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FWG will aus Sprudelbetrieb ein Hotel machen

Was wird auf dem nicht mehr genutzten Areal des Gerolsteiner Brunnens an der Brunnenstraße? Mit dieser Frage beschäftigen sich auch die Freien Wähler. Ihr Vorschlag: ein Hotel. TV-Foto: Archiv/Mario Hübner
Was wird auf dem nicht mehr genutzten Areal des Gerolsteiner Brunnens an der Brunnenstraße? Mit dieser Frage beschäftigen sich auch die Freien Wähler. Ihr Vorschlag: ein Hotel. TV-Foto: Archiv/Mario Hübner
Gerolstein. Die Freien Wähler in der Stadt Gerolstein haben einige Vorstellungen, wie das Brunnengelände sinnvoll genutzt werden kann. Alternativ zur Ansiedlung eines großen Verbrauchermarkts schlagen sie den Bau eines Hotels, von Ferienwohnungen und einer Stadthalle vor. Mario Hübner

Gerolstein. Das Projekt "Brunnengelände" ist auch nach Ansicht der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) der Stadt Gerolstein "außerordentlich wichtig für die Stadt und wird ihre Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten nachhaltig prägen". "Aber das Projekt Brunnengelände darf nicht für sich alleinstehend betrachtet werden", sagt Fraktionsvorsitzender Heinz Weber und zählt die weiteren Projekte auf, die in den nächsten Jahren anstehen: Neugestaltung des Bahnhofs und Bahnhofsvorplatzes, Neubau der Hochbrücke, Renaturierung der Kyll und der angrenzenden Uferbereiche sowie Schaffung attraktiver Stadteingänge vom neuen Bahnhofsvorplatz und vom neuen Brunnengelände.
Gemeinsames Ziel


Weber: "Alle diese Projekte sind wichtig für das große, gemeinsame Ziel, Gerolstein für die Zukunft zu rüsten. Und sie müssen gemeinsam betrachtet werden." Weiterhin betont die FWG, dass sie auf eine für Gerolstein und insbesondere die Innenstadt förderliche Umsetzung des Brunnenprojekts Wert lege. Weber: "Dafür werden wir kämpfen." Und sie kritisiert, dass es bisher öffentlich noch keine Diskussion darüber gab, welche Nutzung für die zukünftige Stadtentwicklung die meisten Vorteile bringen könnte.
Die Idee der Firma Faco als Projektentwickler, mit der Ansiedlung eines großen Verbrauchermarktes eine Magnetwirkung zu erzielen, ist für die FWG nur eine von verschiedenen Alternativen, die diskutiert werden sollten. Die Freien Wähler schlagen drei weitere Ideen vor. Erstens: Nach der Schließung des Hotels Calluna werde - allen voran vom Gerolsteiner Brunnen - das Fehlen eines Hotels von vergleichbarem Standard für die zahlreichen Veranstaltungen und Events und auch Übernachtungen, die allein der "Sprudel" regelmäßig nachfrage, bemängelt.
Weber sagt dazu: "Ein Hotel am Standort Brunnengelände wäre für die Anreise per Bahn, Bus, Auto, Motorrad, Rad und für die Wanderer ideal gelegen - und auch für die Eifeler wäre ein Bistro oder Terrassencafé am Kyllufer höchst einladend und bestens erreichbar." Zudem läge die Innenstadt für die Hotelgäste im wahrsten Sinne des Wortes vor der Tür. Zweitens: Neben den für den eigenen Betrieb benötigten Tagungs- und Veranstaltungsräumen könnte das Hotel auch die für regionale und kommunale Veranstaltungen benötigten Räume (Stichwort Stadthalle) bewirtschaften und hätte damit ein weiteres Standbein.
Drittens: Laut FWG brauche es in Gerolstein nicht nur Betten im Sterne-Segment, sondern auch preisgünstige Zimmer oder Wochen- und Monatsangebote in möblierten Appartments oder Ferienwohnungen - ein mögliches weiteres Standbein.
Weber sagt: "Man sieht, es gibt mehr als eine Idee, um unsere Stadt attraktiver zu machen. Nehmen wir uns die Zeit, Ideen zu sammeln und gut zu planen, denn die Folgen einer Fehlentscheidung kann sich die Stadt Gerolstein nicht leisten."
Zu einer möglichen Finanzierung des Hotel- und Stadthallenprojektes sagte Weber: "Da kann ich mir ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Stadt, dem Gerolsteiner Brunnen und einem Privatinvestor vorstellen."Extra

Der Stadtrat Gerolstein hat vor Kurzem beschlossen, eine sogenannte gemeinsame förmliche Stadtumbaumaßnahme (nach Paragraf 171a des Baugesetzbuches) einzuleiten: erstens für das innerstädtische Areal des Gerolsteiner Brunnens am Stadteingang aus Richtung Pelm, zweitens für die auf der anderen Seite der B 410 gelegenen Flächen (Drees treppchen, Parkplatz Pauls, McDonald\\'s) und drittens für das Bahnhofsumfeld. Sie ist Grundlage dafür, dass die Stadt beim Land Fördergeld beantragen kann - beispielsweise durch Städtebauprogramme oder die Gewässerrenaturierungsmaßnahme "Aktion Blau Plus", die wegen ihrer bis zu 95-prozentigen Förderquoten besonders attraktiv ist. mh