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Infrastruktur
Dacheinsturz bei Gerolsteiner Grundschule kostet 3,3 Millionen - Schuldfrage offen (Fotos)

Am Tag nach dem Deckeneinsturz der Grundschulturnhalle in Gerolstein rückt  ein Aufräumtrupp an. Inzwischen ist das Ausmaß des Schadens klar. Wie lange die Sanierung dauern wird, ist aber noch offen.
Am Tag nach dem Deckeneinsturz der Grundschulturnhalle in Gerolstein rückt ein Aufräumtrupp an. Inzwischen ist das Ausmaß des Schadens klar. Wie lange die Sanierung dauern wird, ist aber noch offen. FOTO: TV / Mario Hübner
Gerolstein. Heute berät der Bauausschuss über die Sanierung der Grundschulturnhalle in Gerolstein. Ein Gutachten soll klären, ob es strafrechtliche Konsequenzen gibt. Von Mario Hübner
Mario Hübner

Am 12. Juni stürzte, vermutlich aufgrund von eindringendem Wasser, ein Teil des Daches der Grundschulturnhalle in Gerolstein ein. Von den herunterfallenden Trümmern wurde, obwohl die Halle zum Zeitpunkt des Unglücks voll besetzt war, glücklicherweise und wegen des besonnenen und zügigen Handelns der Lehrer niemand verletzt. Bei der Evakuierung verletzten sich allerdings zwei Kinder (der TV berichtete).

Inzwischen wird das Ausmaß des Schadens klar sowie die Kosten für die Sanierung: 3,3 Millionen Euro. Der Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde Gerolstein empfiehlt, diese Summe im Rahmen eines Nachtragsetats zur Verfügung zu stellen. Ebenfalls spricht sich der Ausschuss dafür aus, trotz des zusätzlichen Aufwands durch den Dacheinsturz auch an der Sanierung der Sporthalle der Grund- und Realschule plus Gerolstein festzuhalten. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, das mit 1,6 Millionen Euro bezifferte Vorhaben zu verschieben. Die endgültige Entscheidung über beide Punkte fällt der VG-Rat in seiner nächsten Sitzung.

In der heutigen Sitzung des Bauausschusses der VG wird im Detail über die geplante Sanierung gesprochen. Hans-Josef Hunz, Büroleiter im Gerolsteiner Rathaus, betont: „Wichtig ist der Hinweis, dass in den 3,3 Millionen Euro auch Maßnahmen enthalten sind, die in keinem sachlichen Zusammenhang mit dem Dacheinsturz stehen, sondern in absehbarer Zeit auch unabhängig davon durchzuführen wären – wie die Sanierung der Umkleide- und Toilettenanlagen.“

Denn das Gebäude, das bis zum Unfall von Schulen und Vereinen stark genutzt wurde, ist insgesamt in die Jahre gekommen: Die Turnhalle wurde 1979 erbaut; 1992 erfolgte eine Sanierung der Dachhaut, wobei gleichzeitig die Dachdämmung verbessert wurde.

Dacheinsturz Gerolsteiner Turnhalle FOTO: TV / Mario Hübner

Die Verwaltung schlägt vor, die Dachkonstruktion, die Dacheindeckung sowie die Isolierung komplett zu erneuern. Dabei könne gleichzeitig die Heizsituation verbessert und eine LED-Beleuchtung installiert werden. Durch den Wassereinbruch ist auch der Boden der Turnhalle stark beschädigt worden, daher soll auch der mehr als 20 Jahre alte Bodenbelag entfernt und ein neuer Boden aufgebaut werden. Auch Teile der Wandverkleidung wurden stark in Mitleidenschaft gezogen und sollen daher ebenfalls erneuert werden.

Über die geplanten Maßnahmen berichten in der Sitzung mit einer ersten Kostenschätzung Vertreter von zwei beauftragen Planungsbüros. Im Vorfeld wurde mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Kontakt aufgenommen. Laut Verwaltung wurde eine Bezuschussung in Aussicht gestellt. Auch mit dem Landkreis Vulkaneifel, der mit 20 Prozent als Grundstückseigentümer im Grundbuch eingetragen ist, soll noch über eine Kostenbeteiligung gesprochen werden.

Die Gerolsteiner Verwaltung hofft, dass sowohl die Zuschussfragen rasch geregelt werden als auch ein zeitnaher Baubeginn genehmigt wird. Wann es konkret losgehen könnte, ist aber noch offen. Offen ist auch, ob der Dacheinsturz – und wenn ja, welche und gegen wen – strafrechtlichen Konsequenzen nach sich zieht (siehe Info).

Auf Fragen nach der Haftung sowie der regelmäßigen Überprüfung des Daches und einer Kostenübernahme der Versicherung gab sich Matthias Pauly, Beauftragter der Verbandsgemeinde Gerolstein, die Schulträger und somit für das Gebäude zuständig ist, gegenüber dem TV bedeckt. Er meinte lediglich: „Alle relevanten Institutionen sind eingeschaltet; es wäre wünschenswert, wenn die Geduld aufgebracht werden könnte, die Ergebnisse abzuwarten. Zudem erachtet er es als wichtiger, „wenn sich zuerst die zuständigen Gremien mit diesem Thema befassen“.

Drohnenfotos der Prümer Feuerwehr 
zeigen das Ausmaß 
des Schadens.
Drohnenfotos der Prümer Feuerwehr zeigen das Ausmaß des Schadens. FOTO: Tobias Kickertz, Feuerwehr Prüm
Rund 50 Kräfte von Feuerwehr, Rotkreuz und Polizei sind an der Grundschule Waldstraße in Gerolstein un Einsatz. Unter anderem haben sie die Halle abgesperrt, versuchen sich ein Bild vom Ausmaß des Schadens zu machen und regeln den Verkehr. Besorgte Eltern holen derweil nach und nach ihre Kinder ab, viele Ganztagskinder sind aber wie üblich in der Mensa und nehmen ihr Mittagessen zu sich.
Rund 50 Kräfte von Feuerwehr, Rotkreuz und Polizei sind an der Grundschule Waldstraße in Gerolstein un Einsatz. Unter anderem haben sie die Halle abgesperrt, versuchen sich ein Bild vom Ausmaß des Schadens zu machen und regeln den Verkehr. Besorgte Eltern holen derweil nach und nach ihre Kinder ab, viele Ganztagskinder sind aber wie üblich in der Mensa und nehmen ihr Mittagessen zu sich. FOTO: TV / Mario Hübner
Am Tag nach dem Deckeneinsturz der Grundschulturnhalle in Gerolstein rückt bereits ein Sanierungstrupp an. Ein Schüler wurde doch schwerer verletzt: Schlüsselbeinbruch.
Am Tag nach dem Deckeneinsturz der Grundschulturnhalle in Gerolstein rückt bereits ein Sanierungstrupp an. Ein Schüler wurde doch schwerer verletzt: Schlüsselbeinbruch. FOTO: TV / Mario Hübner