| 12:17 Uhr

Gerolstein: Bahnstrecke Gerolstein-Prüm Streitthema in der CDU

(mh) Radweg oder doch Bahnverkehr auf der stillgelegten Bahnstrecke Gerolstein-Prüm? Über diese Frage droht sich ein Streit zwischen Verbandsgemeinde und Stadt Gerolstein sowie innerhalb der CDU zu entfachen.

Mit den Worten "Wir wollen ein Signal setzen" begründeten Bürgermeister Matthias Pauly (CDU) und CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Schildgen ihren Vorstoß in der jüngsten Sitzung des Rats der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein, für die Reaktivierung der Bahnstrecke Gerolstein-Prüm zu werben. Und noch mehr: Ihr Vorschlag, die veranschlagten 52.000 Euro Kosten, die bei einer Reaktivierung der Strecke auf die Stadt zukommen würden, selbst zu übernehmen ("falls sich die Stadt dazu nicht in der Lage sieht", so Pauly), wurde mit Ratsmehrheit beschlossen.

Doch genau dieser vermeintliche "Geldsegen" verärgerte Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz, ebenfalls CDU. Mehrfach wies er darauf hin, dass die Entscheidung "Radweg oder Bahntrasse" allein die Stadt zu treffen habe, diese aber für eine Entscheidungsfindung noch "Zeit und viel mehr Informationen" benötige. Im Herbst werde entschieden. Er sagte - vor allem in Richtung seiner Parteikollegen: "Anscheinend seid ihr mit eurer Entscheidung schon weiter, aber ich sage euch gleich: Ihr macht die Rechnung ohne den Wirt. Wir bleiben unabhängig und bestimmen über unser Eigentum selber."

Als Pauly, Schildgen, aber auch FWG-Sprecher Klaus-Dieter Peters weitere wohlfeile Argumente für die Bahn-Reaktivierung vorbrachten, platzte Schwartz dann endgültig der Kragen. Resolut sagte er: "Ich finde es ziemlich erschreckend, wie über unsere Köpfe hinweg entschieden werden soll. Das werden wir so nicht stehen lassen. Ein Signal kann auch verfrüht gesendet werden oder auch völlig falsch sein."

Unterstützung erhielt er von Lissingens Ortsvorsteher Rainer Schulte-Loh (SPD), der angesichts der neuen Bahn-Pläne die ebenfalls geplante zweite Anbindung an das Lissinger Baugebiet gefährdet sieht. Er sagte zu Pauly: "Ich würde mich freuen, Herr Vorsitzender, wenn Sie auch einmal ein solches Plädoyer für den Radweg halten würden."

Die gesamten Investitionskosten für die Reaktivierung bezifferte Pauly mit 400.000 Euro, wovon 200.000 Euro an Landesmitteln zu erwarten seien. Die restlichen 200.000 Euro sollen der Betreiber Vulkan-Eifel-Bahn (50.000 Euro) sowie entsprechend ihres Streckenbesitzes die VG Prüm (15 Kilometer/98.000 Euro) und eben die Stadt Gerolstein (7,8 Kilometer/52.000 Euro) tragen.

Darüber hinaus beschloss der VG-Rat einstimmig (bei zwei Enthaltungen), sich mit 20.000 Euro an der aktuellen Sanierung der Eifelquerbahn zu beteiligen, damit die roten Schienenbusse, die im Volksmund Ferkeltaxis heißen, ab Herbst wieder von Gerolstein bis nach Kaisersesch fahren können. Derzeit fahren sie nur bis Ulmen.