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Fußball: Eintracht Trier taumelt in Richtung Oberliga

Fußball: Eintracht Trier taumelt in Richtung Oberliga

War’s das endgültig? Fußball-Regionalligist Eintracht Trier dürfte nach der 0:2-Niederlage am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach II den Abstieg kaum noch abwenden können.

(bl) Abschiedsstimmung. Abstiegsstimmung. Totenstille. Eintracht Trier taumelt nach der 0:2-Heimniederlage am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach II der Oberliga entgegen. Nach den deprimierenden 90 Minuten verharrte der harte Kern der Fans fassungslos im Stadion. Es herrschte Gesprächsbedarf. Ein paar Spieler (etwa Sahr Senesie, Thomas Kempny, Josef Cinar oder Andy Rakic) stellten sich den Anhängern, die zuvor „Absteiger, Absteiger“ skandiert haben.

„Die Niederlage ist sehr bitter. Es fällt schwer, die richtigen Worte zu finden. Wir hatten Torchancen, aber wir haben sie mal wieder nicht genutzt. Jetzt müssen wir die Tabelle studieren und schauen, ob wir noch eine Chance haben oder ob wir sofort mit dem Neuaufbau beginnen können. So viel steht fest: Ein Roland Seitz wird sich nie aufgeben“, sagte Eintracht-Trainer Roland Seitz nach Spielschluss.

In der Tabelle ist die Eintracht nach dem neuerlichen Sieg von Wormatia Worms (2:1 gegen VfL Bochum II) nun auf den letzten Platz abgerutscht. Was für ein rapider Absturz einer Mannschaft, die im Herbst des vergangenen Jahres noch oben mitspielte und im DFB-Pokal bis in Achtelfinale vorgestoßen war.

Den ersten Tiefschlag im Spiel am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach gab’s in der 29. Minute. Nachdem Sahr Senesie zuvor auf Trierer Seite drei Chancen mehr schlecht als recht vergab, genügte den Gästen ein schneller Angriff, eine präzise Flanke von Benjamin Baltes und ein platzierter Kopfball des alleine gelassenen Fabian Bäcker zur Führung.

Trier spielte altbacken. Mit vielen langen Bällen, die eine sichere Beute der Gladbacher Innenverteidigung wurden. Über die Außenpositionen kam besonders in der ersten Halbzeit so gut wie nichts. Vor allem Gustav Schulz blieb uneffektiv.

Das Fehlen von Andreas Anicic machte sich negativ bemerkbar. Er lief nicht wie geplant im linken Mittelfeld als Ersatz für Martin Wagner (Gelbsperre) auf. Nach einem im Rheinlandpokal-Halbfinale bei der SG Zell erlittenen Bluterguss im linken Knie musste er kurzfristig passen – ein Belastungstest am Freitagvormittag fiel negativ aus. Andy Rakic rückte gegen Gladbach auf der linken Seite nach vorne, Fabio Fuhs spielte links in der Abwehr.

Am gefährlichsten für die kleinen Fohlen wurde es in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als Torwart Frederic Löhe einen Dropkick von Gilles Bettmer gerade noch so zur Ecke lenkte.

Zittern musste die Borussia aber nicht. Im Gegenteil. In der 63. Minute der zweite Tiefschlag für die Eintracht. In einer Eins-zu-eins-Situation blieb Bäcker Sieger gegen Kevin Lacroix. Dessen Schuss landete im kurzen Eck. Was für ein einfaches Tor! Manche Eintracht-Fans sangen sich schon mal für die Oberliga ein. Ansonsten: Betretene Mienen unter den 2580 Zuschauern. Seitz brachte mit Tim Eckstein und Yannick Salem zwei weitere Stürmer. Es brachte nichts. Zumal sich Max Bachl-Staudinger wegen zweier Fouls Gelb-Rot einhandelte (80.).

Die Eintracht – einfach zu beschränkt in ihren Mitteln. So ist der Klassenverbleib reine Utopie.

Statistik:
Eintracht Trier: Kronholm – Fernandes, Cinar, Lacroix, Fuhs (69. Eckstein) – Schulz (76. Salem), Bettmer (46. Kempny), Bachl-Staudinger, Rakic – Risser, Senesie
Mönchengladbach II: Löhe – Bastürk, Callsen-Bracker, Dams (76. Vogel), Heubach – Baltes (76. Schlösser), Neustädter, Korb, Engin – Bäcker (83. von der Weth), Podszus
Tor: 0:1 Bäcker (29.), 0:2 Bäcker (63.)
Schiedsrichter: Ingo Müller
Zuschauer: 2580
Gelb-Rote Karte: Bachl-Staudinger (80.)

Polizei meldet keine besonderen Vorkommnisse(red) „Keine besonderen Vorkommnisse“, meldet die Polizei. Vor Spielbeginn seien fünf junge Männer vor dem Moselstadion erkannt werden, denen ein Stadionverbot auferlegt worden war. Sie zogen nach kurzer Ansprache durch die Polizei freiwillig weiter. Unmittelbar nach Abpfiff der Partie sei nach Angaben der Polizei kurzzeitig Hektik aufgekommen , als die Spieler den Platz verließen. Aufgebrachte SVE-Anhänger brachten ihren Unmut über das Spiel deutlich zum Ausdruck. Mobilen Einsatzkräften der Polizei gelang es aber, durch aufmerksames und besonnenes Auftreten die Situation rasch zu entspannen.

Obwohl schon im Vorfeld der Begegnung klar war, dass nur wenige Fans aus Mönchengladbach die Reise nach Trier antreten, würden und Probleme zwischen den Anhängern beider Traditionsvereine nicht zu erwarten waren, hatte die Polizei die Sicherheitsstufe für die Partie angehoben. Anlass hierfür waren der aus Sicht der Eintracht-Fans unbefriedigende Tabellenplatz ihres Teams sowie die daraus resultierenden unschönen Szenen nach dem Spiel gegen Leverkusen Ende März, als aufgebrachte Club-Anhänger versuchten, das Spielfeld sowie die Kabine des SVE zu stürmen.