| 21:47 Uhr

FDP schickt Marco Weber ins Rennen

FDP-Kreisvorsitzender Edmund Geisen (Zweiter von links) beglückwünscht Marco Weber (Zweiter von rechts) zur Wahl als Landtagskandidat (links Schatzmeister Michael Koch, rechts der stellvertretende Vorsitzende Alfred Cornesse). TV-Foto: Stephan Sartoris
FDP-Kreisvorsitzender Edmund Geisen (Zweiter von links) beglückwünscht Marco Weber (Zweiter von rechts) zur Wahl als Landtagskandidat (links Schatzmeister Michael Koch, rechts der stellvertretende Vorsitzende Alfred Cornesse). TV-Foto: Stephan Sartoris
Der FDP-Kreisverband Vulkaneifel hat bei seinem Parteitag in Berlingen personelle Weichen gestellt. Der Vorstand macht in bisheriger Besetzung weiter, und der Kandidat für die Landtagswahl in knapp einem Jahr ist nominiert. Von unserem Redakteur Stephan Sartoris Von Stephan Sartoris

Berlingen/Gerolstein/Daun. Der FDP-Kreisverband Vulkaneifel hat bei der Erledigung der Hausaufgaben für die Landtagswahl 2011 einen echten Frühstart hingelegt und am Samstag bereits den Direktkandidaten für den Wahlkreis 20 (Kreis Vulkaneifel) nominiert. War bei den Wahlen der jüngsten Vergangenheit stets der Kreisvorsitzende Edmund Geisen Kandidat, stand er nun nicht mehr zur Verfügung, ist er doch im September vergangenen Jahres erneut in den Bundestag gewählt worden.

Also musste ein neuer Bewerber her, und beim Kreisparteitag in Berlingen warfen zwei Bewerber ihren Hut in den Ring. Die FDP-Mitglieder hatten die Wahl zwischen dem 35 Jahre alten Marco Weber aus Lissendorf, der gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder einen landwirtschaftlichen Betrieb führt, und dem 47 Jahre alten Versicherungsmakler Markus Schmitz aus Üdersdorf. Nach einer kurzen Vorstellung der beiden Bewerber fiel die Entscheidung deutlich aus: 22 Stimmen für Weber, zwei für Schmitz.

Der Weg in den Landtag wird für Weber aber ein sehr schwerer sein, denn im Kampf um das Direktmandat im Kreis Vulkaneifel dürfte er keine Chance haben. Dieses ist seit Jahrzehnten in der Hand der CDU, 2006 gewann Herbert Schneiders den Wahlkreis vor der SPD-Herausforderin Astrid Schmitt. Auch über die Kandidatenliste des FDP-Bezirksverbands Eifel-Hunsrück sind die Chancen auf einen Einzug ins Landesparlament für den Lissendorfer, der seit sechs Jahren in der FDP ist, nicht groß, wie Kreisvorsitzender Geisen deutlich machte.

Viele gute Nachrichten aus dem Jahr 2009



Neben der Nominierung des Landtagskandidaten stand die Neuwahl des Kreisverbands auf der Tagesordnung des Parteitags. In seinem Rechenschaftsbericht konnte Edmund Geisen so viel Positives wie nie zuvor auflisten. Ein "Super-Ergebnis" bei der Bundestagswahl 2009, bei der der Kreisvorsitzende wieder den Sprung in den Bundestag schaffte und die FDP bei den Zweitstimmen im Kreis vor der SPD landete. Auf kommunaler Ebene hat die FDP seit dem vergangenen Jahr so viele Mandate wie noch nie und ist im Kreistag, in drei Verbandsgemeinde- und in zwei Stadträten vertreten.

Angesichts einer solchen Bilanz war es keine Überraschung, dass die Vorstandswahlen eine klare Angelegenheit war. 100 Prozent der Stimmen für Edmund Geisen bei der Wiederwahl als Vorsitzender, 100 Prozent für Al-fred Cornesse bei der Wiederwahl als stellvertretender Vorsitzender, 100 Prozent für Michael Koch bei der Wiederwahl als Schatzmeister. Fast hätte auch Tanja Kracht (Kelberg) diese Prozentzahl bei der Wiederwahl als weitere stellvertretende Vorsitzende erreicht: Sie bekam 22 von 24 Stimmen.

Meinung

Option für die Zukunft

Auch wenn Marco Webers Chancen, in den rheinland-pfälzischen Landtag zu kommen, klein sind, ist seine Nominierung doch wichtig für die FDP. Denn sie hat nun im Landtagswahlkampf die Möglichkeit, ein neues Gesicht zu präsentieren und zu zeigen, dass die Partei nicht nur aus Edmund Geisen besteht. Er ist seit vielen Jahren das Gesicht der FDP, er hat die Partei zu dem gemacht, was sie heute ist, er ist unangefochten die Galionsfigur. Auch wenn Geisen noch keinen Gedanken an einen politischen Ruhestand verschwendet, muss die Partei doch perspektivisch denken. Wenn sich Weber bewährt, kann er eine Option für die Zukunft sein. s.sartoris@volksfreund.de