Fußball: Trier verliert bei Seitz-Premiere 0:1 in Lotte

Fußball: Trier verliert bei Seitz-Premiere 0:1 in Lotte

Die Negativserie will einfach kein Ende nehmen. Auch im ersten Spiel mit Neu-Trainer Roland Seitz kassierte Fußball-Regionalligist Eintracht Trier eine Niederlage. Am Samstagnachmittag verlor die Mannschaft etwas unglücklich mit 0:1 beim Tabellenzweiten Sportfreunde Lotte. Trier ist damit seit 14 Spielen ohne Sieg. Bei noch fünf ausstehenden Partien beträgt der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz weiterhin vier Punkte.

(bl) Die Eintracht geriet in Lotte einmal mehr durch einen bösen Abwehrschnitzer auf die Verliererstraße. Bei einem Freistoß von Benjamin Wingerter von der linken Seite war der Ball lange unterwegs. Dennoch kam Lottes Mittelstürmer Marcus Fischer im Strafraumzentrum ziemlich alleine gelassen zum Kopfball. Mit seinem zehnten Saisontor markierte er die Führung für die Gastgeber (42.). Zuvor hatte der Angreifer bei einer scharfen Hereingabe von Timo Kunert den Ball nur um Millimeter verpasst (26.).

In Triers Abwehr stimmte beim Gegentreffer die Abstimmung nicht, zudem kam Torwart Kenneth Kronholm nicht entschieden raus. Der Schlussmann kehrte wieder als Nummer eins ins Eintracht-Tor zurück. In der Winterpause hatte er seinen Status als Stammkraft eingebüßt, zuletzt war er in der Torwart-Hierarchie nur noch die Nummer drei. Nach seiner Rückkehr von einem zweiwöchigen Probetraining beim amerikanischen Major-League-Soccer-Club Seattle Sounders hatte der 24-Jährige lediglich am Donnerstag einmal wieder mit dem Team trainiert. „Bei dem Gegentreffer ist er mitbeteiligt, ansonsten hat er aber ein gutes Spiel gemacht. Wenn nichts dazwischen kommt, bleibt er meine Nummer eins bis Saisonende“, sagte Triers neuer Trainer Roland Seitz.

Der 45-Jährige nahm weitere personelle Änderungen vor, die auch in mehreren Ausfällen geschuldet waren (Senesie, Fernandes und Salem fehlten gesperrt, Kühne saß mit Sprunggelenkproblemen nur auf der Bank). Andy Rakic spielte nach abgesessener Rotsperre wieder als Linksverteidiger, Kevin Lacroix gab in der Innenverteidigung an der Seite von Kapitän Josef Cinar wieder sein Startelf-Comeback. Zuletzt war der Franzose nur Ersatz, von Beginn an ran durfte er zuvor letztmals am 23. Februar (2:2 gegen Saarbrücken). Das Sturmduo in einer 4-4-2-Grundordnung bildeten Wilko Risser und Tim Eckstein, Gustav Schulz nahm wieder den Part im rechten Mittelfeld ein.

Die Eintracht versteckte sich beim Tabellenzweiten keineswegs. Bissig in den Zweikämpfen ging sie zu Werke. Schon in der Hälfte der Gastgeber wurde versucht, den Gegner zu stellen.

Vor allem über die linke Seite trug Trier seine Angriffe vor (Rakic, Wagner). Gefährlich wurde es in der ersten Halbzeit ausschließlich bei Kopfbällen von Wilko Risser (9., 10., 44.).

Seitz verfolgte die Partie an der Seitenlinie im Trainingsanzug und in Sportschuhen. Zur zweiten Halbzeit brachte er mit Andreas Anicic eine weitere Offensivkraft. Er ging ins rechte Mittelfeld, Schulz gab fortan den zweiten Stürmer. Zudem brachte er Thomas Kempny. In der Kabine blieben Eckstein und Michael Dingels. Seitz besetzte somit die rechte Seite komplett neu, über die im ersten Durchgang wenig lief.

Bei drei guten Gelegenheiten zwischen der 54. und 56. Minute vergab Trier fahrlässig den Ausgleich. Bei einem Freistoß von Anicic aus 18 Metern musste sich Lottes Torwart Andre Poggenburg mächtig strecken, um den Ball zur Ecke zu klären. Wilko Risser schaffte es zudem nicht, den Schlussmann mit einem Heber im Strafraum zu bezwingen. Ein Kopfball von Schulz nach einer Flanke von Gilles Bettmer landete in den Armen von Poggenburg.

In der Schlussphase setzte Trier auf viele hohe Bälle – ohne Erfolg. Seitz: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Ein sehr gutes wäre es gewesen, wenn wir ein Tor erzielt hätten. Unterm Strich sind wir der Überzeugung, dass wir es noch schaffen. Wenn wir so auftreten wie heute, stoßen wir gegen Borussia Mönchengladbach II am nächsten Freitag den Bock um.“

Statistik

Sportfreunde Lotte: Poggenborg – Brinker, Czyszczon, Willers, Santos – Kunert, Gersch, Wingerter, Arend (75. Pagano) – Dondorf (67. Schneider) - Fischer (83. Thamm)

Eintracht Trier: Kronholm – Dingels (46. Kempny), Cinar, Lacroix, Rakic – Schulz, Bachl-Staudinger (81. Fuhs), Bettmer, Wagner – Eckstein (46. Anicic), Risser

Tor: 1:0 Fischer (42.)

Schiedsrichter: Dirk Wijnen

Zuschauer: 824

Mehr von Volksfreund