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Eröffnung erst kurz vorm Advent

Die Markthalle in Hillesheim wird umgebaut. Derzeit wird der alte Betonboden mit schwerem Gerät entfernt. TV-Fotos Mario Hübner
Die Markthalle in Hillesheim wird umgebaut. Derzeit wird der alte Betonboden mit schwerem Gerät entfernt. TV-Fotos Mario Hübner FOTO: Mario Hübner (mh) ("TV-Upload H?bner"
Hillesheim. Der Umbau und die Sanierung der alten Viehmarkthalle in eine moderne Markt- und Messehalle in Hillesheim für knapp eine Million Euro verzögern sich wegenÜberraschungen auf der Baustelle. Bis Ende November, wenn die ersten Weihnachtsfeiern und -veranstaltungen geplant sind, sollen die Arbeiten aber abgeschlossen sein. Mario Hübner

Hillesheim. Es ist wahnsinnig laut und staubig, ohne Gehör- und Atemschutz hält man es drinnen fast nicht aus: Arbeiter schneiden mit schwerem Gerät samt Dimantscheibe Fugen in den Beton, damit ihn die anderen Kollegen, die dem Boden mit Presslufthämmern zu Leibe rücken, besser wegstemmen können. Nein, die Markthalle in Hillesheim ist dieser Tage kein gemütlicher Ort.Aber das soll sich durch den knapp eine Million Euro teuren Umbau zu einer modernen Markt- und Messehalle ändern, den der Stadtrat im Mai dieses Jahres beschlossen hat (siehe Extra). Damals waren Aufträge vergeben worden, die 300 000 Euro über den veranschlagten Kosten lagen. Zu der erheblichen Kostensteigerung war es laut Verwaltung aus folgenden Gründen gekommen: wegen höherer Preise gegenüber der zwei Jahre alten Kalkulation, neuer gesetzlicher Auflagen (bessere Statik fürs Dach; getrennte Leitungssysteme für das Lösch- und Trinkwasser), zusätzlicher Wünsche (mehr Wasser- und Stromanschlüsse, eine ordentliche Heizungsanlage anstatt eines Heißluftgebläses) und Überraschungen (fehlende Dampfsperre im Dach). Und da auch der Boden mit rund 1200 Quadratmetern Fläche aufwendiger zu bearbeiten ist als angenommen, geht es langsamer voran als geplant.Zusätzliche Firma

War bislang von einer Fertigstellung aller Arbeiten Ende Oktober ausgegangen worden, so nennt Stefan Mertes, Bauabteilungsleiter im Hillesheimer Rathaus, nun ein neues Datum: "Ende November wird die Halle wieder voll nutzbar sein, also rechtzeitig vor den ersten großen Weihnachtsfeiern, die in der Halle angemeldet sind." Um das zu schaffen, wurde nun doch noch eine zusätzliche Firma beauftragt, die den Betonboden für die Verlegung des neuen Estrichs (ab 5. Oktober) vorbereitet. Das kostet zwar Geld (wie viel ist laut Mertes noch unklar), dafür ist beim gleichen Gewerk aber auch schon gespart worden. Mertes sagt: "Helfer der ortsansässigen Vereine haben bislang in Eigenleistung den alten Betonboden herausgebrochen, sind jetzt aber an ihre Grenzen gestoßen. Dadurch haben wir weitere 20 000 Euro gespart." Was sie nicht geschafft haben, macht nun die Firma.Viel Eigenleistung

Die gleiche Summe ist bereits gespart worden, weil die Hillesheimer Seniorentruppe komplett in Eigenleistung den Abstellraum in der Halle gebaut hat. Weitere Abweichungen von dem im Mai vom Stadtrat beschlossenen Kostenrahmen hat es laut Planer Daniel Bartz vom beauftragten Architekturbüro Lenartz/Lenartz & Partner bislang nicht gegeben. Weitere Einsparmöglichkeiten bei den verbleibenden Gewerken sieht Bauamtsleiter Mertes aber auch nicht. Die Kommune hat jedoch beim Land einen Antrag über einen höheren Zuschuss gestellt - entsprechend der Kostensteigerung. Die Antwort steht aber noch aus. Bislang hat das Land einen Zuschuss über 410 000 Euro zugebilligt. Meinung

Kosten schmerzen, Verzögerung nichtDie Verzögerung bei der Generalsanierung der Markthalle in Hillesheim ist kein Beinbruch. Hauptsache zum großen Hallenweihnachtsmarkt ist alles fertig. Und danach sieht es aus. Erstens ist man beim Umbau von alten Gebäuden nie vor Überraschungen gefeit und zweitens hat die Verzögerung diesmal auch mit dem Einsatz freiwilliger Helfer zu tun gehabt - wodurch Geld eingespart worden ist. Und das ist gut so. Was bei dem Projekt viel schwerer wiegt, ist die Gesamtsumme der Investition von rund einer Million Euro (!) und die massive Kostensteigerung von rund 300 000 Euro. Und zwar auch durch Sonderwünsche der Stadt und der Vereine, die die Halle regelmäßig nutzen. Alle müssen sich im Klaren sein: Hier leistet sich die verschuldete Stadt Hillesheim ein Prestigeprojekt, für das sie noch lange abzuzahlen hat. m.huebner@volksfreund.deExtra

Diese Aufträge hat der Stadtrat für den Umbau der Markthalle Hillesheim vergeben: - Dacheindeckung, Dachabdichtung, Klempnerarbeiten: Firma Harald Handwerk (Hillesheim): 343 000 Euro. - Estrich: Modern-Estrich-Bau (Merzig): 192 000 Euro. - Heizung: Firma Gerhardy (Gerolstein): 128 000 Euro. - Elektro: Firma Schmitz (Bolsdorf): 90 000 Euro. - Zimmer- und Holzarbeiten: Holz- und Dachbau Lorsche (Wiesbaum): 46 000 Euro. - Blitzschutz: Kurth (Bad Münstereifel): 18 000 Euro. Im Differenzbetrag zwischen Auftragssumme (817 000 Euro) und Gesamtkalkulation (982 000 Euro) von 165 000 Euro sind laut Verwaltung die Baunebenkosten wie die Architektenhonorare enthalten sowie Materialkosten für die Arbeiten, die in Eigenleistung erledigt wurden. So wurden gut 40 000 Euro eingespart. mh