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Immer wenn er Krimis liest …

Manfred Schmitz, Geschäftsführer der Urlaubsregion Hillesheim, blickt auf 25 Jahre erfolgreiche Arbeit mit kriminellen Erfindungsgeist zurück. TV-Foto: Felicitas Schulz
Manfred Schmitz, Geschäftsführer der Urlaubsregion Hillesheim, blickt auf 25 Jahre erfolgreiche Arbeit mit kriminellen Erfindungsgeist zurück. TV-Foto: Felicitas Schulz FOTO: (e_gero )
Hillesheim. Seit 25 Jahren ist Manfred Schmitz Hillesheims Cheftouristiker. Ein Zeitungsinterview von Jacques Berndorf hat alles ins Rollen gebracht. Felicitas Schulz

Hillesheim "Als 2009 zwei nette Gästeführerinnen bei uns Geo-Exkursionen leiten wollten, hab ich ihnen zwei Krimis von Berndorf und Kramp in die Hand gedrückt und gesagt: Befasst euch nicht mit toten Steinen, befasst euch lieber mit diesen Toten hier. Heute sind sie als Ermittlerinnen Hella Blick und Klara Fall super erfolgreich." Mit diesen Worten beschreibt Manfred Schmitz, seit 25 Jahren Geschäftsführer der Urlaubsregion Hillesheim, die Entwicklung, die Hillesheim durch das Thema Krimis genommen hat.
Am 1. Juli 1992 trat Schmitz als Verkehrsamtsleiter seinen Dienst an. Mit viel Sachkenntnis entwickelte der aus dem kleinen Ort Loogh stammende Geograph die touristischen Schwerpunkte weiter: hin zu Themenexkursionen (erst Geo-Exkursionen, später Krimiwanderungen), hin zu kürzeren Rundwegen, hin zu Radtourismus und naturnaher Erholung.
Den Anstoß, erst einen, dann mehrere Krimiwanderwege im Hillesheimer Land anzulegen, gab ein Zeitungsinterview mit dem Eifeler Krimiautor Jacques Berndorf im Jahr 2003.
Schmitz erinnert sich, was der Vater der Regional- und Eifelkrimis damals gesagt hatte: "Die Touristik kümmert sich nicht um die erfolgreichen Eifelkrimis und lässt Potential brach liegen."
Der gleichzeitig erschienene Eifelkrimi-Reiseführer von Josef Zierden, Gründer des Eifelliteratur-Festivals, habe aufgeführt, dass fast alle Schauplätze rund um Hillesheim liegen. "Also dachte ich mir, dass ein Wanderweg zu den Schauplätzen der Krimis eingerichtet werden muss", sagt Schmitz. damals hätten das einige für Quatsch gehalten, "heute sind alle Kritiker verstummt", sagt Schmitz.
Sechs engagierte Mitstreiter fanden sich, das Konzept umzusetzen. Jeder habe 150 Euro dazugegeben, Ralf Kramp schrieb die Texte für das Begleitheft. Gesamtkosten des Projekts: 1050 Euro. "Dafür wurde eine Infrastruktur geschaffen, die seither weit über 100 000 Besucher angelockt hat", sagt der Touristiker.
Danach wurden Krimiprogramme verschiedener Art erfunden und angeboten: Die Palette reicht von Führungen und Lesungen über Krimi-Dinner bis hin zu Rundfahrten mit dem Krimibus, die jährlich 10 000 Teilnehmern anlocken und Hillesheim zur "Krimihauptstadt Deutschlands" gemacht haben.
Das Medieninteresse für dieses "Vorzeigemodell öffentlicher und privater Kooperation" wurde immer größer, Schmitz schon desöftern als Referent eingeladen, um über die Hillesheimer Erfolgsstory zu berichten - etwa beim Deutschen Seminar für Tourismus in Berlin sowie beim Tourismustag Rheinland-Pfalz.
Als Glücksfälle bezeichnet der Touristiker, dass auch die Kommune sowie Privatleute mitzogen, investierten und somit den Ruf nochmals verstärkten: Exemplarisch nennt er die Wiedereröffnung des Hotels Augustiner 2007 und des Kriminalhauses samt Krimicafé in Hillesheim, später die Eröffnung des Krimihotels - und darüber hinaus natürlich 2009 die Einweihung des Eifelsteigs, eine der "touristischen Lebensadern der Eifel , die durch Hillesheim führt und jährlich Tausende Wanderer nach Hillesheim führt.
Für Schmitz alles herausragende Momente. Doch er findet es in seiner Arbeit auch "immer wieder schön, wenn Gäste den Service und die Angebote loben".
Apropos Gäste: Während sich deren Zahl in den vergangenen 25 Jahren verdreifacht hat, habe sich die Bettenzahl in dieser Zeit kaum spürbar erhöht. Dennoch blickt er zufrieden auf die Entwicklung des Hillesheimer Landes zurück.Extra: ZUSAMMENARBEIT HILLESHEIM UND GEROLSTEIN


Manfred Schmitz äußert sich auch zum Thema Fusion und der beim Tourismus bereits praktizierten Zusammenarbeit mit Gerolstein: "Die Zusammenarbeit mit Gerolstein funktioniert hervorragend und ich wünschte mir, so fortfahren zu können." Die gesamte Kommunikation sei bereits zusammengeführt worden, nun soll auch im Tagesgeschäft die Aufgabeverteilung neu organisiert werden über die Grenzen hinweg.