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Denkmalschutz
Geld für ein besonderes Schätzchen

Der DSD-Kurator Erich Engelke (Dritter von rechts) sowie Thomas Kirsch (Dritter von links) und Walter Desch (Vierter von links) von Lotto Rheinland-Pfalz  haben im Rahmen ihrer Förderung der Dachsanierung die alte Kirche Wiesbaum besichtigt - gemeinsam mit (von links) Jakob Blum (VG Hillesheim), Ortsbürgermeisterin Karin Pinn, Pfarrer Andreas Paul sowie Daniel Eich und Ruxandra Gericke (Kirchengemeinderat).
Der DSD-Kurator Erich Engelke (Dritter von rechts) sowie Thomas Kirsch (Dritter von links) und Walter Desch (Vierter von links) von Lotto Rheinland-Pfalz  haben im Rahmen ihrer Förderung der Dachsanierung die alte Kirche Wiesbaum besichtigt - gemeinsam mit (von links) Jakob Blum (VG Hillesheim), Ortsbürgermeisterin Karin Pinn, Pfarrer Andreas Paul sowie Daniel Eich und Ruxandra Gericke (Kirchengemeinderat). FOTO: Brigitte Bettscheider
Wiesbaum. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) und Lotto Rheinland-Pfalz fördern mit 25 000 Euro die Dachsanierung und die Verbesserung der Statik der alten Kirche in Wiesbaum.  Von Brigitte Bettscheider

(bb) Wenn Erich Engelke als Ortskurator der DSD mit dem Projektmanager von Lotto Rheinland-Pfalz, Thomas Kirsch, und – wie im Fall der Wiesbaumer Kirche St. Martin – noch in Begleitung des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Lottogesellschaft, Walter Desch, zu Besuch kommt,  ist das so ähnlich, wie wenn der Glücksbote klingelt.

Zwar heißt das Zauberwort nicht Tippschein, sondern Förderantrag, und diesem, von der Kirchengemeinde Wiesbaum gestellt, hatte die mit Lotto kooperierende DSD entsprochen. „Weil diese Kirche eine hohe kulturelle Bedeutung hat“, wie Engelke betonte. „Weil das Gebäude ein besonderes Schätzchen ist“, sagte Kirsch. Davon sei offenbar auch das Bistum Trier überzeugt, erklärte Pfarrer Andreas Paul (Hillesheim) beim Besichtigungstermin. Denn es beteilige sich im Rahmen einer Sonderentscheidung mit 50 Prozent an den Gesamtkosten von 284 000 Euro, obwohl die Martinskirche keine Pfarrkirche sei.

In den 1980er Jahren war das Bauwerk mit einer Investitionssumme von damals 238 000 Mark vor dem endgültigen Verfall gerettet worden. 2016 war die Sanierung des „Friedhofskirche“ genannten Gotteshauses auf Initiative von Pfarrer Paul beschlossen worden (der TV berichtete). Dass das Dach undicht war und komplett saniert werden musste, stand zu dem Zeitpunkt schon fest. Doch ein Gutachten zur Statik belegte, was Fachleute schon vermutet hatten: Die gesamte Dachkonstruktion an den drei Teilen der Kirche wies Schäden und Mängel auf – „und zwar je jünger der Bauabschnitt ist, umso mehr“, wie der Ortspfarrer erklärte.

Inzwischen ist der frühere Dachbelag abgetragen, Folie ist aufgezogen, und die Schalung befindet sich in Arbeit. Bis Ende November soll alles unter Dach und Fach sein, auch die Verschraubung mit drei Ankern zur Stabilisierung.

Dann ist die Kirche wieder gerüstet: für Beerdigungen, für die Werktagsgottesdienste, die von Frühjahr bis Herbst jeden zweiten Montagabend darin gefeiert werden, für Besuchergruppen, die mehr und mehr wegen der frei gelegten gotisch-figürlichen Bemalung, der Ranken- und Heilkräutermotive und der original Barockbemalung nach Wiesbaum kommen, und für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Lesungen.

Und damit es keine Missverständnisse bei den Auswärtigen gibt - immerhin verfügt die Gemeinde ja noch über eine „neue“ Kirche, Baujahr 1927, und der Ortsteil Mirbach über die bekannte Erlöserkirche – ist der Weg zur „Alten Kirche“ neuerdings ausgeschildert.