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Hohe Preise, hohe Nachfrage, hoher Gewinn

FOTO: (e_gero )
Hillesheim. Dank der gestiegenen Preise für den Brotbaum der Eifel hat sich der zu erwartende Überschuss aus dem Holzeinschlag des Hillesheimer Forstes im vergangenen Jahr verdoppelt. Im Haushalt der Marktstadt konnte so ein zusätzlicher Gewinn von 30 000 Euro verbucht werden. Vladi Nowakowski

Hillesheim. Die Höhe der geschätzten Einnahmen aus dem Holzverkauf des Stadtforstes war in der Haushaltsvorlage für das Jahr 2015 mit 30 000 Euro beziffert - tatsächlich wurden jedoch rund 60 000 Euro erzielt. "Es war ein gutes Jahr", sagt Forstamtsleiter Martin Manheller. "Die erzielten Mehreinnahmen sind dem gestiegenen Preis für Fichtenholz und der hohen Nachfrage aus der Bauindustrie zu verdanken."
Ein Festmeter des Nadelbaumes bringe zurzeit durchschnittlich 72 Euro Erlös, sagt der Forstamtsleiter. Mit dem Einschlag von Fichten erzielt Hillesheim nach Abzug der Unkosten einen Ertrag von rund 450 Euro pro Jahr und Hektar, der reine Fichtenbestand des Forstes sei rund 240 Hektar groß. "Das ist für uns ein sehr erfreuliches Ergebnis, es ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass die Fichte zunehmend ein knapper Rohstoff wird."
Die flachen Wurzeln des Nadelbaumes halten den seit Jahren vermehrt auftretenden Stürmen nicht stand - im Eifelwald werde die Fichte aus diesem Grund immer weniger eingesetzt. Die Orkane Vivian und Wiebke, die zu Anfang der 1990er Jahre verheerende Waldschäden verursachten, zeigten auch, dass die anfälligen Fichten-Monokulturen keine Zukunft hatten. "Der Anteil der Fichte im Bereich unseres Forstamtes ist innerhalb von etwa 20 Jahren von 60 Prozent auf 40 Prozent gesunken", sagt Manheller.
Das Ziel der Forstexperten sei es, eine stabile Waldgesellschaft zu erreichen, um dem Klimawandel entgegenzuarbeiten. Douglasien, Weißtannen und Laubholz sollen mit der Fichte in einem gesunden Mischverhältnis stehen und die Wälder aufwerten.
"Doch wir wenden uns von der Fichte nicht ab", sagt Martin Manheller. "Zum einen selbstverständlich aus wirtschaftlichen Erwägungen - zum anderen, weil auch die alternativ eingesetzten Bäume nicht ganz unproblematisch sind oder in Zukunft Probleme bekommen könnten." Niemand könne voraussagen, wie sehr sich das Klima schon in den kommenden Jahren verändern wird, doch es sei richtig, auf eine Vielzahl von Baumarten im Wald zu setzen.
"Douglasien leiden oft unter Pilzbefall bei allzu hoher Feuchtigkeit, die Buche verträgt keine trockenen Sommer - das richtige Mischverhältnis ergibt sich lediglich aus jahrelanger Beobachtung der Standorte - oder ganz profan - durch Zufall." So habe man im Hillesheimer Forst festgestellt, dass Douglasien besser gedeihen, wenn ihre Nachbarinnen Fichten sind - der Grund dafür ist unbekannt.
"Wir haben es mit einer Vielzahl an Unwägbarkeiten zu tun", sagt der Forstamtsleiter. "Aus diesem Grund kalkulieren wir auch für dieses Jahr vorsichtig und setzen uns nicht selbst unter Druck."
Trotz der im vergangenen Jahr erzielten Mehreinnahmen und der gegenwärtig stabilen Preise werde der zu erwartende Überschuss auch 2016 auf 30 000 Euro geschätzt.Extra

Das Forstrevier Hillesheim ist für den Stadtwald Hillesheim und die Gemeinden Basberg, Berndorf, Dohm-Lammersdorf, Kerpen, Oberbettingen und Wiesbaum zuständig. Das Revier ist dem Forstamt Hillesheim zugeordnet, das ein Gebiet in den Verbandsgemeinden Hillesheim und Kelberg von rund 13 500 Hektar betreut. Dazu kommen Wälder in Dankerath, Senscheid und Trierscheid (VG Adenau). Etwa 10 000 Hektar sind Gemeindewald, 3500 Hektar Staats- und Privatwald. nowExtra

Darum blieben die Stämme vorerst im Wald liegen: Die kurze Frostperiode in der vergangenen Woche reicht laut Forstamtsleiter Martin Manheller nicht aus, um die bereits gefällten Baumstämme zur weiteren Verarbeitung aus den Wäldern zu rücken, ohne große Schäden an Waldwegen zu verursachen. "Wir hoffen auf trockenes und kaltes Wetter im Februar, das Holz wollen wir nicht um jeden Preis aus den Wäldern holen." Doch wegen des drohenden Werteverlustes, der bis zu 30 Prozent des Verkaufspreises betragen könnte, werde im Einzelfall geprüft, wo ein Abtransport der Stämme auch bei den jetzigen Bodenverhältnissen sinnvoll sei. "Ist ein Waldweg nach den Arbeiten ohne großen Kostenaufwand wieder herstellbar, dann gehen wir das an", sagt Manheller. Die Zeit drängt, denn von Ende Februar bis August sind Arbeiten mit schweren Maschinen im Wald aus Gründen des Vogelschutzes nicht möglich. now