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Bahnhofsumbau in Gerolstein startet 2016

Gerolstein. Nach langem Hin und Her: Der der Bahnstation in Gerolstein beginnt 2016. Das hat die Bahn nun mitgeteilt. Die geänderten Verträge sind von allen Partnern unterzeichnet worden. Für die Stadt haben sich die Planungskosten, die ein Streitthema waren, deutlich reduziert. Mario Hübner

Gerolstein. Vor rund zwei Jahren (am 22. März 2011) haben das Land Rheinland-Pfalz, die Deutsche Bahn (DB) sowie die beiden Zweckverbände Schienenpersonennahverkehr Nord und Süd in Mainz eine Vereinbarung unterzeichnet, wonach 75 Bahnhöfe im Land für 113 Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden.
Mit im Paket: der in die Jahre gekommene Bahnhof in Gerolstein. Dort ist geplant: Rückbau und Schließung der heruntergekommenen Unterführung und stattdessen Neubau einer Überführung über die Gleise sowie Anbindung an den Kasselburger Weg; Bau von drei Aufzügen zu den Bahnsteigen und komplette Erneuerung des Bahnhofsumfelds sowie die Schaffung von Park-and-ride-Plätzen (Bauabschnitt eins) sowie Neubau der Bahnsteige eins bis drei samt neuer Ausstattung wie Lautsprecheranlage, Beleuchtung und Fahrplantafeln (Bauabschnitt zwei).
Das ist zusammengefasst das mit 7,6 Millionen Euro bezifferte Gesamtpaket, dessen Umsetzung ursprünglich 2014 beginnen sollte. Nach aktuellem Stand ist ein Baustart 2016 ins Auge gefasst.
So sagt eine Bahnsprecherin auf TV-Anfrage: "Für die Modernisierung des Bahnhofs Gerolstein sind zwei Bauabschnitte vorgesehen. Der erste Bauabschnitt umfasst die barrierefreie Erschließung des Bahnhofs inklusive Aufzügen, der zweite Bauabschnitt die Erneuerung der Bahnsteige. Der Baubeginn für den ersten Abschnitt ist für 2016 vorgesehen."
Angesetzt sind 610 Bautage, also knapp zwei Jahre Bauzeit.
Hauptgrund für die zweijährige Verzögerung ist eine von der Kommunalaufsicht des Kreises geforderte Garantie. Die Argumentation: "Wenn sich die Stadt Gerolstein an den Planungskosten beteiligen soll, müsste seitens der Deutschen Bahn gewährleistet sein, dass die Maßnahme auch tatsächlich realisiert wird." Aber genau diese Garantie will die Bahn nicht geben. Bis heute nicht. Dennoch hat die Kommunalaufsicht nun ihr Okay gegeben. Denn: Bei Nachverhandlungen ist laut Stadtbürgermeister Bernd May (parteilos) eine Einigung erzielt worden. So sind laut May zum einen die Planungskosten von ursprünglich 540 000 Euro deutlich gesenkt worden. Zum anderen werden nun Bauabschnitte gebildet, so dass die Stadt zunächst nur 170 000 Euro Planungskosten für den ersten Abschnitt übernehmen muss. May: "Und wenn erst einmal begonnen wurde, wird die Maßnahme auch durchgezogen. Und erst dann fallen ja auch die Planungskosten für den zweiten Bauabschnitt an. Unser Ausfallrisiko wird damit deutlich reduziert."
Wie viel für den zweiten Abschnitt an Planungskosten anfällt, ist laut May derzeit noch nicht klar. Er sagt nur: "Wir hoffen, dass es maximal weitere 170 000 Euro werden."
Die Baukosten für Abschnitt eins liegen nach Auskunft der Bahn bei rund 3,3 Millionen Euro. "Davon tragen Land und Kommune rund zwei Millionen Euro, die Deutsche Bahn rund 1,3 Millionen Euro", sagte eine Bahnsprecherin auf TV-Anfrage.
Die so geänderten Verträge hat die Bahn an die Stadt geschickt, inzwischen sind sie nach Angaben des Gerolsteiner Stadtbürgermeisters "von allen Vertragsparteien unterzeichnet worden".
Zu der Zeitverzögerung - ursprünglich war von einem Baustart 2014 ausgegangen worden - sagt May: "Am 31. März 2011 haben wir erstmals über den Vertrag gesprochen. Danach startete das Tauziehen mit der Kommunalaufsicht. Das sind also exakt die zwei Jahre, die wir jetzt hintendran hängen." Die Stadt will aber nochmals mit der Bahn sprechen, um eventuell doch noch einen früheren Baustart zu erreichen, kündigte der Stadtbürgermeister an.