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Geht wandern und redet darüber - Eifel-Fans vernetzen sich

Die Facebook-Seite „Eifelsüchtig“ ist eine der Seiten, die auf die Region aufmerksam machen. Sie hat innerhalb eines Jahres 6500 Fans gefunden. Screenshot: Christian Altmayer
Die Facebook-Seite „Eifelsüchtig“ ist eine der Seiten, die auf die Region aufmerksam machen. Sie hat innerhalb eines Jahres 6500 Fans gefunden. Screenshot: Christian Altmayer FOTO: (e_eifel )
Ellscheid/Manderscheid. Im Internet vernetzen sich die Eifel-Fans. Hans-Eberhard Peters betreibt mit "Eifelsüchtig" eine der größten Plattformen dieser Art. Christian Altmayer

Rapspflanzen recken ihre gelben Köpfchen aus dem Grün. Ackerland erstreckt sich bis zum Horizont. Baumgruppen stehen auf den Feldern, als hätte eine gigantische Hand sie dort hingewürfelt. Darüber spannt sich ein klarer Himmel. Vereinzelte Wolken schwimmen im Blau wie eine Schiffsflotte.

Wer schon einmal durch die Eifel gefahren ist, kennt solche Landschaften. Doch kaum einer kennt sie so wie Hans-Eberhard Peters.
Fast täglich ist der 71-Jährige in der Region unterwegs - von Euskirchen bis Bitburg, von Prüm bis Manderscheid. Was er dort macht? Er wandert. Die Touren bebildert und betextet er im Anschluss bei Facebook und auf seinem Blog "Eifelsüchtig". Auch das eingangs beschriebene Foto stammt von dem Bonner Ex-Soldat. Aufgenommen hat er es in der Nähe von Ellscheid im Vulkaneifelkreis. 32 Menschen gefällt das, 13 haben es geteilt. Bei anderen Beiträgen auf seiner Plattform gehen auch schon mal hundert Daumen hoch. Inzwischen hat die Seite rund 6500 Facebook-Fans. Und es werden stetig mehr.

Das Interesse an der Eifel und dem Wandern scheint allgemein groß zu sein in den sozialen Netzwerken. Gruppen wie "Lust auf Eifel" oder "Freunde der Eifel" zählen Hunderte, manche Tausende Mitglieder (siehe Info). Auch in Wandermagazinen wird die Region immer häufiger erwähnt.
Gibt es also mehr Aufsehen um die Eifel? Darüber und über seine Plattform "Eifelsüchtig" haben wir mit Hans-Eberhard Peters gesprochen.

Wie kam es zur Gründung von "Eifelsüchtig"?
HANS-EBERHARD PETERS: Den Blog betreibe ich seit etwa drei Jahren, die Facebook-Gruppe erst seit Juli 2016. Angefangen damit habe ich über meine Tätigkeit als Medienwart beim Eifelverein. Wie der Name es schon sagt, bin ich dort für alles zuständig, was mit neuen Medien zu tun hat. Ich habe aber irgendwann gemerkt, dass der Begriff "Verein" viele Menschen abschreckt. Also habe ich eine neue Plattform ins Leben gerufen. Sie soll die Eifel ein bisschen populärer machen.

Offenbar mit Erfolg: 6500 Fans sind nach nicht mal einem Jahr online beachtlich. Wie erklären Sie sich das Interesse an Ihrer Plattform und der Eifel allgemein?
PETERS: Das hat auf jeden Fall mit Lokalpatriotismus zu tun. Die Eifeler haben eine starke Bindung zu ihrer Region. Die ist auch stärker ausgeprägt als beispielsweise in der Pfalz oder im Schwarzwald. Zu diesen Regionen finden Sie auch nicht so viele Portale, Blogs und so weiter wie zu unserer Region.

Was macht die Region Ihrer Meinung nach attraktiv?
PETERS: Im Norden haben wir Felsen und Maare, im Süden die Felder und Wälder und die kleinen Bäche, die sich hindurchschlängeln. Es gibt kaum Regionen, die eine solche Vielfalt zu bieten haben.

Ja, aber nehmen das auch Menschen von außerhalb wahr? Wo kommen denn Ihre Facebook-Fans her?
PETERS: Da sind natürlich viele aus der Eifel dabei. Aber zum Beispiel auch Holländer und Belgier. Es gibt natürlich auch Fans von weiter weg - die sind dann auf der Suche nach Tipps für Wanderausflüge.

Ist Wandern nicht eher was für ältere Menschen? Spricht das die jüngere Generation überhaupt an?
PETERS: Jein, die allermeisten, die meine Seite abonniert haben, sind zwischen 35 und 55 Jahren alt. Aber es gibt auch Jüngere, die sich in den Zwanzigern bewegen. Und ja: Die wollen auch wandern. Und gerade für die sind die Tipps auf "Eifelsüchtig" womöglich hilfreicher als die organisierten Touren, die die Touristiker anbieten.

Verdienen Sie mit Ihrer Plattform eigentlich Geld?
PETERS: Nein, ich mache das nur aus Liebe zur Eifel. Und bis jetzt ist noch kein Ende in Sicht. Ich denke, ich werde das also noch eine Weile weitermachen.Extra: WEITERE INTERNETPORTALE


Erst kürzlich hat das Portal "Lust auf Eifel" die Marke der 7000 Mitglieder geknackt. Anders als "Eifelsüchtig" lebt die öffentliche Facebook-Gruppe von Heike Krämer aber vor allem von der Community. Die stellt private Schnappschüsse rein - keine professionellen Fotos. Krämer postet zwar auch selbst, übernimmt allgemein aber eher die Funktion einer Moderatorin. Hier soll sich jeder beteiligen, "Gruppensammler" sind nicht erwünscht - so steht es auch in der Beschreibung der Gruppe. "Lust auf Eifel" verfolgt aber ein ähnliches Ziel wie "Eifelsüchtig": der Region und ihrer Landschaft in digitaler Form zu huldigen.

Rapsfelder gehören zum typischen Bild in der Eifel. Solche Fotos sind auch bei der Facebook-Gruppe Eifelsüchtig zu finden. TV-Foto: Archiv/Eileen Blädel
Rapsfelder gehören zum typischen Bild in der Eifel. Solche Fotos sind auch bei der Facebook-Gruppe Eifelsüchtig zu finden. TV-Foto: Archiv/Eileen Blädel FOTO: (e_bit )