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Gastronomie: Wie sich die Klostermühle in Ockfen an der Saar entwickelt hat

Heimat und Genuss : Gastronomie: Wie sich die Klostermühle in Ockfen an der Saar entwickelt hat

Die Klostermühle in Ockfen an der Saar ist Frauensache. Mutter und Tochter leiten das Weinhotel mit Restaurant. Mit viel Erfolg. Nun haben sie sich der kleinen, aber feinen Kooperation „Landidyll“ angeschlossen.

Während viele Gastronomen verständlicherweise über schwierige Zeiten klagen, herrscht im Weinhotel Restaurant Klostermühle in Ockfen eine heitere Gelassenheit. Wer das Haus und die Inhaberfamilie schon länger kennt, den wundert das nicht.

Das Anwesen, direkt am Ockfener Bach und nur 200 Meter vom Saar­ufer entfernt gelegen, hat nämlich eine fast 150-jährige Mühlen-, Wein- und Gastronomiegeschichte hinter sich und viele Krisen und bedrohliche Situationen erlebt. Dennoch hat sich das Unternehmen immer weiterentwickelt und ist stetig gewachsen. Seit Mitte der 1980er Jahre besteht die Klostermühle nun in der aktuellen Konstellation mit Hotel, Restaurant und Weinbaubetrieb.

Schon 100 Jahre vorher hatten die Vorfahren das Mühlenanwesen, – das schon seit dem 17. Jahrhundert am Ockfener Bach bestanden hatte – übernommen.

Die weitverzweigte Familie hat sich den Entwicklungen der Zeit angepasst, die Mühle wurde 1960 aufgegeben und die anderen Geschäftsfelder entwickelten sich prächtig. Dabei waren Frauen immer die treibende Kraft, hatten besondere Ideen und den nötigen Innovationsdrang. Auch heute wird die Klostermühle von Maria Mangrich und ihrer 1979 geborenen Tochter, Marion Mangrich, weiblich geführt.

 Idyllisch gelegen: Die Klostermühle in Ockfen. Foto: Verona Kerl
Idyllisch gelegen: Die Klostermühle in Ockfen. Foto: Verona Kerl Foto: TV/Verona Kerl

Marias Bruder, Otto Minn, leitet das Weingut und versorgt die Gäste des Hauses und externe Kunden mit saartypischen Tropfen. Viele Stammgäste aus bis zu 300 Kilometern Umkreis kommen auch deswegen und natürlich wegen der anerkannt guten Küche, um die sich Küchenchef Max Heidrich und sein Sous-Chef Lukas Rommelfanger kümmern.

Gebratene Forelle „Müllerin“ war und ist der „Signature-Dish“, das Aushängeschild der Küche. Früher aus dem eigenen Teich, heute vom renommierten Forellengut Rosengarten in Trassem. Gut bürgerlich im besten Sinne ist das Angebot, Kalbsschnitzel, Steak, Wildbret und Poularde zieren die Karte, alles hand- und hausgemacht, in anständiger Portionierung zu zivilen Preisen. Und natürlich regional, auch im angrenzenden Luxemburg produziert, oder in der Schodener Jagd erlegt. Das ist nachhaltig, frisch und saisonal. Ein Trend, dem sich kein gutes Haus mehr verschließen kann.

Wann immer es geht, servieren die Mangrichs auf der Terrasse am Bach im Grünen und unter der schattigen Pergola – umsichtig leitet der junge Luca Kugel die Servicebrigade. 20 feste Mitarbeiter und rund 20 Aushilfen kümmern sich im ganzen Haus, das ist schon eine größere Dimension für die Gegend. Auch einige Auszubildende führt man in ihre Berufe ein und sorgt so für den dringend benötigten Nachwuchs.

Gastronomie mit Herz ist allen wichtig, das spüren die Gäste, deshalb kommen sie immer wieder. So wie Rechtsanwalt Gerd Müller aus Saarburg: „Eine liebevoll gestaltete Terrasse, die überzeugenden Essensqualität und die angenehm freundliche Art der Mitarbeiter“, nennt er als Gründe.

Das Hotel, mit 26 teils frisch renovierten Zimmern, ist schon immer schon gut gelaufen, der Wander- und Radtourismus boomt an der Saar, nicht erst seit den Corona-Lockdowns. Hausgemachte Marmeladen stehen auf dem Frühstückstisch, wer will kann Senf, Nudeln oder Gulasch aus eigener Produktion mit nach Hause nehmen oder verschenken. Oder den eigenen Wein von Otto Minn oder vom befreundeten Gut Palzemer Karlsfelsen an der südlichen Weinmosel. Gezapftes Bier gibt es übrigens nicht, „doch nicht am Fuße der berühmten Weinlage Ockfener Bockstein“, schmunzelt Maria. Dafür aber Helles und Dunkles vom Trierer- „Kraft-Bräu“- Bier-Papst, Klaus Tonkaboni.

Kürzlich hat sich das Hotel der kleinen, aber feinen Kooperation „Land­idyll“ angeschlossen, der Erfahrungsaustausch mit den Kollegen erweitere den Horizont, wie Marion Mangrich meint. Drei Sterne „Superior“ lautet die aktuelle Hotel-Klassifizierung, darauf ist die Hotel-Chefin stolz. Mutter Maria Mangrich hat nicht nur einen grünen Daumen, mit dem sie sich um den großen, idyllischen Kräutergarten mit seltenen Würzpflanzen wie Ysop oder Ananassalbei kümmert. Sie ist auch äußerst kunstsinnig, das ist überall im und um das Haus herum zu sehen. Bilder, Skulpturen, Reliefs und Objekte (etwa von der Trierer Elephant-Parade von vor einigen Jahren) sammelt und stellt sie aus.

 Spezialität der Klostermühle: Tagesfrische Forelle „Müllerin“ vom renommierten Gut Rosengarten in Trassem.
Spezialität der Klostermühle: Tagesfrische Forelle „Müllerin“ vom renommierten Gut Rosengarten in Trassem. Foto: Dirk Tenbrock
 Klostermühle Ockfen
Klostermühle Ockfen Foto: TV/Typoserv

Dabei fördert sie gerne junge Talente. Apropos junge Talente: Die nächste Generation der Familie ist schon geboren und wuselt über den hauseigenen Kinderspielplatz.