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Kultur
Frühestens 2019 heißt es wieder Manege frei

FOTO: vladi nowakowski (now)
Hillesheim. Nach 2017, dem turnusmäßigen Termin, wird es auch in diesem Jahr in Hillesheim keinen Kulturzirkus geben. Und für 2019 auch keinen in gewohntem Umfang, aber mit etwas Glück immerhin eventuell einen in abgespeckter Form. Von Mario Hübner
Mario Hübner

Nun stehen zwei Dinge fest, die viele bereits vermutet haben: Bernhard Jüngling ist im Fusionsjahr Beauftragter für die Verbandsgemeinde Hillesheim. Landrat Heinz-Peter Thiel hat ihn in der jüngsten Sitzung des VG-Rats ernannt (der TV berichtete). Und eine weitere Sache, die sich ebenfalls herauskristallisiert hatte, ist nun fix: Nach 2017, dem turnusmäßigen Termin, wird es auch in diesem Jahr in Hillesheim keinen Kulturzirkus geben. Und für 2019 auch keinen in gewohntem Umfang, aber immerhin eventuell einen in abgespeckter Form. Dafür macht Manfred Schmitz, Geschäftsführer der Urlaubsregion Hillesheim und Organisator des Kulturzirkus, zumindest Hoffnung. Er sagt: „Von uns aus wird es zwar keinen Kulturzirkus in 2019 geben, die Schulen machen aber gemeinsam mit dem Zirkus Sperlich in der Woche vor Pfingsten eine Projektwoche. Und da die ohnehin hier sein werden, überlegen wir derzeit, dann in der Woche zuvor, der Christi-Himmelfahrts-Woche, auch ein Kulturprogramm anzubieten – nicht wie bislang mit zwölf, sondern vielleicht der Hälfte der Veranstaltungen.“

Dass es für 2017 und 2018 gar nicht mit dem Kulturzirkus geklappt hat und es für 2019 nur eventuell was wird, hat laut Schmitz vor allem mit der Fusion zu tun, die sich deutlich länger als gedacht hingezogen habe.

So haben sich die Touristiker aus Gerolstein und Hillesheim auf ihr Zusammengehen  konzentriert: So läuft die Vermarktung der beiden Urlaubsregionen inzwischen über eine gemeinsame Internetseite, die Datenbanken wurden zusammengeführt, alle Prospekte und Kataloge gemeinsam gestaltet und es werde regelmäßig Personal ausgetauscht. Die komplette Zusammenführung ist aber noch nicht vollzogen, der gemeinsame Gesellschaftervertrag noch nicht unterzeichnet. Und nun, nachdem aus der zunächst geplanten Zweier- eine Dreier-Fusion wird,  steht noch die Einbeziehung der Kollegen aus der Oberen Kyll an.

Und weil das laut Schmitz rasch ausgebuchte Zirkusunternehmen Sperlich für den 2019er-Termin bereits im Oktober 2017 die Unterzeichnung eines Vertrags gefordert hatte, „mussten wir absagen, denn ohne die VG als starken Partner im Rücken kann ich so etwas nicht unterschreiben“. Schließlich gehe es dabei bei einem Budget von 60 000 Euro auch um viel Geld.  

Zudem meint Schmitz: „Der Kulturzirkus war immer eng mit der Person von Heike Bohn verbunden. Jetzt muss sich erst alles wieder finden.“ Er wolle nun aber zeitnah Bernhard Jüngling auf die Idee, eine abgespeckten Kulturzirkus 2019 ansprechen, da dieser als Beauftragter  auch automatisch Vorsitzender Urlaubsregion Hillesheim sei.

Angesichts von einem Jahr Vorlaufzeit, die für die Organisation des Kulturevents benötigt werde, „hört sich 2019 zwar noch weit weg an, ist es aber eigentlich gar nicht“. Für Schmitz, dem die Veranstaltung sehr ans Herz gewachsen ist, soll nach bisher fünf Durchgängen definitiv nicht Schluss sein: „Der Kulturzirkus ist nicht für immer und alle Zeiten gecancelt.“

Vielmehr will er sich nach Kräften dafür einsetzen, dass Kulturinteressierte auch künftig im Zirkuszelt im Bolsdorfer Tälchen sitzen und einer Krimigeschichte lauschen, beim Konzert mit Dudelsäcken und Alphörnern vor Erstaunen den Mund nicht mehr zu bekommen, zu Abba-Songs mitträllern und schwofen können. Und dass die Eltern oder Oma und Opa stolz miterleben können, wie die eigene Tochter oder der Enkel bei der Kindervorstellung über ein gespanntes Seil läuft, Zauberstücke vollführt, eine Riesenschlange zähmt, Feuer spuckt, Bälle jongliert oder gekonnt durch den Abend führt.