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1,1 Kilometer Fahrbahn für 1,3 Millionen Euro

Bei der Arbeit: Ali Demir (von links), Ramazan Duran und Rasit Gumus setzen die Randsteine der Straße. TV-Foto: Helmut Gassen
Bei der Arbeit: Ali Demir (von links), Ramazan Duran und Rasit Gumus setzen die Randsteine der Straße. TV-Foto: Helmut Gassen
Neroth. Ruhiger und schöner soll es in Zukunft im Mausefallendorf Neroth werden. Deshalb wird seit März dieses Jahres die L 27 auf einer Länge von 1,1 Kilometern erneuert. Die Straße war in einen schlechten Zustand. Fünf Jahre lang haben die Nerother auf den Baubeginn gewartet. Helmut Gassen

Neroth. Eine Rüttelplatte verursacht mächtig Lärm, Bagger und andere Baumaschinen sind im Einsatz auf der Hauptstraße in Neroth.
Mit einer Flex durchtrennt ein Arbeiter einen Stein. Hausbesitzer können mit ihren Autos nicht mehr auf ihre Höfe fahren, weil die Straße vor den Häusern noch tiefer liegt.
Protestieren die Anwohner deswegen? Nein, nicht in Neroth, denn sie sind sehr froh, dass sich endlich etwas in ihrer Dorfstraße tut. Ortsbürgermeister Egon Schommers weiß, dass seine Nerother für eine intakte Ortsstraße zu vielen Einschränkungen bereit sind.

Würstchen für die Bauarbeiter


"Wir sind glücklich, dass es endlich losgeht, nachdem wir fast fünf Jahre lang gewartet haben. Die Nerother werden die Belastungen gerne ertragen", sagt er und hat recht. Das erste von sieben Teilstücken reicht vom Ortseingang (Richtung Oberstadtfeld) bis zum Metallbetrieb Gehendges und ist bereits fertiggestellt. Es fehlt nur noch eine Feinschicht, die als Letztes aufgetragen wird, dann ist die Straße befahrbar.
Die Bauarbeiten schreiten zügig voran. "Die Firma Michels aus Hillesheim arbeitet sauber, liegt in der Zeit, die Anwohner und ich sind sehr zufrieden. Es gab noch keinerlei Beschwerden. Man hört nur Gutes, und die Bauarbeiter werden deshalb von den Anwohnern auch zum Grillen und zum Würstchenessen eingeladen", so Schommers Resümee nach vier Monaten Bauzeit.
Anwohnerin Rita Fink bestätigt: " Ich mache ihnen auch gerne und oft morgens Kaffee, oder sie bekommen mittags etwas zu essen von mir. Die Arbeiter sagen, sie würden richtig verwöhnt hier in Neroth."
Zurzeit sind die Bauarbeiter am zweiten Bauabschnitt, der vom Ortsanfang bis zur Kreuzung Neunkirchen reicht, tätig. Hier wird auch eine Überquerungshilfe eingebaut. Das ist eine kleine erhöhte Insel inmitten der Straße, auf der die Passanten sicherer verweilen können, wenn Autos unterwegs sind. In der zweiten Augustwoche soll dort geteert werden.
Für den zweiten Bauabschnitt spendet die Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG (RWE) dem Dorf 2000 Euro. Mit Hilfe des RWE-Projekts "Aktiv vor Ort" legen Freiwillige und ein Mitarbeiter der RWE dort einen kleinen Park mit Tisch, Bank, einigen Bäumen und einem Brunnen neben der Straße an. "Das Grundstück dafür hat uns ein Anwohner kostenlos zur Verfügung gestellt", freut sich Schommers.
"Wenn das Wetter hält und der Winter nicht zu früh kommt, hoffe ich, dass auch das dritte Teilstück noch in diesem Jahr fertig wird", sagt Schommers. Es erstreckt sich von der Abzweigung Neunkirchen bis zur Gaststätte Neroburg. Die Wasserleitungen dort sind bereits verlegt.
Im kommenden Jahr soll auch die Einmündung der K 33 erneuert werden. Die gesamten Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Herbst 2012. HG
Rund 1,3 Millionen Euro wird der gesamte Ausbau der L 27 kosten. Die Gemeinde Neroth beteiligt sich nur an den Kosten der Gehwege mit rund 416 000 Euro. Der Gemeinderat Neroth hat beschlossen, noch in diesem Jahr eine Vorauszahlung für den ersten Bauabschnitt von den Bürgern zu erheben. "Es werden wiederkehrende Beiträge von den Bürgern erhoben, das wussten aber alle. Ich finde das auch reeller als einmalige Anwohnerbeiträge. Denn jeder benutzt ja die Bürgersteige", sagt Neroths Ortsbürgermeister Egon Schommers.