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Trier: Galeria baut Filialen deutlich um - Was Kunden bald erwartet

Innenstadt : Galeria will Filialen deutlich umbauen: Was das für Kunden in Trier bedeuten kann

Schon bald soll es nur noch den Markennamen Galeria geben. Doch das ist nicht die größte Nachricht aus dem Hause Karstadt Galeria Kaufhof. Auch die Filialen sollen sich verändern - denn es gibt nicht mehr überall das gleiche Angebot.

Für die Trierer Innenstadt war es ein einschneidendes Ereignis, als der Karstadt in der Simeonstraße seine Türen schloss. Seit Oktober 2020 steht das Gebäude leer. Nach der Fusion von Karstadt und Galeria Kaufhof im Unternehmen Galeria Karstadt Kaufhof hatte sich in Trier die gleiche Situation ergeben, die in vielen deutschen Innenstädten historisch gewachsen war. Karstadt und Galeria Kaufhof existierten Tür an Tür. Doch die Häuser waren nun nicht mehr Konkurrenz, sondern Filialen desselben Unternehmens, die sich vor allem noch durch die Farbe ihres Logos unterschieden.

Knapp 90 Mitarbeiter verloren durch die Karstadt-Schließung in Trier ihre Beschäftigung. Welche Pläne es für die Galeria-Standorte in der Stadt gibt, konnte lange Zeit nur spekuliert werden. Die Aussicht, dass der Elektromarkt Saturn als Untermieter aus dem Galeria-Haus in der Simeonstraße verschwinden könnte, sorgte zuletzt für Aufsehen. Mit neuen Äußerungen aus der Galeria-Zentrale gibt es jetzt jedoch Anhaltspunkte dafür, welchen Stellenwert die Stadt Trier in der Zukunft für die Kaufhauskette einnehmen dürfte.

Galeria plant Neuausrichtung der Filialen mit regionalen Unterschieden

Unlängst verkündete der Konzern seine Pläne für eine Neuausrichtung der Filialen. Die Zukunft führt weg vom Anspruch des Vollsortimenters und hin zu flexibleren Konzepten, die sich am Standort orientieren. Die Unterschiede zwischen den Warenhäusern, die künftig nur noch den Namen Galeria tragen und ein neues Logo erhalten, dürften wesentlich ausgeprägter werden, als man es bisher von den großen Warenhäusern in Deutschland kannte.

Künftig will Galeria die Häuser nämlich in drei unterschiedliche Kategorien einteilen: Weltstadthaus, regionaler Magnet und lokales Forum sind die dafür gewählten Bezeichnungen. Was genau sich hinter diesem Begriffen verbirgt, bleibt zunächst noch unklar. Sicher ist aber, dass der Service eines lokalen Forums in seinem Umfang nicht an den Service in einer Weltstadt heranreichen wird. Genaueres können sich die Kunden bald persönlich ansehen. Das Konzept soll in drei Pilotfilialen umgesetzt werden. Die dafür ausgewählten Städte lassen Rückschlüsse darauf zu, was die Kunden in Trier erwarten könnte.

Eine der Pilotfilialen wird in Frankfurt am Main entstehen. Es ist eindeutig, dass dieser Standort nur für die Kategorie Weltstadthaus gedacht sein kann. Weiter geht es mit Häusern in der Großstadt Kassel (200.000 Einwohner) und der Mittelstadt Kleve (50.000 Einwohner). Es liegt der Schluss nahe, dass hier die Musterbeispiele für die Kategorien regionaler Magnet und lokales Forum entstehen.

Wie passt Trier in das neue Konzept der Galeria-Filialen?

Rein anhand der Einwohnerzahlen bewertet, wären für Trier beide unteren Kategorien plausibel. Ein Blick auf die Landkarte lässt jedoch darauf hoffen, dass hier eher eine Nummer größer gedacht wird und ein regionaler Magnet geplant ist.

Die Dimensionen einer Filiale, die für eine Stadt wie Kleve sinnvoll ist, wird auch durch das Umland bestimmt. Kleve liegt auf deutscher Seite zwar als größere Stadt in einem weitgehend ländlichen Raum. Wer einen Schritt über die Grenze denkt, findet jedoch sofort die deutlich größere Stadt Nijmegen und etwas weiter entfernt auch noch Arnhem. Eine genauso zentrale Bedeutung für die Region, wie man sie bei Trier unterstellen kann, lässt sich für Kleve also nicht so leicht finden.

Kann Trier ein „regionaler Magnet“ sein?

Viel eher ist Triers Bedeutung vergleichbar mit der Rolle, die Kassel als klares regionales Zentrum von Nordhessen spielt. Demnach könnte das Galeria-Konzept die Stadt Trier in der mittleren Kategorie einsortieren. „Bei regionalen Magneten wie beispielsweise Kassel geht es darum, das Angebot mit Services, Waren und Erlebnis anzureichern, die genau dort nachgefragt werden“, schreibt Konzernchef Miguel Müllenbach dazu in einem Mitarbeiterbrief, mit dem die Pläne öffentlich bestätigt wurden. In den nächsten drei bis vier Jahren soll der Umbau der Filialen rund 600 Millionen Euro kosten.

Eine klare Aussage dazu, was das alles für einen einzelnen Standort bedeutet, ergibt sich daraus noch nicht. „Wir wollen das vernetzte Herz der Innenstadt werden - und zwar mit Konzepten, die ganz genau auf den lokalen Standort abgestimmt sind“, erklärt Müllenbach sehr allgemein.

Die nebulösen Aussagen aus dem Konzern erklären sich wohl durch den Zeitplan der ersten Modernisierungen. Die Pilotfilialen öffnen erst am 27. Oktober 2021 ihre Türen. Anschließend sollen schrittweise Warenhäuser in ganz Deutschland umgebaut werden. Die Kunden müssen sich also überraschen lassen, ob sich in absehbarer Zeit spürbar etwas ändert. Ab Ende Oktober dürfte aber zumindest deutlicher werden, wie die Ankündigungen aus dem Hause Galeria zu verstehen sind.