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Wirtschaft
Hilfe für Existenzgründer

 Das Team der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel (von links) Angelika Gerhartz, Geschäftsführerin Judith Klassmann-Laux und Christina Kirst.
Das Team der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel (von links) Angelika Gerhartz, Geschäftsführerin Judith Klassmann-Laux und Christina Kirst. FOTO: TV / Foto Nieder
Daun/Gerolstein. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Vulkaneifel hat etliche Dauerthemen. Doch die werden stets neu „bespielt“. Junge Menschen und Unternehmen stehen im Mittelpunkt.

Drei Kernbereiche ziehen sich seit eh und je durch die Aufgaben der kreiseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft: die so genannte Bestandspflege etablierter Betriebe, das Netzwerken und die Neugründungen von Firmen. In jedem dieser Aufgabenfelder gibt es Veranstaltungen, Förderungen und Kooperationen, die sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Die Palette reicht von Beratungen für den Mittelstand 4.0 über Betriebsbesichtigungen und Unternehmerfrühstücke bis zu Infos zur Businessetikette. Allein 72 Mal wurde 2018 die Beratungskompetenz der WFG von Existenzgründern abgerufen, 62 Mal ging es hinein in Unternehmen vor Ort.

Doch das übergeordnete Thema ist eines, das sich in ganz Deutschland und insbesondere auf dem Land zeigt: „In allen Branchen und Betriebsgrößen ist seit Jahren das wichtigste Problem der Fachkräftemangel. Arbeitgeber sehen sich gefordert, Mitarbeiter zu gewinnen, aber auch langfristig an sich zu binden“, erläutert WFG-Geschäftsführerin Judith Klassmann-Laux.

Da spielt der berufliche Nachwuchs eine besonders große Rolle. Und an den wenden sich Formate wie der Eifel-Starter, der als gedruckte Ausgabe in 2000 Exemplaren und als Newsletter zielgenau an Schüler und Schulabsolventen geht. „Die jungen Leute erfahren so aus erster Hand, welche attraktiven Ausbilder oder Arbeitgeber es in der Region gibt.“

Für ältere Semester ist die Erfahrung der Wirtschaftsförderer verblüffend, dass Facebook längst nicht mehr die Nummer eins der Medien für die angesprochene Generation ist. „Wir sind jetzt auch mehr auf Instagram unterwegs, das erfordert von uns eine ganz andere Art der Kommunikation.“

Mitten im Zeitalter der Informationsfluten klaffen manche Informationslücken. „Viele Schüler mit guten Abiturnoten oder Studienabsolventen entdecken erst spät, dass ihr tatsächliches Können wenig mit den realen Berufsanforderungen zu tun hat“, schildert Klassmann-Laux ein Phänomen, das etlichen Ausbildungsbetrieben zu schaffen macht. Mehr Offenheit der Betriebe und mehr Praktika könnten da falschen Vorstellungen bei der Berufswahl entgegenwirken.

Auch die diesjährige Auflage des „Funkensprüher“-Wettbewerbs, bei dem schulische und studentische Arbeiten zu regionalen Wirtschaftsthemen ausgezeichnet werden, nimmt sich insofern des Problems an, als erstmals auch Beiträge aus dem Handwerk berücksichtigt werden – ein Sektor, der attraktive Chancen bietet und händeringend Nachwuchs sucht, aber angesichts des modernen Trends zum Studium zu oft hintansteht.

Mit einer Jungunternehmer-Akademie ist die Vulkaneifel jetzt erstmals seit Jahren wieder Teil einer Leader-Förderung. Hierbei wendet sich die WFG gezielt an Firmen in den ersten fünf Jahren ihrer Existenz, die als die schwierigste gilt.

„Wir wollen ein passendes Qualifizierungs- und Vernetzungsangebot schaffen, zum Beispiel mit Webinaren oder erfahrenen Senior-Beratern“, erläutert die Wirtschaftsförderin das Konzept.

Den Auftakt bildet eine Umfrage unter den entsprechenden Betrieben nach dem, was sie selbst als Unterstützung für notwendig erachten. Auch das Thema Crowdfunding für Gründungen ist 2019 neu auf der Agenda der WFG.

Termine/Infos: www.wfg-vulkaneifel.de, www.gruenderland-vulkaneifel.de, www.instagram.com/eifel.starter, www.facebook.com/Ausbildung Eifel; nächste Termine in der WFG, Mainzer Straße 24, Daun: 16. März, ab 9 Uhr, GründungsBeratungsParcours; 19. März, Mittelstand 4.0, ganztägiger Workshop „Schlanke Prozesse in der Digitalisierung“.
Weitere Infos/Anmeldungen: wfg@vulkaneifel.de; Telefon 06592/933-200.