| 20:41 Uhr

Landliebe statt Landflucht - Flüchtlinge in der VG Gerolstein heimisch machen

Gerolstein. In der Verbandsgemeinde Gerolstein soll modellhaft untersucht werden, wie Flüchtlinge an die Region gebunden werden können. Mario Hübner

Die Verbandgemeinde (VG) Gerolstein wird neben der VG Rockenhausen in der Pfalz kommunaler Partner in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Intergrationsprojekt. Titel: "Innovative Formate zur Integration von Zuwanderern in Regionen mit hohen demografischen Herausforderungen".

In dem Projekt, das von einer Expertengruppe der Technischen Universität Kaiserslautern betreut wird, sollen praxisnahe Lösungsansätze entwickelt und erprobt werden, um eine dauerhafte Integration von Zuwanderern in ländlichen Regionen zu erreichen. Denn erstens "stehen Städte und Gemeinden weiterhin vor großen Herausforderungen in Bezug auf die Erstversorgung und die dauerhafte Integration dieser Menschen", sagt Hans-Josef Hunz, Büroleiter der VG Gerolstein. Zweitens, so Hunz, "kann die Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen eine Chance für die Kommunen darstellen, die stark vom demografischen Wandel betroffen sind".

Allerdings ist derzeit oftmals zu beobachten, dass Asylbegehrende nach ihrer Anerkennung und dem damit verbundenen Ende ihrer Residenzpflicht die ländlichen Regionen verlassen und in Großstädte ziehen - wo die Wohnungsnot immer größer wird, während auf dem Land immer mehr Wohnungen und Häuser leer stehen.
Da soll das Forschungsprojekt ansetzen. Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, damit Zuwanderer dauerhaft auf dem Land sesshaft werden. Dazu gehören vor allem eine Intergration in die Gesellschaft und ein fester Arbeitsplatz. Beim Projekt wird eine Zusammenarbeit mit Vertretern der lokalen Politik, der heimischen Wirtschaft, örtlichen Vereinen, Ehrenamtler, die sich in der Flüchtlingsthematik engagieren, und natürlich Flüchtlingen und Asylbewerbern angestrebt.

Das Projekt soll im Mai dieses Jahres starten und ist auf drei Jahre angelegt. Die Fäden in der Hand halten soll ein zentraler Projektmitarbeiter, der neu eingestellt wird. Die 70-Prozent-Stelle wird aus Bundesmitteln finanziert.
Die öffentliche Ausschreibung der Stelle erfolgt in Kürze - auf der Internetseite www.gerolstein.deDIE MEISTEN FLüCHTLINGE KOMMEN AUS SYRIEN

Extra

In der Verbandsgemeinde Gerolstein erhalten derzeit 65 Menschen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, im September 2016 waren es 101, im Mai 170 und im Februar 2016 exakt 162. Grund für den Rückgang: Viele Bewerber sind zwischenzeitlich anerkannt und erhalten ihre Leistungen vom Jobcenter oder sind in Arbeit oder Ausbildung oder aber sie sind abgewiesen worden oder freiwillig zurückgereist. Die meisten Flüchtlinge, die derzeit offiziell in der VG Gerolstein leben, stammen aus Syrien (150). Weiterhin kommen aus Afghanistan 34, aus Albanien 22, aus Eritrea 21, aus Pakistan 12, aus dem Iran 9 und aus dem Irak 7.