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| 18:26 Uhr

Infrastruktur
Einzelhandel soll zurück in die Stadt

Die Arbeiten zur Sicherung der verbleibenden Gebäude auf dem Brunnengelände in Gerolstein sind in den letzten Zügen, was dort konkret angesiedelt wird, steht aber noch immer nicht fest.
Die Arbeiten zur Sicherung der verbleibenden Gebäude auf dem Brunnengelände in Gerolstein sind in den letzten Zügen, was dort konkret angesiedelt wird, steht aber noch immer nicht fest. FOTO: Mario Hübner
Gerolstein. Der Bebauungsplan für das Brunnengelände in Gerolstein ist vom Stadtrat auf den Weg gebracht worden. Ob alles so kommt, ist offen. Von Mario Hübner
Mario Hübner

Wesentlich entspannter als so mancher Bürger und auch Stadtpolitiker sehen die beauftragten Stadtplaner die Einwände der Kreisverwaltung Daun gegen die vorgesehene Bebauung des Brunnengeländes in Gerolstein. So sagt Oliver Knebel vom Planungsbüro Firu: „Die Maßgaben des raumordnerischen Entscheids sind keine verbindlichen Festlegungen, sondern sind der Abwägung der Stadt im Bebauungsplanverfahren zugänglich.“

Das bedeutet, dass die Stadt die Empfehlungen aus Daun befolgt oder eben – unter Abwägung anderer Gründe – verwirft. Knebel betont: „Verbindlich sind hingegen die Ziele der Landesplanung, die die Rückholung des Einzelhandels in die Innenstadt befürwortet.“ Außerdem dürfen durch das Vorhaben zentrale Einkaufsbereiche in den Nachbargemeinden nicht beeinträchtigt werden. „Beide Ziele sind nach meiner Auffassung durch das geplante Einkaufszentrum auf dem Brunnengelände erfüllt“, sagt der Planer.

Die Ansiedlung eines dritten großen, sogenannten Vollsortimenters (neben HIT und Edeka) in Gerolstein ist nach Auffassung von Knebel „sehr unwahrscheinlich“. Er sagt: „Selbst in diesem unwahrscheinlichen Fall ist aus meiner Sicht eine wesentliche Beeinträchtigung des Einzelhandels in den Nachbargemeinden – auch in Hillesheim – nicht zu erwarten.“ Diese Bewertung wird nach Auskunft des Planers durch die Einzelhandelsgutachter der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA)  bestätigt.

Der sogenannte raum­ordnerische Entscheid der Kreisverwaltung, der eine notwendige Grundlage für die Bebauung des Brunnengeländes darstellt, legt die zulässige Gesamtverkaufsfläche auf dem Areal ebenso fest wie die maximal zulässigen Verkaufsflächen für die einzelnen Warensortimente (der TV berichtete). Demnach darf der geplante Verbrauchermarkt (Favorit ist Hit) 2450 Quadratmeter nicht überschreiten.

Festgelegt sind auch Regelungen für die Nachnutzung der Altstandorte in der Sarresdorfer Straße. Denn wenn der Hit- und der DM-Markt von Sarresdorf aufs Brunnengelände umsiedeln, darf dort kein Gewerbe Fuß fassen, das bereits für das Brunnengelände genehmigt ist.

Kurzum: Die Gesamtverkaufsfläche in Gerolstein darf sich nicht massiv erhöhen, um die Entwicklung der Nachbarkommunen nicht erheblich zu beeinträchtigen.

Die Eigentümer der Immobilien, in denen der Hit- und der DM-Markt auf Sarresdorf untergebracht sind, haben aber eine Bestandsgarantie.

Falls sie darauf verzichten, Nachmieter mit dem gleichen Warensortiment anzusiedeln, steht dem Bau auf dem Brunnengelände nichts im Weg.

Falls sie allerdings auf ihrem Recht beharren und ähnliche Nachnutzungen anstreben (und das tun sie derzeit; der TV berichtete), sieht der raumordnerische Entscheid Folgendes vor: Sollte eine Einigung zwischen der Stadt und den Alteigentümern „nicht zustandekommen, so sind die maximalen Verkaufsflächen für den Verbrauchermarkt und den Drogeriefachmarkt auf dem Brunnengelände auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.“

Wie viel das genau sein soll, wird nicht näher erläutert. Planer Knebel hat dazu aber eine klare Meinung. Er sagt: „Die vorliegende Planung ist aus meiner Sicht verträglich.“

Dennoch spricht er sich dafür aus, Einigungen mit den Eigentümern der Altstandorte auf Sarresdorf zu erzielen. Nach seiner Meinung besteht nämlich unabhängig davon die Notwendigkeit, auf sich abzeichnende Strukturveränderungen im Bereich Sarresdorf planerisch zu reagieren.

Knebel sagt: „Ich habe der Stadt daher empfohlen, mit den Eigentümern in den Dialog zu treten und konstruktiv über zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten zu sprechen.“ Das war bis zum Beginn des neuen Jahres noch nicht geschehen, wie sowohl Peter Bier, Sprecher der Eigentümergemeinschaft der Hit-Markt-Immobilie, als auch Ottfried Reichle, Eigentümer der DM-Markt-Immobile, dem TV mitgeteilt haben.

Die nächsten Schritte für die Bebauung/Ansiedlung des Brunnengeländes sehen laut Planer Knebel so aus: „Wir werden jetzt zunächst die Stellungnahmen zum derzeit offengelegten Bebauungsplan auswerten und dann mit der Stadt und den anderen Beteiligten das weitere Vorgehen abstimmen.“ (siehe Zweittext mit den Statements der Stadtratsfraktionen).

Für das touristisch-gastronomische Angebot, das nach Wünschen der Stadt unbedingt realisiert werden soll, schlägt er vor: „Wir unterstützen den Beschluss des Stadtrates, gemeinsam mit dem Eigentümer Gerolsteiner Brunnen und dem Projektentwickler Faco hierzu einen Planungswettbewerb durchzuführen.“

Die Meinungen der Fraktionen

Die Arbeiten zur Sicherung der verbleibenden Gebäude auf dem Brunnengelände in Gerolstein sind in den letzten Zügen, was dort konkret angesiedelt wird, steht aber noch immer nicht fest.
Die Arbeiten zur Sicherung der verbleibenden Gebäude auf dem Brunnengelände in Gerolstein sind in den letzten Zügen, was dort konkret angesiedelt wird, steht aber noch immer nicht fest. FOTO: Mario Hübner
Die Arbeiten zur Sicherung der verbleibenden Gebäude auf dem Brunnengelände in Gerolstein sind in den letzten Zügen, was dort konkret angesiedelt wird, steht aber noch immer nicht fest.
Die Arbeiten zur Sicherung der verbleibenden Gebäude auf dem Brunnengelände in Gerolstein sind in den letzten Zügen, was dort konkret angesiedelt wird, steht aber noch immer nicht fest. FOTO: Mario Hübner
Die Arbeiten zur Sicherung der verbleibenden Gebäude auf dem Brunnengelände in Gerolstein sind in den letzten Zügen, was dort konkret angesiedelt wird, steht aber noch immer nicht fest.
Die Arbeiten zur Sicherung der verbleibenden Gebäude auf dem Brunnengelände in Gerolstein sind in den letzten Zügen, was dort konkret angesiedelt wird, steht aber noch immer nicht fest. FOTO: Mario Hübner