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Hotelier fordert LKW-Verbot für Innenstadt

Schweres Gerät wurde benötigt, um die Reste des zerstörten Sandstein-Erkers abbauen zu können. Erneut ist ein LKW dagegen gefahren. TV-Foto: Vladi Nowakowski
Schweres Gerät wurde benötigt, um die Reste des zerstörten Sandstein-Erkers abbauen zu können. Erneut ist ein LKW dagegen gefahren. TV-Foto: Vladi Nowakowski
Hillesheim. Erneut, zum dritten Mal in drei Jahren, fuhr ein LKW gegen den Erker des Krimihotels, wodurch große Brocken auf den Bürgersteig krachten. Verletzt wurde niemand. Der Hotelbetreiber fordert, dass endlich der gesamte Schwerlastverkehr aus Hillesheim verbannt wird. Mario Hübner

Hillesheim. Jörg Mintrop ist eigentlich ein ruhiger und gelassener Typ. Doch derzeit gerät der Betreiber des Krimihotels leicht in Rage - wenn er ein bestimmtes Thema anspricht: "Es ist schon wieder ein Laster gegen die gerade erst sanierte Sandstein-Fassade des Hotels gefahren. Es reicht: Der gesamte Schwerlastverkehr muss aus der Innenstadt verbannt werden."
Bei dem Unfall in der Nacht auf Dienstag ist ein bislang unbekannter LKW-Fahrer mit seinem Brummi gegen eine der beiden schweren Sandstein-Konsolen unterhalb des Erkers gefahren, hat sie beschädigt und teilweise aus der Verankerung gerissen. Dabei sind schwere Brocken auf den Bürgersteig gekracht. Verletzt wurde niemand, der Fahrer hat sich aber aus dem Staub gemacht. Obwohl besonders große LKW gar nicht hier fahren dürften, ist es der dritte Vorfall dieser Art innerhalb von drei Jahren.
Täglich kommt es zu brenzligen Situationen in den beiden 90-Grad-Kurven der B 421 vor dem Augustiner- und dem Krimihotel: Laster müssen weit ausholen und auf die Gegenfahrbahn ausweichen, um durch die Kurven zu kommen. Ist man dann als Autofahrer nicht auf der Hut, kann es krachen. Wenn sich an den Engstellen zwei Brummis begegnen, geht erst mal gar nichts mehr. Stillstand!
Da muss zurückgesetzt und dem entgegenkommenden Platz gemacht werden. Rückstaus und Wartezeiten, Rangiermanöver sind die Folge. Und mancher Brummifahrer holt eben zu weit aus, und dann ist es wieder einmal geschehen um die Sandstein-Fassade des Krimihotels. Auch das vorstehende Dach eines Hauses wurde dabei schon mehrfach beschädigt.
Neue Regelung wird ignoriert


Aus diesem Grund ist auf Drängen der Stadt vor zwei Jahren ein Durchfahrverbot für besonders lange LKW wie Langholztransporter erlassen worden. "Es hält sich nur keiner dran, und kontrolliert wird auch nicht", kritisiert Mintrop. Er sagt: "Es wird erstens höchste Zeit, dass endlich die Ortsumgehung kommt. Aber bis das so weit ist, muss rasch eine andere Lösung her: Der gesamte Schwerlastverkehr muss raus aus der Innenstadt." Schließlich lebe Hillesheim vom Tourismus, zudem sei der Schwerlastverkehr nicht nur für seine Gäste unangenehm. "Oder muss wirklich erst ein Laster ganz ins Hotel reinrauschen und Leute verletzt werden, bis sich etwas tut", fragt er.
Nachdem er nach eigenem Bekunden die Stadt bereits oftmals auf den "unmöglichen Zustand" hingewiesen hat, geht er nun noch einen Schritt weiter: "Wenn sich nichts tut, können wir ja auch mal das Hotel wegen Gefährdung zumachen und von der Stadt Schadenersatz verlangen."
Hillesheim Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) habe er bereits darauf angesprochen. Der wiederum ist nun auch für die komplette Verbannung der Brummis. Er sagt: "Man sollte den Schwerlastverkehr nicht mehr durch Hillesheim fahren lassen." Er verweist auf die turnusmäßige Verkehrsschau am 10. Oktober mit Vertretern von Polizei, Kreisverkehrswacht und Stadtrat, bei der alle neuralgischen Punkte gemeinsam abgegangen werden. Stein: "Die Ecke vor dem Krimihotel wird besondere Erwähnung finden."