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Tourismus
Für immer Gastgeber – und glücklich

Kathrin und Jörg Dörtelmann betreiben seit 21 Jahren den Campingplatz im Oosbachtal.  Dass die Familie ihre Zelte in der Eifel aufschlug, war reiner Zufall.
Kathrin und Jörg Dörtelmann betreiben seit 21 Jahren den Campingplatz im Oosbachtal.  Dass die Familie ihre Zelte in der Eifel aufschlug, war reiner Zufall. FOTO: Vladi Nowakowski / Tv
Gerolstein-Müllenborn. Kathrin und Jörg Dörtelmann betreiben seit 21 Jahren den Campingplatz im Oosbachtal. Dass die Familie ihre Zelte in der Eifel aufschlug, war reiner Zufall. Von Vladi Nowakowski

Hinter der kleinen, unscheinbaren Einfahrt versteckt sich ein Sehnsuchtsort für Camping-Freunde. Es geht nicht allein darum, dass die Stellplätze schön gelegen sind - mit freiem Zugang zum Oosbach, mitten in der mit ihren Reizen nicht geizenden Vulkaneifel.

Es weht hier ein Hauch Nostalgie. Abseits der großen, lärmenden Campingplätze, der Caravan-Wagenburgen mit angeschlossenen Supermärkten und Freibädern, setzen Kathrin und Jörg Dörtelmann auf Gemütlichkeit und Entschleunigung.

Ihre Gäste danken es ihnen, einige mit jahrzehntelanger Treue.


„Wir haben den Platz am 1. April 1996 übernommen“, erzählt Jörg Dörtelmann. „Damals bestand er bereits seit 30 Jahren.“ In Köln, wo Kathrin, gebürtige Hamburgerin, und Jörg Dörtelmann zuvor lebten, wollte das junge Ehepaar nicht bleiben: „Zu laut, zu stressig, zu wenig Freiraum“, sagen die beiden. „Wir hatten die Nase voll und wollten weg aus der Großstadt.“

Die Idee, einen Campingplatz auf dem Land zu übernehmen, sei von Beginn an der Plan gewesen: „Wir haben uns mit der Suche Zeit gelassen und einige Plätze im gesamten Bundesgebiet angeschaut“, erzählt Dörtelmann. „Dieser hier war ursprünglich nicht in der engeren Auswahl, auch wenn er uns sehr gefiel.

Der Modernisierungsbedarf erschien zu groß.“ Letztlich aber hätte den Ausschlag gegeben, dass die Gemeinde der Übernahme positiv gegenüberstand und Gespräche mit den Nachbarn dazu führten, zehn Stellplätze mehr einrichten zu können, berichtet das Ehepaar.

Auch Sanierungsarbeiten an den Abwasserrohren der Gemeinde kamen den damals frischgebackenen Campingplatz-Eigentümern entgegen: „Unsere Dauergäste haben dadurch eigene Anschlüsse an das Abwassersystem erhalten.“
In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde ständig verbessert und ausgebaut: Heute bietet der Campingplatz einen kleinen Biergarten, einen überdachten Grillplatz und mehr Stellplätze für Dauergäste.

Es gibt barrierefreie Toiletten, eine Spülküche, ein Babybad und einen Kinderspielplatz – und mit der Oosbachschänke ein gemütliches Restaurant mit ansehnlicher Speisekarte, in dem sich Camper, Wanderer und auch Einheimische treffen.

Zudem gab es für das Ehepaar Dörtelmann auch Nachwuchs: „Unsere Kinder sind beide hier in der Eifel geboren.“

Und es gibt immer etwas zu tun – längst bestimmt der Betrieb den ganzen Tagesablauf der Familie. „Ab morgens acht bis etwa 22 Uhr sind wir für die Gäste da, vom Frühstück bis zur letzten Runde in der Schänke“, sagt die Hausherrin.

Die immer nötigen Wartungs- und Erhaltungsarbeiten auf dem weitläufigen Gelände sind obendrein zu erledigen.

Irgendwann zwischendurch schafften es Jörg und Kathrin Dörtelmann sogar, einen Volkshochschulkurs in Niederländisch zu absolvieren. „Annähernd 90 Prozent unserer Gäste sind Niederländer, da ist es nur angemessen, dass wir die Sprache beherrschen.“

Trotz der vielen Arbeit fast rund um die Uhr wollten beide den Job „gegen keinen anderen auf der Welt tauschen“, sagen sie. Einen Wunsch für die Zukunft haben die Dörtelmanns: „Es wäre schön, wenn sich die Verantwortlichen bald darauf einigen, was mit der ehemaligen Bahntrasse passiert, die an unserem Campingplatz vorbeiführt.“ Früher seien Gäste aus aller Herren Länder angereist, um von hier aus die Dampfloks zu bewundern, die zu verschiedenen Events auch durch das Oosbachtal fuhren.

„Das ist wohl ein für alle Mal vorbei“, sagt Jörg Dörtelmann. „Doch wenn die Entscheidung fällt, auf der Trasse einen Radweg einzurichten, wäre das für uns auch ein großer Gewinn.“ Im Augenblick fehlten beide: Eisenbahnfreunde und Rad-Touristen.