| 20:44 Uhr

Dauner Kurpark: Vollendung eines Prestigeprojekts

Informieren, was im Kurpark so alles gemacht wurde: Viele Gäste nutzen den angebotenen Rundgang.
Informieren, was im Kurpark so alles gemacht wurde: Viele Gäste nutzen den angebotenen Rundgang. FOTO: Klaus Kimmling (kik) ("TV-Upload Kimmling"
Daun. Nun hat er auch den offiziellen Segen: der für gut eine halbe Million Euro umgestaltete Dauner Kurpark. Als eine Säule des Gesundlands Vulkaneifel soll er Gäste locken, ist aber weiter beliebter Anlaufpunkt für die Einheimischen. Stephan Sartoris

Daun So lässt es sich doch aushalten: Sonne, milde Temperaturen, die Natur in herbstlichen Farben, Enten, die auf einem Teich ihre Bahnen ziehen, eingängige Musik. Das war der Rahmen der offiziellen Eröffnung des umgestalteten Kurparks und des um die Stadt Daun führenden Drees-Wanderwegs.
Einige Jahre hat es dann doch gedauert, bis die Idee, das Gelände im Liesertal auf Vordermann zu bringen, umgesetzt worden ist. Obwohl: alles eine Frage der Perspektive. "Gegenüber dem Berliner Flughafen waren wir ja noch in Überschallgeschwindigkeit unterwegs", sagte Dauns Stadtbürgermeister Martin Robrecht bei der Eröffnung am Freitag.
Lange wurde über eine Umgestaltung beraten, kein anderes Thema hatte in der Wahlperiode von 2009 bis 2014 für mehr kontroverse Diskussionen im Stadtrat gesorgt. Das änderte sich, als strittige Punkte der ursprünglichen Planung - wozu beispielsweise eine überdimensionale Gießkanne am Parkeingang gehört hatte - gestrichen wurden. Aber auch die strenge Heilquellenschutzverordnung, die für das Areal zwischen dem Sprudelgelände und dem Stadtteil Gemünden gilt, ließ keine gravierenden Veränderungen zu.
So wurde 2013 im Rat einstimmig der Weg freigemacht für die Umgestaltung und die damit verbundene Einrichtung des Dreeswanderwegs. Komplett neu ist dies aber nicht, denn an Bewährtem hat man festgehalten.
Und auch die Enten sind immer noch da, wenn auch nicht mehr so viele wie früher. Neu ist unter anderem, dass die Teichinsel, die früher den Enten vorbehalten war, nun mit einem Steg verbunden ist. Wer möchte, kann dort eines der neuen Sitzelemente nutzen.
Deutlich ansprechender als früher sieht der Bereich direkt am Teich aus.
Wo lange Beton für wenig anheimelnde 1970er-Jahre-Atmosphäre dominierte, laden nun Holzelemente zum Verweilen ein. Entwickelt hat die Neugestaltung des Kurparks das Büro Wesentlich, dessen Geschäftsführerin die Gartenbauexpertin Heike Boomgaarden ist, zusammen mit dem Büro Stadt-Land-plus. Auch Bürger konnten ihre Anregungen einfließen lassen.
Aber warum hat es so lange gedauert, bis alles fertig war? Als 2015 weitgehend alles fertiggestellt war, wurde der Kurpark im vergangenen Jahr von der Lieser überflutet. "Der Schaden war immens, der Park glich einer Mondlandschaft. Dank des Einsatzes der Mitarbeiter des Bauhofs ist alles behoben worden", erklärte der Stadtbürgermeister. Zudem dauerte es lange, bis die neue Kneippanlage fertig war. "Deshalb haben wir gesagt: Offiziell eröffnet wird, wenn wirklich alles fertig ist", sagte Robrecht.
Daniela Schmitt (FDP), Staatssekretärin im Mainzer Wirtschaftministerium, wertete den neu gestalteten Park als "weitere wichtige Maßnahme zur Realisierung der therapeutischen Landschaften im Rahmen der Umsetzung des Gesamtkonzepts Gesundland Vulkaneifel". Die bisherigen Investitionen - laut Schmitt sind zwei Millionen Euro vom Land geflossen - ins Gesundland mit den Hauptorten Daun, Manderscheid und Bad Bertrich hätten sich gelohnt, denn: "Die Zahl der Touristen in der Region ist deutlich gestiegen."
Zum Projekt gehört auch der sogenannte, gut zehn Kilometer lange Drees-Wanderweg, ein Weg, der zu mehreren der Dauner Sauerbrunnen wie den Hotzendrees führt. Die Beschilderung ist unter Beteiligung des Natur- und Geoparks Vulkaneifel konzipiert worden.
Für Texte und Fotos mitverantwortlich ist einer, der sich mit den Dreesen besonders gut auskennt: Alois Mayer aus Pützborn. Er freut sich: "Damit ist ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen."
Weitere Fotos gibt es unter
www.volksfreund.deExtra: DIE KOSTEN


Allein hätte sich die hoch verschuldete Stadt die Umgestaltung nicht leisten können. Von den gut 500 000 Euro hat das Land Rheinland-Pfalz 80 Prozent übernommen, Stadt und Verbandsgemeinde jeweils zehn Prozent. Die Kosten sind im veranschlagten Rahmen geblieben.

FOTO: Klaus Kimmling (kik) ("TV-Upload Kimmling"
Zum Gesamtpaket gehört auch der neue Drees-Wanderweg: Er ist unter anderem von Staatssekretärin Daniela Schmitt (Vierte von links)) und Stadtbürgermeister Martin Robrecht (vorne rechts) eröffnet worden. Aber auch im Park selbst lohnt sich vor herbstlicher Kulisse ein Spaziergang (links). TV-Fotos (3): Klaus Kimmling
Zum Gesamtpaket gehört auch der neue Drees-Wanderweg: Er ist unter anderem von Staatssekretärin Daniela Schmitt (Vierte von links)) und Stadtbürgermeister Martin Robrecht (vorne rechts) eröffnet worden. Aber auch im Park selbst lohnt sich vor herbstlicher Kulisse ein Spaziergang (links). TV-Fotos (3): Klaus Kimmling FOTO: Klaus Kimmling (kik) ("TV-Upload Kimmling"