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Ehrung
Und noch eine Auszeichnung für das erfolgsverwöhnte Dorf

Von „Halunken“ umringt: Die Basberger Jugend lässt sich nicht lumpen und schenkt Ministerpräsidentin Malu Dreyer einen selbst gebastelten Nistkasten.
Von „Halunken“ umringt: Die Basberger Jugend lässt sich nicht lumpen und schenkt Ministerpräsidentin Malu Dreyer einen selbst gebastelten Nistkasten. FOTO: Vladi Nowakowski
Basberg. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat Basberg eine Auszeichnung für vorbildliche ökologische Leistungen überreicht, die der Ort im Rahmen von „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen hat.

Im Rahmen ihrer Regionenreise „Im Land daheim“ hat Malu Dreyer Basberg besucht. „Ich habe bereits viel über die Gemeinde gehört“, sagt die Ministerpräsidentin während des Empfangs im Bauerngarten der ehemaligen Volksschule des Orts. „Und es ist wirklich zauberhaft hier.“ Gefühlt ist (mal wieder) das gesamte Dorf auf den Beinen – also die rund 90 Einwohner.

Es ist eine weitere Auszeichnung für das kleine Eifeldorf, über die sich die Basberger freuen können. Der Sonderpreis für „Vorbildliche ökologische Leistungen in der Gemeinde“ wird vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten verliehen, die ökologischen Leistungen werden im Rahmen der Ortsbegehung der Jury des Landesentscheids zu „Unser Dorf hat Zukunft“ bewertet und an das Ministerium in Mainz weitergegeben.  Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert, das Geld ist zweckgebunden und soll für die ökologische Aufwertung ausgegeben werden.

Einsatzmöglichkeiten gibt es in Basberg viele, „denn der gesamte Ort setzt sich für Nachhaltigkeit und Naturschutz ein“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Diederichs. Ein Vorzeigeprojekt seien gewiss die Freistellungsarbeiten am Katzenberg, dem 515 Meter hohen Hausberg der Basberger.

Die markante Erhöhung wurde bereits 1939 ab der Höhe von 500 Metern zum Naturdenkmal ernannt und bietet zahlreichen Pflanzen und Tieren Schutz.  „Dort wird nicht mit schwerem Gerät gemäht, die sogenannte Freistellung besorgen Coburger Fuchsschafe und neuerdings eine Ziegenherde“, erklärt Diederichs. Die Tiere werden von der Dorfgemeinschaft versorgt. Weitere Projekte in Sachen Naturschutz sind beispielsweise eine Streuobstwiese, in deren Bäumen ausschließlich alte und vom Aussterben bedrohte Obstsorten heranreifen, und  ein riesiges Insektenhotel. Zwei Imker im Ort sorgen für ausreichende Bienenpopulation und damit für gesunden Honig.

Eine Besonderheit des kleinen Eifelortes in der Verbandsgemeinde Hillesheim ist der hohe  Anteil an Kindern und Jugendlichen. Ein Viertel der Einwohner  ist unter 18 Jahren alt und bildet die Jugendgruppe der  „Basberger Halunken“.

Auch der Nachwuchs setzt sich für den Naturschutz ein, versorgt die Schafe und Ziegen auf dem Katzenberg und baut beispielsweise Nistkästen, die jährlich gemeinsam gereinigt werden und dokumentiert die Population der Singvögel. Vor dem Dorfrundgang und dem Bürgergespräch an der Schutzhütte auf dem Katzenberg überreichen die Halunken der Ministerpräsidentin  einen selbstgebauten Nistkasten als Gastgeschenk. „Dafür werde ich einen ganz besonderen Platz aussuchen“, verspricht Malu Dreyer.