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Das lehnt der Brunnen ab

Gerolstein. Gerolstein (mh) Bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans für die Innenstadt, die auch das Konversionsgelände Brunnenareal umfasst, hat sich auch der Brunnen zu Wort gemeldet - und einige der geplanten Vorhaben abgelehnt. Begründung dafür war stets, dass in besagten Bereichen Quellen liegen und diese zu schützen seien.

Folgende Punkte sind betroffen:
Brücke: Die geplante Fußgängerbrücke zwischen Bahnhof und Brunnengelände verläuft beinahe genau über einer Quelle. Daher das Veto. Eventuell kann sie aber etwas versetzt realisiert werden.
Parkplatz: Hinter dem Postgebäude will die Stadt einen ÖPNV-Parkplatz bauen. Das lässt der Brunnen als Eigentümer der Fläche aber nicht zu, da darunter eine Mineralwasser-Pipeline zum Produktionsstandort im Gewerbegebiet Gerolstein-Bewingen verläuft. Allenfalls hat der Parkplatz in sehr verkleinerter Form eine Chance.
Kyllufer: Es war angedacht, im Rahmen der Gewässerrenaturierung einen Wasserspielplatz oder Stufen bis in die Kyll anzulegen, um sie dort - wie vorm Rathaus - für Einheimische und Gäste zum Anziehungspunkt zu machen. Eventuell bereichert durch einen Biergarten. Schwarz sagt jedoch. "Es wird auf der gesamten Länge des Grundstücks definitiv keine öffentliche Nutzung der Kyll geben, denn dort befinden sich einige unserer Quellen. Und die müssen stets für uns zugänglich sein für Untersuchungen oder Wartungsarbeiten. Und da rede ich nicht von einem Handkarren, sondern von Lkw-Verkehr." Insgesamt befinden sich laut Schwarz sieben aktive Quellen auf dem gesamten Areal, einige davon unter der Bodenplatte des ehemals großen rot-blauen Produktionsgebäudes, die daher auch unangetastet bleibt. Schwarz sagt aber auch: "Ein Biergarten ist aus unserer Sicht deswegen aber nicht ausgeschlossen."
Für Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) ist das alles nachvollziehbar, die notwendigen Umplanungen sieht er nicht als gravierend an. Er sagt: "Der Brunnen hat von Anfang an gesagt, dass für ihn der Schutz seiner Quellen auf dem Gelände oberste Priorität hat. Dahinter stehen auch wir voll und ganz. Natürlich wäre es schön, wenn das ein oder andere trotzdem - eventuell an einer anderen Stelle - gemacht werden kann, aber das ist alles nicht zwingend notwendig."