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Freizeit
Auf der Spur von Steinfliegenlarven und Strudelwürmern

Das Lustigste zum Schluss: das Wasserbombenwerfen.
Das Lustigste zum Schluss: das Wasserbombenwerfen. FOTO: Brigitte Bettscheider
Gerolstein. Junge Forscher haben mit der Natur- und Landschaftsführerin Sabine Berens eine spannende Entdeckungsreise an und in der Kyll unternommen – Spaß inklusive! Das Projekt kann im August noch vier Mal gebucht werden. Von Brigitte Bettscheider

Als Sabine Berens sich von den Wasserdetektiven verabschiedet, ist ihre Kleidung an vielen Stellen nass. Doch das scheint ihr überhaupt nichts auszumachen. Zum einen trocknet die Sonne am wolkenlosen Himmel alles rasch. Zum anderen ist sie ja selbst schuld.

Hat sie doch großzügig Wasserbomben aus Schwammtüchern und Schwämmen an die Kinder verteilt und sich als Zielscheibe ans Kyllufer gestellt. Ganz nach dem Motto: Das Lustigste zum Schluss! Entsprechend ausgelassen ist die Stimmung. Und so ist es kein Wunder, dass die ganze Bande Luftsprünge macht und „supi!“ ruft, als Sabine Berens zum Abschied sagt: „Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht.“

   „Mit Kindern in der Natur zu arbeiten, ganz ohne industriell gefertigtes Spielzeug, ist einfach wunderbar“ – so bringt die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin ihre bisherigen Erfahrungen auf den Punkt. Das Projekt „Wasserdetektive“ steht in diesem Jahr erstmals unter ihrer Leitung. Die Kyll und der Kyllpark böten optimale Bedingungen dafür, erklärt sie mit Blick etwa auf die schön gefasste Helenenquelle, die Hüpfsteine in dem Flüsschen und die gute Wasserqualität.

   So hatten sich zwei Stunden zuvor elf Forscher im Alter von fünf bis zehn Jahren von der Tourist-Information im Bahnhof aus über die Hüpfsteine in der Kyll zunächst zur Helenquelle begeben. Hatten dort das Wasser geschmeckt und erfahren, dass es aus 100 Metern Tiefe kommt und Kohlensäure enthält. Hatten erlebt, dass der Deckelbecher in die Luft fliegt, wenn man dem Mineralwasser noch Brausepulver hinzufügt. Hatten auf der Liegewiese Rätselfragen zu Storch, Frosch und Libelle gelöst. Und waren dann, mit Pinseln,  Küchensieben und Lupenbechern ausgerüstet, mit Gummistiefeln oder Wasserschuhen an den Füßen, durch die Kyll gestreift, um nach Lebewesen im Wasser zu suchen – „am besten unter Steinen“, wie Sabine Berens ihnen empfohlen hatte. Was sie nicht alles ans Tageslicht und in die Behältnisse beförderten: Steinfliegen-, Köcherfliegen- und Eintagsfliegenlarven, Bachflohkrebse, Napfschnecken, Egel, Strudelwürmer, eine blauflügelige Prachtlibelle und einen kleinen Fisch. „Dass so viele Tierchen darin sind, ist ein Zeichen dafür, dass das Wasser in Ordnung ist“, erklärte Sabine Berens.

   „Nehmt euch einen hellen und einen dunklen Stein aus der Kyll zur Erinnerung mit nach Hause“, sagte sie. Warf schließlich eine Handvoll Edelsteine (aus Glas) ins Wasser und versprach: „Die ihr findet, gehören euch!“ Und lud ganz am Schluss zur eingangs erwähnten Wasserbombenschlacht ein.

Wasserdetektiv Kalle (links) und Sabine Berens (rechts) lösen mit einem Pinsel Tierchen von einem Stein aus der Kyll.
Wasserdetektiv Kalle (links) und Sabine Berens (rechts) lösen mit einem Pinsel Tierchen von einem Stein aus der Kyll. FOTO: Brigitte Bettscheider
Sabine Berens (rechts) erklärt Leo (Mitte) die Tierchen, die er mit Papa Andreas Justen in der Kyll gefunden hat.
Sabine Berens (rechts) erklärt Leo (Mitte) die Tierchen, die er mit Papa Andreas Justen in der Kyll gefunden hat. FOTO: Brigitte Bettscheider
Sabine Berens (links) und die Wasserdetektivin Nemi (rechts) lösen mit einem Pinsel Tierchen von einem Stein aus der Kyll. Foto: Brigitte Bettscheider
Sabine Berens (links) und die Wasserdetektivin Nemi (rechts) lösen mit einem Pinsel Tierchen von einem Stein aus der Kyll. Foto: Brigitte Bettscheider FOTO: Brigitte Bettscheider
So schöne Steine! Wasserdetektivin Luisa hat sie in der Kyll gefunden.
So schöne Steine! Wasserdetektivin Luisa hat sie in der Kyll gefunden. FOTO: Brigitte Bettscheider