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SCHULE
Hier hat das „Wir“ Vorfahrt

Freuen sich auf den ersten Tag der sozialen Projekte: Schüler des St.-Willibrord-Gymnasiums.
Freuen sich auf den ersten Tag der sozialen Projekte: Schüler des St.-Willibrord-Gymnasiums. FOTO: tv / Eva Hellweg
Bitburg. Zum ersten Mal gibt es am St.-Willibrord-Gymnasium einen Tag der sozialen Projekte. Eine Premiere mit viel Programm. Von Ulrike Löhnertz
Ulrike Löhnertz

(utz) Soziales Engagement? Gehört das überhaupt an die Schule? Sollten sich nicht andere darum kümmern? Auf keinen Fall, findet Andreas Merzhäuser, Direktor des St.-Willibrord-Gymnasiums in Bitburg. „Wir sind doch keine reine Lehranstalt, wo es nur darum geht, Wissen zu vermitteln“, sagt er. Vielmehr ginge es darum, das soziale Miteinander zu entwickeln und das soziale Engagement für andere zu stärken.

Zweiteres geschehe am „St. Willi“ auch dann, wenn der Unterricht vorbei sei. Und zwar in Arbeitsgemeinschaften, die sich um unterschiedliche Anliegen kümmern. So gibt es derzeit an der Schule sieben Gruppen, in denen sich etwa 80 Schüler engagieren. Was Merzhäuser beachtlich findet.

Dennoch findet er, dass noch mehr über die Gruppen gesprochen werden muss. Einmal, damit auch andere davon erfahren, die nicht Schüler des St. Willi sind, oder solche, die es zwar sind, aber noch Impulse brauchen. Deshalb freut er sich über die Initiative von Religionslehrerin Sarah Lintz, die auch im Schulpastoral im Bistum Trier tätig ist, die Idee für einen Tag der sozialen Projekte hatte und diesen zusammen mit dem Bistum Trier, dem Haus der Jugend und dem Förderverein des St.-Willibrord-Gymnasiums sowie Schülern und Lehren vorbereitet hat.

Und welchen Titel könnte ein solcher Tag besser haben St.-Willibrord-Tag? Die Premiere findet also am Freitag, 7. Dezember, ab 17 Uhr im St.-Willibrord-Gymnasium statt. Mit dabei sind alle Arbeitsgemeinschaften (AG zur Integration Jugendlicher mit Beeinträchtigung, kurz BAG, Fair Trade AG, Ruanda AG, Fairplay Tour, Little Prinz Kenya, Hope Cape Town).

An Ständen stellen die Schüler ihre AG vor und beantworten Fragen der Besucher. Vielleicht will der ein oder andere, der schon nicht mehr die Schulbank drückt, ja auch mitmachen?

Kein Problem, sagt Merzhäuser. Diese Gruppen seien für alle offen. das zeige sich ja auch schon an der BAG, die in Kooperation mit dem Haus der Jugend seit 1983 besteht, oder an der Fairtrade-AG, die mit dem Eine-Welt-Laden zusammenarbeitet. Apropos Faitrade-AG. Diese Gruppe trägt auch potenzielle Weihnachtsgeschenke zum Willibrord-Tag bei: zum Beispiel Engel aus Altpapier oder Designschalen aus alten Schallplatten. Zudem gibt es Getränke und Essen. Der Erlös kommt den Hilfsprojekten zugute.

Bleibt nur noch eine Frage: Was hat es mit dem Foto auf dem Flyer auf sich, das ein großes W und  ein großes E zeigt, die sich auf einer Fläche spiegeln? „Das bedeutet We over me“, sagt Sarah Lintz – also soviel wie: Das Wir ist wichtiger als ich allein. Der Urheber ist Schüler Marian Kraus. Sein Werk wurde von Schülern und Lehrern unter rund 20 Vorschlägen ausgesucht. Eben ganz sozial.