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Fußball: Eintracht Trier neuer Tabellenführer – 2:0 gegen Wiedenbrück

Fußball: Eintracht Trier neuer Tabellenführer – 2:0 gegen Wiedenbrück

„Spitzenreiter, Spitzenreiter“ skandierten die Fans im Moselstadion. Mit einem 2:0-Arbeitssieg gegen den SC Wiedenbrück hat Eintracht Trier am Samstag die Tabellenspitze in der Regionalliga West übernommen. Matchwinner war einmal mehr Alban Meha – der Mittelfeldspieler traf zwei Mal per Freistoß.

(bl) Eintracht-Trainer Roland Seitz bleibt seiner Linie treu. Er hält den Ball flach, auch in der Stunde des Erfolgs. Trier ist seit Samstagnachmittag Tabellenführer in der Regionalliga. Kein Grund für den Coach, abzuheben. „Wir haben 14 Punkte Vorsprung auf Tabellenplatz 16, den ersten Abstiegsplatz. Das ist viel und gut so. So sollte man das sehen. Es ist zu früh, um mit Träumereien zu beginnen. Sollten wir weiter konstant punkten und im Winter eine sehr vernünftige Punktezahl auf dem Konto haben, können wir uns vielleicht über andere Ziele unterhalten. Vielleicht“, sagte der 46-Jährige nach dem mühsamen 2:0-Sieg gegen Aufsteiger SC Wiedenbrück.

Einen Wunsch hatte Seitz tags zuvor im Abschlusstraining seinen Spielern mit auf den Weg gegeben. „Es wird mal wieder Zeit für ein Standard-Tor.“ Gesagt, getan. Alban Meha – wer sonst – trat in der 27. Minute aus rund 25 Metern Torentfernung an. In seiner unnachahmlichen Art zirkelte er den Ball links oben ins Eck. Mehas siebtes Saisontor im elften Spiel. Der Freistoß – einfach nur klasse getreten. Hinzu kam ein Verwirrungsmanöver der Eintracht, die vor der Wiedenbrücker Mauer mit Olivier Mvondo, Nico Patschinski und Thomas Kraus eine zweite Mauer postiert hatte. „Das machen wir, um dem gegnerischen Torwart zusätzlich Sicht zu nehmen“, sagte Meha, der sich nach dem Schlusspfiff als „Fußball-Gott“ von seinen Teamkollegen und den Fans auf der Gegengerade feiern lassen durfte.

Bezeichnend war, dass Triers Führung aus einer Standardsituation resultierte. Aus dem Spiel heraus lief nicht arg viel zusammen. Die Eintracht leistete sich einige Ungenauigkeiten im Passspiel, über die Außenpositionen gab es kein Durchkommen. Die Gäste, als Drittletzter nach Trier gereist, machten ihre Ankündigung wahr und igelten sich keineswegs ein. Über mehrere Stationen suchten sie immer wieder den Weg nach vorne, vor allem Soner Dayangan auf der linken Seite trat zumindest in der Anfangsphase in den Vordergrund. Nach einer Flanke des 31-Jährigen kam Wiedenbrück zur ersten Chance des Spiels – die einzige Spitze Marcel Stiepermann köpfte am Pfosten vorbei (18.). Insgesamt blieb der Aufsteiger aber doch sehr harmlos. Probleme hatte Wiedenbrück vor allem, wenn das Tempo hoch wurde.

In der Eintracht-Mannschaft blieben wie erwartet personelle Veränderungen aus. Keine Überraschung war, dass Seitz in der Torwart-Frage pro André Poggenborg votierte. Der 27-Jährige, zu Saisonbeginn als neue Nummer eins gekommen, blieb auch nach Ablauf der Rot-Sperre von Konkurrent Andreas Lengsfeld im Tor. Auch unter den Feldspielern gab es keine Rotation – so lief die Elf auf, die auch vergangene Woche im Spiel beim VfL Bochum II begonnen hatte.

Tolgay Asma musste in einen sehr sauren Apfel beißen – der Mittelfeldspieler fiel ganz aus dem Kader. Aber nicht aus sportlichen Gründen. Um genügend U-23-Akteure auf dem Spielberichtsbogen zu haben, musste er für Erik Michels auf der Bank das Feld räumen. „Das ist natürlich bitter für Tolgay, aber ich habe es ihm erklärt“, sagte Seitz.

Großen Unmut zog Schiedsrichter Felix Schmitz auf sich, der mit Ablauf der 45. Minute einen Trierer Freistoß in guter Position nicht mehr ausführen ließ, sondern beide Teams in die Kabine bat. Zur zweiten Halbzeit wechselte Seitz: Lukas Mössner ersetzte Nico Patschinski im Sturm. Nach 56 Minuten kam Thomas Kempny für Olivier Mvondo, der erneut unter seinen Möglichkeiten blieb.

Trier drängte nicht auf ein zweites Tor, es war weiterhin Sand im Getriebe. Und dennoch hätte es nach 63 Minuten eigentlich 2:0 stehen müssen. Thomas Kraus schickte Kempny, der klug auf den frei stehenden Mössner querlegte. Dessen Schuss jedoch kullerte am Pfosten vorbei – der Österreicher selbst konnte es nicht fassen, diese Gelegenheit versiebt zu haben.

Also musste wieder Meha ran. Mit einem Freistoß, diesmal aus 22 Metern. Erneut gab’s nichts zu halten für Gäste-Torwart Sebastian Lange. Das 2:0 vier Minuten vor Schluss bedeutete die Entscheidung. Seitz: „Es war ein schweres Spiel. Wir waren nicht so frisch. Wiedenbrück machte die Räume eng, damit haben wir uns schwer getan.“

Statistik:
Eintracht Trier: Poggenborg – Cozza, Cinar, Hollmann, Drescher – Mvondo (56. Kempny), Kohler, Saccone (77. Bachl-Staudinger), Meha – Patschinski (46. Mössner), Kraus
SC Wiedenbrück: Lange – Hofbüker, Degelmann, Kollmeier, Rogowski – Güraslan (23. Jansen), Kickermann (70. Arslan), Kniat, Dayangan (75. Erkaya) – Mainka - Stiepermann
Tore: 1:0 Meha (27.), 2:0 Meha (86.)
Schiedsrichter: Felix Schmitz (Xanten)
Zuschauer: 2218
Gelb-Rote Karte: Hofbüker (88.)