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Kommunalpolitik
FDP schickt eigenen Mann ins Rennen

Der Mann mit Krawatte macht’s: Auch die FDP mischt mit bei der Wahl des Bürgermeisters der künftigen Verbandsgemeinde Gerolstein und schickt den 31 Jahre alten Martin Gräf (Siebter von rechts) ins Rennen.
Der Mann mit Krawatte macht’s: Auch die FDP mischt mit bei der Wahl des Bürgermeisters der künftigen Verbandsgemeinde Gerolstein und schickt den 31 Jahre alten Martin Gräf (Siebter von rechts) ins Rennen. FOTO: TV / FDP
Hillesheim/Gerolstein/Jünkerath. Der Ortsverband Kylltal hat den 31 Jahre alten Martin Gräf als Bewerber für die Wahl des Bürgermeisters der neuen Verbandsgemeinde Gerolstein nominiert.

Was viele vorausgesagt haben, tritt ein: Weil der langjährige Amtsinhaber Matthias Pauly bei der Wahl des Bürgermeisters der künftigen Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein nicht mehr antritt, es also keinen vermeintlich übermächtigen Platzhirsch gibt, werden sich eine Vielzahl von Bewerbern um den Posten bemühen.

Die CDU hat im Juni vorgelegt und den 34 Jahre alten Polizeibeamten Gerald Schmitz nominiert, Bündnis 90/Die Grünen schickt den früheren Landtagsabgeordneten Dietmar Johnen (51) aus Kalenborn-Scheuern ins Rennen, zudem hat der frühere Hallschlager Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Breuer seinen Hut in den Ring geworfen. Und weitere Bewerber werden noch erwartet.

Nun heißt es: Der Nächste bitte, und das ist Martin Gräf. Einstimmig ist der 31-Jährige aus Daun auf dem Parteitag des seit März bestehenden FDP-Ortsverbands Kylltal in Hillesheim als Kandidat für die Bürgermeisterwahl gewählt worden. Konkurrenz hatten bei der Nominierung nicht.

1987 in Koblenz geboren, ist er in Nickenich am Laacher See (Kreis Mayen-Koblenz) aufgewachsen, „also ein echter Eifeler“, sagt er im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. Nach dem Abitur in Neuwied und einem Studium der Forstwissenschaften absolvierte er bei Landesforsten Rheinland-Pfalz das große Staatsexamen. Seitdem ist der 31-Jährige in der Holzwirtschaft tätig und verantwortet den Handel in der Eifel für ein belgisches Unternehmen mit Sitz in der Wallonie. Er lebt mit seiner Frau Jana, die als Soldatin in Daun arbeitet, seit zwei Jahren in der Kreisstadt.

Nicht nur beruflich hat er mit der Natur zu tun, zu seinen Interessen gehören nach eigenen Angaben die Jagd, das Angeln, das Wandern und Landschaftsgestaltung. „Und ich koche gern“, sagt Gräf.

Kommunalpolitisch ist er ein unbeschriebenes Blatt und auch erst seit gut einem Jahr parteipolitisch engagiert. „Politisch interessiert war ich schon immer, habe lange überlegt, mich zu engagieren und habe mich im vergangenen Jahr entschlossen, in die FDP einzutreten“, erzählt Gräf.  

Und irgendwann wurde er dann gefragt: Kannst du dir vorstellen, für die FDP bei der Bürgermeisterwahl anzutreten? „Nach ein paar Tagen Bedenkzeit habe ich zugesagt“, berichtet er.

Er weiß um die große Aufgabe, die er zu bewältigen hätte, wenn er Verwaltungschef würde. „Die künftige Großkommune ist ein Zusammenschluss mit vielen Themen, aber auch zahlreichen Chancen: Wichtig ist, dabei alle mitzunehmen und die Verbandsgemeinden harmonisch zu einer starken Gemeinschaft zusammen zu bringen. Sowohl örtlich, politisch als auch persönlich“, erklärt Gräf.

Neben dem Wahlkampf in den sozialen Medien wird es bei ihm aber auch klassisch zugehen, um ihn bekannt zu machen im Kylltal: „So viele Leute wie möglich kennenlernen, bei Festen, in Bürgerforen und anderen Veranstaltungen.“

Und warum hat sich die FDP dazu entschlossen, erstmals nach langer Zeit wieder einen eigenen Kandidaten zu präsentieren? „Bis zum Beschluss der Fusion hat es mehr als sieben Jahre gedauert.

Eine lange und emotionale Zeit mit unzähligen Verhandlungsrunden und Bürgerbefragungen, die gezeigt haben, dass diese Herausforderung von einem neutralen, persönlich und politisch versierten Kandidaten am besten angegangen werden kann“, sagt der FDP-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Marco Weber.