

Führerschein-Fälscherbande aufgeflogen

Weil sie mit gefälschten Führerscheinen gehandelt haben sollen, wird demnächst fünf Männern in Trier der Prozess gemacht. Der Schwindel flog bei einer Polizeikontrolle auf: Ein 20-Jähriger, der nie einen echten Führerschein besessen hat, fuhr mit einem Lastwagen durch die Gegend.

(sey) Mehreren Zehntausend Autofahrern wird in Deutschland alljährlich der Führerschein abgenommen - die meisten sind gerast oder haben zu tief ins Glas geschaut. Wer der Polizei mehrmals aufgefallen ist, für den wird's immer schwieriger, den "Lappen" noch einmal zurückzubekommen. Die richtige Zielgruppe für eine fünfköpfige Bande aus Trier und Umgebung, die den Fahndern nach TV-Informationen bereits Ende Februar ins Netz gegangen ist. Die fünf Männer zwischen 26 und 58 Jahren sollen mindestens ein Jahr lang gefälschte bulgarische Führerscheine verkauft haben - zu Preisen zwischen 1500 Euro (PKW-Führerschein) und 2500 Euro (LKW).
Die Polizei war dem Quintett bei der Kontrolle eines Lastwagens auf die Schliche gekommen. Der Fahrer, ein 20-jähriger Trierer, hatte einen bulgarischen Führerschein vorgezeigt. Der Führerschein war gefälscht, der junge Mann hatte nie eine Fahrprüfung abgelegt.
Ähnliches galt nach den Ermittlungen der Fahnder auch für andere Kunden der mutmaßlichen Führerschein-Bande: Die einen waren schon mehrfach durch die medizinisch-psychologische Untersuchung ("Idioten-Test") gefallen, andere hatten ihren Führerschein wegen Trunkenheit oder zu schnellen Fahrens gerade abgeben müssen. Vier der fünf teils mehrfach vorbestraften Angeklagten sitzen nach Informationen unserer Zeitung in Untersuchungshaft. Ihnen dürfte Ende August der Prozess gemacht werden. "Es könnte ein langwieriges Verfahren werden", meint der Trierer Rechtsanwalt Otmar Schaffarczyk, der einen der Angeklagten verteidigt.
Auch gegen die Käufer der falschen Führerscheine, darunter mehrere Mitglieder einer Eifeler Jagd-Clique, wird ermittelt - wegen Fahrens ohne Fahr-Erlaubnis.