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Geldautomat in der Eifel gesprengt - Anklage gegen Trio erhoben

Justiz : Geldautomat in der Eifel gesprengt - Anklage gegen Trio erhoben

Sechs Monate nach der Explosion eines Geldautomaten in Hillesheim hat die Staatsanwaltschaft Trier Anklage gegen zwei Männer und eine Frau erhoben. Das Trio soll auch für weitere Taten verantwortlich sein.

Den Angeschuldigten, zwei Männern von jeweils 22 Jahren und eine 20-jährige Frau, wird nach den vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz geführten Ermittlungen zur Last gelegt, in vier Fällen gemeinschaftlich versucht zu haben, Geldautomaten verschiedener Geldinstitute unter Verwendung von Gasgemischen zu sprengen, um das Bargeld darin zu erbeuten. In keinem der Fälle war dies allerdings erfolgreich.

6. Mai 2020: Ein Geldautomat der Kreissparkasse Vulkaneifel explodiert in einem freistehenden Pavillon vor einem Lebensmittelmarkt in Hillesheim. Da der Tresor des Geldautomaten der Sprengung standhielt und verschlossen blieb, gelang es den Tätern nicht, Bargeld zu erbeuten. Der entstandene Sachschaden belief sich auf schätzungsweise 100.000 Euro.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft versuchte das Trio dann, weitere Geldautomaten zu sprengen, so etwa in der Nacht zum 22. Juni in Bernkastel-Kues, etwa eine Woche später in Königswinter und in der Nacht zum 8. Juli in Antweiler im Landkreis Ahrweiler. Das Trio sei maskiert und mit gestohlenen Kennzeichen an Tatfahrzeugen zur Tat geschritten. Als sie in Bernkastel-Kues Vorbereitungen für die Sprengung des Automaten trafen, fühlten sie sich von Passanten entdeckt und gaben das Vorhaben auf.

In Königswinter mussten sie abbrechen, da durch das Hantieren am Geldautomaten eine zum Einbruchsschutz installierte Vernebelungsanlage ausgelöst wurde. In Antweiler gelang es den Ermittlern des Landeskriminalamts, die zwei männlichen Angeschuldigten auf frischer Tat festzunehmen und so zu verhindern, dass die Angeschuldigten mit dem Einfüllen des Gasgemischs in den Geldautomaten beginnen konnten.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeschuldigten arbeitsteilig vorgingen. Während die beiden männlichen Angeschuldigten jeweils vor Ort die Sprengungen ausführten beziehungsweise ausführen sollten, soll die 20-jährige weibliche Angeschuldigte in erster Linie in die Planung und Vorbereitung der Taten involviert gewesen sein.

Die beiden Männer sind seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft aufgrund von Haftbefehlen des Amtsgerichts Trier. Der gegen die 20-Jährige ergangene Haftbefehl ist inzwischen vom Amtsgericht Trier gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Die Angeschuldigten, die aus Nordrhein-Westfalen stammen, sind bislang nicht vorbestraft.

Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest.