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Fahnenband für Gerolsteiner Fernmelder

Gerolstein. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident hat dem Führungsunterstützungsbataillon 281 aus Gerolstein am Montagmittag das Fahnenband übergeben. Das Bataillon erhielt diese Auszeichnung für seine besonderen Verdienste während mehrerer Auslandseinsätze. Alexander Schumitz

Gerolstein. Über den Brunnenplatz in Gerolstein schallen laut militärische Töne. Das Führungsunterstützungsbataillon 281 ist zum Appell angetreten. Der Grund: Ministerpräsident Kurt Beck übergibt den Soldaten der Gerolsteiner Einheit das Fahnenband. Außerdem werden 51 Soldaten, die kürzlich vom ISAF-Einsatz aus Afghanistan zum Bataillon zurückgekommen sind, begrüßt. Gleichzeitig werden 61 Soldaten, die demnächst nach Kabul gehen, verabschiedet.
In seiner Ansprache hebt Beck die gesellschaftliche Bedeutung der Bundeswehr hervor. Er betont, dass die Soldaten der Fernmeldekompanie aus Gerolstein in den vergangenen 19 Jahren an fast jedem Auslandseinsatz des Heeres beteiligt waren.
Für den Standortkommandanten Hans-Jörg Oster ist dieser Appell etwas Besonderes. In seiner khakifarbenen Uniform verfolgt er die Zeremonie. Seine Eltern sind ebenfalls nach Gerolstein gekommen, denn demnächst tritt er seinen nächsten Auslandseinsatz in Mazar-e-Sharif (Afghanistan) an. "Die Angehörigen stellen sich während eines solchen Einsatzes immer wieder die Frage, ob der Soldat lebend zurückkommt", sagt Oster über die enorme Belastung, der Familienangehörige während eines zum Teil sechsmonatigen Einsatzes ausgesetzt sind.
Generalmajor Gerhard Stelz, unter anderem Befehlshaber der rheinland-pfälzischen Soldaten, betont in seiner Rede die Partnerschaft zwischen der Stadt Gerolstein und den Soldaten, die in der Stadt ein "Stück Heimat" gefunden haben. Dies werde auch daran deutlich, dass die Soldaten während ihrer Auslandseinsätze das Gerolsteiner Ortsschild mit sich führen.
Die Bürger fordert Stelz dazu auf, sich aktiv für die Garnisonsstadt zu engagieren. "Am Ende ihrer Dienstzeit sind Soldaten hoch qualifizierte Arbeitskräfte, die der privaten Wirtschaft zur Verfügung stehen."
Etwa 150 Zuschauer beobachten vom Rand des Brunnenplatzes aus das militärische Zeremoniell. Während das Heeresmusikkorps aus Koblenz die Nationalhymne spielt, eilen Sanitäter im Hintergrund herbei. Sie versorgen unauffällig ein Mitglied der Ehrenformation. Das Beispiel zeigt, dass die Soldaten zusammenhalten und sich unterstützen.Extra

Das Fahnenband wird den Bundeswehreinheiten in der Regel von den Ministerpräsidenten des Landes verliehen. Es ist die höchste Ehrung in der Bundesrepublik, die einem Militärverband erwiesen werden kann, und ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für das Bataillon. Es wird bei Paraden und Appellen mitgeführt. Das Band wird an die Fahne geheftet. Bei dieser Gelegenheit wird die Truppenfahne gesenkt. Das geschieht sonst nur bei Gelöbnisfeiern und zur Totenehrung. itz