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Die Volksbank Eifel hat die Bewährungsprobe bestanden

Besonderes Ambiente: Die Vertreterversammlung der Volksbank Eifel fand im Lokschuppen in Gerolstein statt.
Besonderes Ambiente: Die Vertreterversammlung der Volksbank Eifel fand im Lokschuppen in Gerolstein statt. FOTO: (e_gero )
Gerolstein. Die Volksbank Eifel hat das erste Jahr nach der Fusion gut überstanden und einen Gewinn von 2,6 Millionen Euro eingefahren. Die Kunden halten der neuen Bank die Treue, die 36 000 Mitglieder erhalten 500 000 Euro Dividende. Mario Hübner

Es roch nach Schmieröl und somit auch nach Arbeit, und die alte Dampflok bildete den optischen Rahmen im voll besetzten Lokschuppen in Gerolstein bei der Vertreterversammlung der neuen Volksbank Eifel eG, die 2016 aus den Volksbanken Bitburg und Eifel-Mitte entstanden ist. Rund 600 Mitgliedervertreter; Gäste und Mitarbeiter des Geldinstituts waren gekommen, um sich die Bilanz des Vorstands - vor allem zur Fusion - anzuhören.

Viel Arbeit hat nach Aussage der Vorstände Andreas Theis und Michael Simonis auch die Zusammenführung der beiden Institute gekostet, sie sei aber "nachhaltig gelungen": Die bekannten Ansprechpartner seien geblieben, die neu gebildeten Regionalmärkte stünden für mehr Dezentralität und Verantwortung vor Ort. Oder wie Theis es gegenüber dem TV sagte: "Wir sind sehr zufrieden mit dem Erreichten: Das Klima ist gut, die Zahlen sind gut." Das machte er besonders an einer Zahl fest: "Das uns von den Kunden anvertraute Geld ist um 90 Millionen Euro beziehungsweise 3,6 Prozent gestiegen - ein toller Vertrauensbeweis." Weitere Kerndaten: Die Bilanzsumme stieg um 23,2 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro. Die Kreditnachfrage kletterte um 12,4 Millionen Euro auf rund 874 Millionen Euro. Ursache dafür: das nach wie vor günstige Zinsniveau.

Der Jahresgewinn nach Steuern betrug 2,6 Millionen Euro. Davon wurden gut 500 000 Euro an die rund 36 000 Mitglieder als Dividende ausgeschüttet. Den Großteil des Gewinns legte die Bank mit Zustimmung der Vertreter auf die hohe Kante. Das Eigenkapital stieg somit laut Theis auf 127 Millionen Euro, die Quote von acht auf zwölf Prozent. "Damit sind wir gut gerüstet für die Zukunft", sagte er.

Darüber hinaus haben 2016 rund 370 Vereine, Schulen, Kindergärten und weitere Institutionen wie Orts- und Verbandsgemeinden am Erfolg der Bank partizipiert: Mit knapp 390 000 Euro wurden wirtschaftliche, kulturelle und soziale Initiativen unterstützt.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen erteilte die Versammlung Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung. Einstimmig wurden auch die rund 50 Regionalbeiräte gewählt, die sich um die Belange in den fünf neu gebildeten Regionalmärkten kümmern: Bitburg, Speicher, Prüm, Neuerburg und Gerolstein.

Ein weiterer Themenschwerpunkt der Zusammenkunft: die künftige Ausrichtung der Bank.

"Wir haben festgestellt, dass die Anzahl unserer Online-Nutzer rapide zunimmt - in wenigen Jahren werden mehr als 80 Prozent der Bankgeschäfte nur noch online getätigt werden", sagte Theis. Nach dem Modelprojekt in Bitburg sollen laut Theis "in den nächsten drei bis fünf Jahren" auch in den anderen vier Regionalmärkten VR 1-Filialen entstehen.
Dort gibt es umfassende persönliche Beratung, Videoberatung von zu Hause aus sowie das Hinzuschalten von Spezialisten.

"Wir wollen uns keineswegs aus der Fläche zurückziehen, sondern passen uns dem veränderten Kundenverhalten an", sagte Theis. Dennoch sei absehbar, dass künftig weitere Kleinstfilialen geschlossen werden. Zudem kündigte er an, dass das Geldabheben bei der Volksbank Eifel auch künftig weitgehend gebührenfrei bleibe - für bis zu fünf Abhebungen am Automaten und fünf am Schalter.Extra

Wahlen zum Aufsichtsrat

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden die bisherigen Mitglieder Karin Plein (Speicher) und Dieter Nahrings (Prüm) einstimmig wiedergewählt, neu im Aufsichtsrat ist Jürgen Kohl, Gesellschafter und Geschäftsführer der Firmengruppe Kohl aus Irrel. Zum Abschluss der Versammlung wurde dem aus Altersgründen ausscheidenden Mitglied Manfred Meusel eine besondere Ehre zuteil: Thomas Krämer vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband zeichnete ihn für mehr als 30-jährige Tätigkeit mit der Goldenen Ehrennadel aus. Meusel bedankte sich mit den Worten: "In Gerolstein bin ich geboren, mein Vater hat in diesen Räumen (Anm. der Red.: Bahnbetriebswerk Gerolstein) seinen letzten Arbeitstag verbracht, und für mich schließt sich nunmehr der Kreis, in dem auch ich hier meine Arbeit als Aufsichtsrat beende - vielen Dank für Ihr Vertrauen!"

Die Zusammenführung ist „nachhaltig gelungen“, sagen die Vorstände Andreas Theis (links) und Michael Simonis. Fotos (2): Volksbank
Die Zusammenführung ist „nachhaltig gelungen“, sagen die Vorstände Andreas Theis (links) und Michael Simonis. Fotos (2): Volksbank FOTO: (e_gero )