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Für offene Schulen: Schüler schreiben Brief an Bildungsministerin

Bildung : Schüler schreiben Brief an Bildungsministerin: Lassen Sie die Schulen so lange wie möglich offen

Wie geht es nach den Osterferien an den Schulen weiter? Das Land hat angekündigt, dass die Schüler weiter wechselweise in die Schule kommen sollen. Schüler haben nun einen Brief an die Bildungsministerin geschrieben und klare Forderungen aufgestellt.

Für die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) ist klar: „Wir setzen den Wechselunterricht in geteilten Klassen nach den Osterferien fort. Dort, wo die Inzidenz 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschreitet, berät das Gesundheitsamt mit den Verantwortlichen vor Ort und der Schulaufsicht, ob weiter Wechselunterricht stattfinden kann oder auf Fernunterricht umgestellt werden muss“, kündigte sie in der Woche vor Ostern an. An Karfreitag lag in 17 rheinland-pfälzischen Städten und Landkreisen die Inzidenz über 100, darunter auch die Kreise Vulkaneifel und Bitburg-Prüm. Daher stellt sich für viele Eltern und Schüler die Frage, wie es am Mittwoch nach Ostern, wenn der Unterricht wieder beginnt, weiter gehen soll. Wechselunterricht oder wieder Fernunterricht für alle? Baden-Württemberg hat angekündigt, nach den Osterferien, die dort erst am 12. April enden, vorerst wieder in den Distanzunterricht zu wechseln. Im Saarland sollen die Schüler hingegen wechselweise in Präsenz unterrichtet werden.

Schülervertreter aus Rheinland-Pfalz fordern, dass es den Schulen überlassen bleiben soll, für welches Unterrichtmodell sie sich entscheiden. In einem offenen Brief an die Bildungsministerin schreiben sie, dass Fernunterricht soweit wie möglich vermieden werden sollte. Aufgrund aktueller Virusmutationen, „die Kinder und Jugendliche stärker als zuvor betreffen“, sollte dieser aber „nicht um jeden Preis verhindert werden“, heißt es in dem Brief, der von mehreren Schülervertretungen, darunter welche aus Bitburg, Hermeskeil und Trier, unterzeichnet wurde. Die mehr als 60 SchülerInnen- und Jugendvertretungen repräsentieren nach eigenen Angaben rund 40 000 Jugendliche im Land.

,„Der Einsatz von Fern-, Wechsel- und Präsenzunterricht sollte sich so stets nach dem jeweiligen örtlichen Infektionsgeschehen richten“, so die Jugendlichen. Die Schüler fordern aber klare Regeln. Es müsse jedoch von Anfang an Klarheit bestehen, ab welchem Inzidenzwert welche Unterrichtsform eingesetzt werde. „Sollte ein Wechsel von einem in ein anderes Modell notwendig sein, sollte es schulintern die Möglichkeit geben, von Jahrgang zu Jahrgang zu differenzieren, um Jüngere in besonderem Maße, physisch wie psychisch, zu schützen“.

Die Schüler unterstützen die vom Land angedachte Teststrategie. Demnach sollen Schüler und Lehrer zwei Mal die Woche in der Schule getestet werden. Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, sich jederzeit in einem Testzentrum des Landes testen zu lassen, sagte Hubig.

Die Schüler sprechen sich dafür aus, nach Einführung der Tests in den Schulen, diese zu Hause durchzuführen. „Dadurch würde erneut das Risiko einer weiteren Infektionsverbreitung gesenkt und zudem die gerade jetzt wertvolle Unterrichtszeit gespart“, heißt es in dem Brief. In einigen Bundesländern wird über eine Testpflicht diskutiert. Das würde bedeuten: Ohne negativen Test, darf ein Schüler nicht in die Schule kommen.

Unterdessen fordern die Eltern mehr Sicherheit für Lehrer und Schüler. Der Landeselternbeirat hat eine bundesweite Petition gestartet. Darin fordert er von der Bundesregierung mehr Geld für die Landesregierungen „um die Beschulung in der Sars-Cov-2-Pandemie unter Gesichtspunkten des Gesundheitsschutzes durchführen zu können“. Unter anderem verlangt die Elternvertretung, die Klassenstärke generell zu verringern, damit der Abstand während des Unterrichts besser eingehalten werden kann. Auch sollen in allen Klassenräumen Raumluftfilter installiert werden und es sollen mehr Busse eingesetzt werden, um den Schülertransport zu entzerren.