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Lächeln in Krisenzeiten

Zufriedene Mitglieder, einstimmige Abstimmungen: Sowohl zur 5,5-prozentigen Dividende als auch zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sagten die Mitglieder der Volksbank Eifel-Mitte Ja.TV-Foto: Mario Hübner
Zufriedene Mitglieder, einstimmige Abstimmungen: Sowohl zur 5,5-prozentigen Dividende als auch zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sagten die Mitglieder der Volksbank Eifel-Mitte Ja.TV-Foto: Mario Hübner
Harmonie und Zufriedenheit: Die Mitglieder der Volksbank Eifel-Mitte freuen sich über 5,5 Prozent Dividende sowie die Tatsache, dass ihre Bank die Finanz- und Wirtschaftskrise bislang gut überstanden hat. Sowohl die Bilanzsumme als auch die Kundeneinlagen sind 2008 gestiegen. Von unserem Redakteur Mario Hübner

Gerolstein. Angesichts der guten Zahlen, die die Volksbank Eifel-Mitte 2008 geschrieben hat, hatte Vorstand Rainer Berlingen bei der Vertreterversammlung in Gerolstein gut lachen. Er sagte: "Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurück. Dank unserer soliden und konservativen Geschäftspolitik haben wir den tobenden Sturm in der Finanzwelt bislang eindrucksvoll gemeistert. Das traditionsreiche genossenschaftliche Geschäftsmodell hat sich bewährt." Die Bank besitze keine Giftpapiere, trotzdem hätten wegen der Finanzkrise Kurswertabschreibungen im Wert von rund einer Million Euro vorgenommen werden müssen. Die Banker sind aber davon überzeugt, dass aus den Geldanlagen mittelfristig Erträge erzielt werden.

Vom Erfolg beflügelt, konnte sich Berlingen auch einen Seitenhieb auf den Mitbewerber Kreissparkasse nicht verkneifen. Den knapp 200 Mitgliedern rief er zu: "Bei uns entscheiden Sie und nicht politische Mandatsträger."

Dafür gab es ebenso Applaus wie für die Eckpunkte des Geschäftsberichts: Die Bilanzsumme der Volksbank Eifel-Mitte stieg 2008 um sieben Prozent auf 527 Millionen Euro, die Kundeneinlagen wuchsen um mehr als acht Prozent auf 422 Millionen Euro, die Zahl der Mitglieder nahm ebenfalls zu: um 446 auf nun 13 406.

Auch die Kundenkredite stiegen: um rund vier Prozent (13,2 Millionen Euro) auf 346 Millionen Euro. An Privatkunden wurden 1800 Kreditzusagen erteilt, an Firmenkunden rund 1150. Außerdem wurde das Eigenkapital aufgestockt: um 1,15 Millionen Euro auf 49,4 Millionen Euro. Dazu meinte Vorstand Michael Simonis: "Unsere Eigenkapitalausstattung ist angemessen, und eine Kreditklemme gibt es bei uns auch nicht."

Sein Ausblick fiel hingegen etwas pessimistischer aus. So geht er davon aus, dass es im Rahmen der Wirtschaftskrise zu einem "erhöhten Abschreibungsbedarf im Kreditgeschäft" kommen wird. Kritik übte er an den "extremen Kampfkonditionen von staatlich gestützten Mitbewerbern, die unsere Arbeit erschweren und unsere Margen drücken".

Gar keiner Kritik sah sich hingegen der Vorstand selbst ausgesetzt. Vielmehr gab es Lob - allen voran von Aufsichtsratsvorsitzendem Dieter Nahrings. Er sagte: "Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und den Mitarbeitern für ihre gute Arbeit in schwieriger Zeit." Das Ergebnis dieser Arbeit: eine Dividende von 5,5 Prozent.