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Lösung aus anderem Topf

Auch künftig werden (von rechts) Torsten Jakobs und Tomas Schüssler bei Festen mitanpacken können, denn die drohende Schließung wurde abgewendet, und so darf in der Viehmarkthalle in Hillesheim auch weiterhin gefeiert werden. Das Land will die notwendige Erneuerung der Brandschutzanlagen nun doch fördern. TV-Foto: Mario Hübner
Auch künftig werden (von rechts) Torsten Jakobs und Tomas Schüssler bei Festen mitanpacken können, denn die drohende Schließung wurde abgewendet, und so darf in der Viehmarkthalle in Hillesheim auch weiterhin gefeiert werden. Das Land will die notwendige Erneuerung der Brandschutzanlagen nun doch fördern. TV-Foto: Mario Hübner
Bewegung in Sachen Viehmarkthalle: Nach der ersten Absage (der TV berichtete) soll es nun doch Landesmittel für den Umbau des sanierungsbedürftigen Veranstaltungsgebäudes geben - aus einem anderen Topf. Von unserem Redakteur Mario Hübner

Hillesheim. Innenminister Karl-Peter Bruch will die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen in der Viehmarkthalle Hillesheim jetzt aus Mitteln des Strukturprogramms für "Städtebauliche Erneuerung" fördern. Dies teilte das Ministerium nun mit. Dabei geht es zunächst um die rund 80 000 Euro teure Erneuerung der Brandschutzanlagen. Der gesamte Umbau der Viehmarkthalle in eine moderne Markt-, Messe- und Veranstaltungshalle wird mit rund 380 000 Euro veranschlagt. Ärger und Enttäuschung waren groß

Für den Umbau der Viehmarkthalle hatte die Stadt Hillesheim nach dem Besuch des Innenministers Karl-Peter Bruch im März dieses Jahres zunächst einen Antrag auf Förderung aus dem Investitionsstock des Landes gestellt. Dieser wurde nicht berücksichtigt, weil bei den geltenden Förderbedingungen dieses Programms die Stadt nicht in der Lage gewesen wäre, den erforderlichen Eigenanteil sicherzustellen. Die Verärgerung der Hillesheimer Stadtpolitiker und allen voran vom Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) über die Absage war entsprechend groß. Die Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt (SPD) aus Kirchweiler hatte sich daraufhin gemeinsam mit der Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Hillesheim, Heike Bohn, für eine andere Lösungsmöglichkeit eingesetzt. Aus Sicht des Landes sind mit dem Umbau der Halle erhebliche städtebauliche und strukturpolitische Auswirkungen sowohl auf die Stadt Hillesheim als auch auf die Region zu erwarten. Deshalb sei es gerechtfertigt, dass sich das Land hier stärker beteilige als bei den üblichen örtlichen In-frastrukturmaßnahmen. Im Rahmen des Strukturprogramms der "Städtebaulichen Erneuerung" ist eine Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz von bis zu 80 Prozent der Umbaukosten möglich. Astrid Schmitt sagte: "Ich freue mich, dass der Innenminister zu seiner Zusage steht und die Stadt trotz einiger Schwierigkeiten in der Umsetzung unterstützt." Jetzt sei es Aufgabe der kommunalen Verantwortlichen, schnellstmöglich einen entsprechenden Antrag zu stellen. Verbandsbürgermeisterin Bohn hat zugesichert, dies umgehend für die beiden wichtigsten Teilmaßnahmen, die Erneuerung der Brandschutz- und der Sanitäreinrichtungen, auf den Weg zu bringen. Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) sagte zu den Neuigkeiten: "Das ist sehr erfreulich." Und in Anspielung auf seine öffentlich geäußerte Kritik an der Absage meinte er: "Dann habe ich ja wohl in die richtige Kerbe gehauen." Stein hatte gedroht, keine öffentlichen Veranstaltungen mehr in dem Gebäude zuzulassen, so lange die Brandschutzeinrichtungen nicht erneuert seien. Letztlich blieb es aber bei der Ankündigung. So wurde am vergangenen Wochenende die Hillesheimer Kirmes in und um die Viehmarkthalle gefeiert.