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Gauner plündern Bank-Konten

Gauner plündern Bank-Konten

Mit manipulierten Geldautomaten in Trier-Zewen und Trierweiler (Kreis Trier-Saarburg) haben Unbekannte am Samstag mehrere zehntausend Euro ergaunert. Alle geschädigten Kunden bekämen den Schaden erstattet, sagte ein Sprecher der von den Manipulationen betroffenen Volksbank Trier.

Dreister geht's wohl nicht: Während im neuen Beratungszentrum der Trierer Polizei Besucher über die Tricks und Kniffe von EC-Karten-Ausspähern aufgeklärt wurden, machten unbekannte Gauner ein paar Kilometer entfernt ernst. Zwei Volksbank-Geldautomaten in Trierweiler und Trier-Zewen waren am Samstag offenbar stundenlang mit einem sogenannten Vorsatzgerät und einer Kamera manipuliert. Mit den auf diese Weise ausspionierten Daten und Geheimzahlen wurden später aus dem Ausland die Konten zahlreicher Kunden geplündert. Der Schaden: mehrere zehntausend Euro.
Der Schwindel flog erst auf, nachdem sich eine Kundin über eine aus Italien erfolgte Abbuchung gewundert und die Bank informiert hatte. Das Kreditinstitut sperrte daraufhin sämtliche Karten der Kunden, die am Samstag die betroffenen Geldautomaten benutzt hatten. Da war der Schaden allerdings schon groß genug. Wie groß, wollte weder die Bank noch die Polizei sagen. Sie räumten den vier Tage zurückliegenden Vorfall erst ein, nachdem unsere Zeitung gestern angefragt hatte.
Volksbank-Abteilungsleiter Peter Feldges sagte dem TV, alle geschädigten Kunden bekämen ihr Geld zurück. Die Polizei erneuerte indes ihre Mahnung an alle Bank-Kunden, auf mögliche Veränderungen an EC-Automaten zu achten. Außerdem sollte bei der Geheimzahl-Eingabe darauf geachtet werden, dass die Hand verdeckt sei. „So wird verhindert, dass die Geheimzahl von einer versteckt angebrachten Kamera ausspioniert wird“, sagt Polizeisprecherin Monika Peters.
Die Zahl der Geldautomaten-Manipulationen ist in diesem Jahr drastisch angestiegen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurden im ersten Halbjahr 440 Geldautomaten ausgespäht – so viele wie im gesamten Jahr zuvor.

Bankkunden können sich schützen, indem sie ein paar Regeln beachten. Die Polizei rät:
• Bei der Eingabe der PIN am Geldautomaten oder im Handel immer darauf achten, dass niemand den Vorgang beobachten kann; bitten Sie aufdringliche Personen oder angebliche Helfer höflich aber bestimmt auf Distanz zu bleiben.
• Verdecken Sie die PIN-Eingabe, in dem Sie die Hand oder Ihre Geldbörse als Sichtschutz dicht über die Tastatur halten –auch dann, wenn Sie allein in einem Raum sind!
• Befolgen Sie keine Hinweiszettel, die zur mehrmaligen Eingabe der PIN auffordern.
• Achten Sie vor der Abhebung auch auf die äußere Beschaffenheit des Geldautomaten und melden Sie auffällige Veränderungen (z.B. am Karteneinzugsschacht) sofort an die Polizei.